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Kino-Neuerscheinung
Lacht Bad Kissingen über „Das Kanu des Manitu“?
Die ersten Besucher warten auf die Öffnung des Kinos.
Die ersten Besucher warten auf die Öffnung des Kinos. // Foto: Jürgen Wittrin
Bad Kissingen – Unverhoffte Rückkehr auf die Leinwand: „Das Kanu des Manitu“ sorgt für Lacher. Kissinger Kinogänger reagieren auf den neuen Bully-Film.

Vor 24 Jahren startete „Der Schuh des Manitu“ von Regisseur und Schauspieler Michael „Bully“ Herbig in den Kinos. An einen zweiten Teil hatte lange Zeit niemand geglaubt. Am 12. August 2025 feierte nun aber die Fortsetzung „Das Kanu des Manitu“ in München Weltpremiere.  Offizieller deutscher Kinostart war der 14. August. Auch im Universum-Kino in Bad Kissingen wird der Streifen gezeigt. 

Filmpremiere vom 12. August 2025 in München // Constantin Film

„Das Kanu des Manitu“ Filmpremiere vom 12. August 2025 in München // Constantin Film

Nach dem Schuh, nun ein Kanu 

Im ersten Teil der Western-Parodie suchen die Blutsbrüder Abahachi (Michael Bully Herbig) und Ranger (Christian Tramitz) nach einem verschollenen Schatz. Mit diesem wollen sie ihre Schulden bezahlen. Auf ihrer Reise begegnen sie unter anderem dem Schurken Santa Maria (Sky du Mont), Abahachis Zwillingsbruder Winnetouch, der schönen Uschi (Marie Bäumer) und dem liebenswürdigen Griechen Dimitri (Rick Kavanian).  Der Film ist eine der erfolgreichsten deutschen Produktionen nach dem Zweiten Weltkrieg.

In der Fortsetzung werden Abahachi und Ranger von einer neuen Bande in eine Falle gelockt. Mithilfe ihres Freundes Dimitri und dessen Mitarbeiterin Mary (Jasmin Schwiers) müssen sie das sagenumwobene „Kanu des Manitu“ finden. Auch der Bösewicht Santa Maria kehrt zurück. Für dessen Schauspieler Sky du Mont ist es gleichzeitig die letzte Rolle. Der 78-Jährige beendete bei der Münchner Premiere nach 55 Jahren offiziell seine Karriere.

Sky du Mont (links) und Michael Bully Herbig (rechts) bei der Premiere von „Das Kanu des Manitu“ in München.
Sky du Mont (links) und Michael Bully Herbig (rechts) bei der Premiere von „Das Kanu des Manitu“ in München. // getty images/Andreas Rentz für Constantin Film

„Wann ist die nächste Vorstellung?“ 

Juliano Müller, Sarah Market und Bastian Schallenberg gehören zu einer Generation, die den „Schuh des Manitu“ erst später im Fernsehen gesehen haben. In ihren Augen ist der Film ein Klassiker. Für die Fortsetzung haben sie sich vor allem eins gewünscht: dass der Humor aus dem ersten Teil beibehalten wird. Dabei darf er auch „an die Zeit angepasst sein“, sagt Sarah Market. 

Zur Erinnerung: Vor 24 Jahren spielten die Macher unter anderem auch mit damals gängigen Klischees über Homosexuelle. 

Doch wie weit dürfen Stereotype gehen? „Die betroffene Gruppe muss gefragt werden“, sagt Bastian Schallenberg. Für ihn ist es weniger entscheidend, was im Internet geschrieben wird. Nur Betroffene könnten entscheiden, ob etwas zu viel ist.

Von links: Juliano Müller, Sarah Makert und Bastian Schallenberg
Von links: Juliano Müller, Sarah Makert und Bastian Schallenberg // Foto: Jürgen Wittrin

Der Film hat die drei nicht enttäuscht. Ihre „Erwartungen wurden sogar noch übertroffen“, sagt Juliano Müller. Zu Beginn der Vorstellung hatte er etwas Sorge, dass der Film bei seinen Witzen zu „lasch“ werden könnte. Mit voranschreitender Zeit erwies sich diese Sorge für ihn jedoch als unbegründet.

Alle drei sind begeistert vom „Kanu des Manitu“ und können es kaum erwarten, den Film nochmal zu sehen. „Wann ist die nächste Vorstellung?“, fragt Juliano Müller kurz vor Verlassen des Kinos. 

„Alles in allem, ein gelungener Film!“

Sabrina Feineis, Christian Feineis, Dana Fieberling und Sonja Stumpf verbinden mit dem „Schuh des Manitu“ nur gute Erinnerungen. Vor 24 Jahren haben sie sich den Film bereits im selben Kino angesehen. Sie freuen sich, dass sie die Fortsetzung jetzt wieder zusammen erleben können. 

Auch ihre Erwartungen wurden übertroffen. Allerdings habe sie diese auch bewusst nicht zu hoch gehangen. „Der Schuh des Manitu“ ist „nur schwer zu toppen“, sagt Sabrina Feineis.  Alle vier haben viel gelacht. Sie haben sich auch über die verschiedenen Referenzen aus dem ersten Teil gefreut. Allein die wiederkehrende Musik hat bei der Gruppe für Nostalgie gesorgt. Das abschließende Fazit: „Alles in allem, ein gelungener Film“, sagt Sonja Stumpf.

Von links: Sabrina Feineis, Dana Fieberling, Christian Feineis und Sonja Stumpf
Von links: Sabrina Feineis, Dana Fieberling, Christian Feineis und Sonja Stumpf // Foto: Jürgen Wittrin

Den Enkeln zuliebe

Franz und Waltraud Kirchner haben keinen Bezug zum „Schuh des Manitu“. Sie sind wegen ihrer beiden Enkel Charlotte und Philipp da. „Es ist halt eine Sommerbeschäftigung“, sagt Franz Kirchner schmunzelnd. Allein wären er und seine Frau wohl nicht in den Film gegangen, ergänzt er. 

Philipp und Charlotte haben den Vorgänger daheim gesehen. Beide fanden den Film witzig und nicht zu übertrieben. 

Homosexuelle Stereotype noch zeitgemäß?

Die Ankündigung der Fortsetzung von „Der Schuh des Manitu“ hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Während sich die einen über die Nachricht gefreut haben, waren die Anderen skeptisch. Immerhin stammt der Humor des Films aus einer ganz anderen Zeit. Stereotypische Darstellungen von beispielsweise Homosexuellen gehörten damals noch zum Standard von vielen Produktionen. 

„Der Schuh des Manitu“ hat bereits vor 24 Jahren polarisiert. Im ersten Teil stand jedoch noch die Streitfrage im Fokus, wie sehr man sich über Karl May und seine Werke lustig machen darf. Heute geht es hingegen um die Darstellung von Minderheiten und wie weit Stereotype gehen dürfen. 

Hauptplakat: Das Kanu des Manitu
Hauptplakat: Das Kanu des Manitu // Constantin Film

Michael Bully Herbig äußerte sich in Bezug auf das Thema homosexuelle Stereotype in einem Interview mit dem Twitch-Streamer Maximilian Knabe, a.k.a. HandOfBlood. Dort sagte er, dass er sich des gesellschaftlichen Wandels bewusst ist. Das war auch einer der Gründe, weswegen er beim Schreiben der Witze mit homosexuellen Menschen zusammengearbeitet hat. Er wollte ihre Perspektive berücksichtigen. So sind auch Witze entstanden, auf die er sonst nie selbst gekommen wäre. 

Mehr als Nostalgie zu bieten?

Es war einer dieser Filme, die niemand gebraucht hat, aber über sich dennoch viele Menschen freuen – und ärgern. „Das Kanu des Manitu“ setz vor allem auf Nostalgie.  Rückgriffe auf den ersten Teil gibt es viele.

Die Geschichte des Films bietet nichts Neues und auch einige Witze sind eher platt. Das muss nichts Schlechtes sein. Am Ende bleibt Humor dem Einzelnen überlasen. 

Zugute kann man dem Film halten, dass er an manchen Stellen auch sehr bewusst mit kritischen Themen umgeht. Zum Beispiel fällt das Wort „Indianer“ einige Male. Der von Michael Bully Herbig gespielte Abahachi verweist jedoch darauf, dass er so nicht genannt werden möchte.

Dennoch wirkt die Auseinandersetzung mit den American Natives auf den ersten Blick etwas seicht. Sie bekommt am Ende jedoch einen unerwartet emotionalen Teil. 

Das Kanu des Manitu – Trailer 2

Das Kanu des Manitu – Trailer 2 // Constantin Film

Tickets und Spielzeiten

Der Film läuft seit dem 14. August 2025 auch im Universum Kino Palast in Bad Kissingen. Kinder unter zwölf Jahren zahlen neun Euro Eintritt, Erwachsene ab zwölf Jahren elf Euro. Tickets und aktuelle Spielzeiten gibt es auf der Internetseite des Universum Kino Palastes oder vor Ort. 

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