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Kissinger Sommer 2026
Malofeevs Auftritt begeistert
Alexander Malofeev
Alexander Malofeev beim Kissinger Sommer im Rossini-Saal. // Klaus Werner
Bad Kissingen – Der 40. Kissinger Sommerbot am Abschlusswochenende ein Klavierkonzert, das das Publikum ins Staunen versetzte.

Die emotionale Intensität des Klavierrezitals von Alexander Malofeev fesselte nicht nur die Gäste im fast ausverkauften Rossini-Saal, sondern war auch für den jungen Virtuosen die musikalische Klammer für sein über zweistündiges Wirken auf der Bühne. Golden ausgeleuchtet waren der höchst konzentrierte 24-Jährige und sein Instrument der optische und akustische Fixpunkt des Nachmittag, und gerade die dichten Interpretationen im zweiten Teil lösten beim begeisterten Publikum überschwänglichen Applaus, „Standing-Ovations“, Bravo- und Zugabe-Rufe aus.

Hohe Ansprüche

Die russische Schule ist die Grundlage für die Perfektion von Alexander Malofeev, der bereits in jungen Jahren mit Preisen ausgezeichnet wurde und nicht nur als Solist auf deutschen und internationalen Bühnen sein Können unter Beweis stellt.

Bei dem Konzert im Rossini-Saal begrüßte Intendant Alexander Steinbeis nicht nur die Gäste, sondern dankte auch für Verbundenheit zum 40. Jubiläum und warb nochmals intensiv für den Förderverein Kissinger Sommer, der größter Einzel-Förderer und dadurch ein „Garant für die Qualität“ des Festivals sei.

Diese qualitativen Ansprüche bewies Alexander Malofeev bereits bei der Auswahl des Programms, das einen musikalisch spannenden und anspruchsvollen Nachmittag versprach. Schubert, Grieg, Sibelius oder Skrjabin waren einer der Gründe, warum sich viele Gäste spontan zu einem Besuch entschlossen hatten – neben der erfreulichen Dynamik, die durch zahlreiche Berichte zu den einzelnen Auftritten, zu den herausragenden Künstlern oder den publikumswirksamen Aktionen entsteht.

Apropos Programm: Auch diesmal gab es ein umfangreiches Konzertprogramm, das nicht nur die einzelnen Stücke auflistete, sondern darüber hinaus auch den Künstler sowie sehr fundiert die Kompositionen und ihre Urheber vorstellte – ein Mehrwert, der einerseits das fachliche Wissen der bekennenden Fans klassischer Musik erweitert, aber andererseits den eher amateurhaften Zuhörer herausfordert.

Anerkennender Applaus

In der ersten Hälfte von Alexander Malofeevs Klavier-Rezital standen Franz Schubert und Edvard Grieg auf dem Programm. Schuberts anspruchsvolle drei Klavierstücke op. Posth. D 946 meisterte der junge Pianist mit Bravour, wobei er das Allegro/Allegretto als schwungvolle, teils jubilierende Klangbilder interpretierte – der anerkennende Applaus der Gäste war der Dank für einen abwechslungsreichen Einstieg bei diesem Konzert.

Aus der Suite „Aus Holbergs Zeit“ für Klavier op. 40 präsentierte Malofeev die fünf Sätze mit spielerischer Leichtigkeit, wobei jedoch die feinen, träumerischen Zwischentöne der „Sarabande“ vom kraftvollen Spiel überdeckt wurden.

Die zweite Hälfte des Konzertnachmittags war intensiver Hörgenuss, der sowohl den Pianisten als auch das Publikum an seine Grenzen brachte. Ungebremst vom Applaus der Gäste brillierte Malofeev durch vier Werke von Jean Sibelius, Alexander Skrjabin, Arthur Lourié und Sergej Rachmaninow – und dies mit einer Intensität, die die Gäste im Rossini-Saal zu stummen Bewunderern werden ließ.

Die musikalische Dramaturgie begann mit Sibelius Werk „Die Bäume“, fünf Stücke aus op. 75, bei dem sich das musikalische Sonnenlicht mit windreichen Passagen als ein opulentes, kontrastreiches Werk präsentierte. Nicht minder prägnant – mal mit Kontrasten aus lauten und leisen, aus angepassten und rebellischen Sequenzen, mal mit modernen Melodien mit Loungecharakter versetzt – präsentierte der Klavier-Virtuose Skrjabins „Valse As-Dur op. 38“ sowie fünf Sätze aus „Cinq préludes fragiles op. 1“ von Arthur Lourié und drei Sätze aus Rachmaninovs Klaviersonate Nr. 2 b-Moll op. 36.

Drei Zugaben

Nach dem Schlussakkord öffneten sich die Schleusen beim Publikum und mit „Standing Ovations“ und Bravo-Rufen wurde Alexander Malofeev gefeiert, der sich sichtlich über die Beifallsbekundungen freute und sich mit drei Zugaben bedankte.

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