Gereifte Furys und die magische Drei-mal-acht-Formel
Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // Silvia Gralla
Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // Silvia Gralla
Bad Kissingen
– Aus einer drohenden Konzertabsage wurde ein stimmungsvoller Abend auf dem Flugplatzgelände in der Au in Bad Kissingen. Welcher Moment der bewegendste war.
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Manche Konzerte bieten von Anfang bis Ende Feuerwerk; andere kommen nie richtig in Fahrt. Und dann gibt es die, die besonders in Erinnerung bleiben: weil sie unglücklich beginnen, dann aber besonderen Zauber entfalten. Der Auftritt von „Fury in the Slaughterhouse” in der Au in Bad Kissingen war so ein Konzert: Erst drohte ee ins Wasser zu fallen; dann wurde er ungemein belebend.
Ingo Pohlmann muss abbrechen
Kurz nach 19 Uhr – Vorsänger (Ingo) Pohlmann hatte gerade „Wenn jetzt Sommer wär” angestimmt – fegte ein tagsüber nicht absehbarer Wolkenbruch übers Flugplatzgelände in der Au. Er spülte die Fans aus der Arena; viele von ihnen suchten spärlichen Schutz unter Bäumen und den schmalen Dächern des Turniergebäudes.
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Eine Viertelstunde später hatte das Gewitter ausgeweint – doch die Organisatoren blieben in Wallung. Der Regen hatte die Wiese vor der Bühne in Matsch á la Wacken verwandelt; die Technik streikte. Das Gerücht von einem Abbruch des Konzertes machte die Runde.
Das Undenkbare trat nicht ein. Die Wolken zogen weiter; die Technik fuhr wieder hoch. Und dann traten sie ins Rampenlicht, die Furys: sechs Herren im reifen Rockeralter, bis auf Bass und Keyboard die Urbesetzung von 1987.
Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // Silvia Gralla
So unaufgeregt das Erscheinen, so dynamisch der musikalische Einstieg. „Changes”, Titelsong des neuen Albums, nahm schon ordentlich mit.
Wer älter wird, braucht mehr Struktur. Und so erklärte Frontmann Kai Wingenfeld nach dem Opener dem größtenteils mitgereiften Publikum die Formel des Abends: drei mal acht. Acht Songs vom neuen Album, die die Zuhörer kennenlernen sollen. Acht Lieder, von denen die Band weiß, dass sie die Fans gerne hören wollen. Und acht Stücke, die die Furys gerne spielen, von denen sie aber nicht wissen, ob die Anhänger sie haben wollen.
Sänger Wingenfeld wandert durch die Reihen
„Milk and Honey” gehört sicher zur zweiten Kategorie, so wie „Radio Orchid”, bei dem Wingenfeld singend durch die Reihen der rund 4500 Zuschauer wanderte. Mehr Fan-Nähe geht nicht.
Sänger Kai Wingenfeld war beliebtes Fotomotiv bei seinem Gang durch die Zuschauerreihen beim Song „Radio Orchid“. // Silvia Gralla
Mit dem Wetter und dem ungewöhnlichen Auftrittsort fremdelten die Furys dennoch ein bisschen. Insbesondere Gitarrist Christof Stein-Schneider verarbeitete das in Sätzen wie „Wir wussten gar nicht, dass in Bad Kissingen so viel wohnen.” und „Hat der Flugplatz ein Gepäckband oder werden die auf dem Rasen abgestellt” als Einleitung für den neuen Song „Lost and Found”.
Seltsame Erkundung in Bad Kissingen
Und dann kam die Geschichte vom Erkundungs-Spaziergang in der Kurstadt: Am ehemaligen Fischhaus Stein wurden die Musiker offensichtlich nicht erkannt, der gelockte Gitarrist gar mit Thomas Gottschalk in Verbindung gebracht. Das löschte nicht gerade Kai Wingenfeld Kindheitserinnerung von seinem bisher einzigen Kissingen-Besuch. Als er sieben Jahre alt war, nahm ihn sein Vater mit auf Kur; dem Jungen blieb nichts anderes, als die ganze Zeit über mit drei Matchbox-Autos zu spielen.
Mehr Bilder von den Furys in Bad Kissingen finden Sie hier:
Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
Silvia Gralla
Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
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Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
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Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
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Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
Silvia Gralla
Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
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Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
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Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
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Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
Silvia Gralla
Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
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Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
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Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
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Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
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Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
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Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
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Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
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Sänger Kai Wingenfeld war beliebtes Fotomotiv bei seinem Gang durch die Zuschauerreihen beim Song „Radio Orchid“. // FOTOGALERIE
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Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // FOTOGALERIE
Silvia Gralla
Erlebnisse, die prägen. Dafür erwiesen sich die Furys mehrfach dankbar darüber, dass die Fans nach dem Wolkenbruch zurückgekommen und den mauen Eindruck waren. Sie versprachen mit Augenzwinkern, in 40 Jahren wiederzukommen. Dann würden sie angesichts der Rauschmittel, die sie nehmen, den Regen nicht mehr merken.
Rund 4.500 Besucher feierten beim Turnierplatz Open Air in Bad Kissingen. Nach der kurzen Regenpause kam Fury and the Slaughterhouse auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit bekannten Hits wie „Time to Wonder“. // Silvia Gralla
Sei es, wie es sei. Die Furys hangelten sich weiter an ihrer Formel entlang. Und experimentierten ein bisschen. Da die Akkustikversion des zum Ende sehr rockigen „Sorrowland”, dort das schräge Medley aus „Party Girl” und „Pussycat Run”, inklusive witziger Videoshow. Interessant auch das gesellschaftskritische „Viva la Revolution” von der neuen Platte und das irisch angehauchte, den Pogues gewidmete „Years of Thunder”. „Dead and Gone”, „Every Generation Got Its Own Disease” und „Trapped Today, Trapped Tomorrow” fehlten auch nicht.
Unvergessliches „Won't Forget These Days”
Aber so richtig fing die Band ihre Fans mit einem Lied ein, das laut Kai Wingenfeld in der Lieblingskategorie der Fans wohl Platz 2, wenn nicht gar 1, einnimmt: „Won't Forget These Days”. Gitarrist Christof Stein-Schneider stimmte – nachdem der Song schon einmal durchgelaufen war – die Akkorde noch einmal an und ums Publikum war's geschehen. Alles vorherige war vergessen, vor und auf der Bühne: der Sturzregen, die Angst vor der Absage, das leichte Fremdeln mit dem Kurort. Band und Fans waren eins, erst recht, als Wingenfeld „Time to Wonder” anstimmte und „Bad Kissingen, alles was drin ist” forderte, eine sichere Stimmungsbank.
Kleiner Regentropfen im Stimmungsüberschwang: Das ruhige „Sister Moon” brachte es als Rausschmeißer nicht wirklich. Vielleicht hätte es „Down There” besser getan.