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Kissingens Bismarck‘s Basement
Cécile Verny Quartet - perfekter Soundtrack für den Herbst
Cécile Verny Quartet
Das Cécile Verny Quartet im Bismarck's Basement in Bad Kissingen. // Philipp Dippl
Bad Kissingen – Während draußen Herbstwind tobt, entfaltet sich drinnen musikalische Magie. Cécile Verny Quartet schenkt Bad Kissingen einen warmen Abend der Musik.

Der Herbst ist da. Nieselregen, grauer, bedeckter Himmel, deutlich frischere Temperaturen, aber auch das schon gelber gewordene Herbstlaub, das im teils stürmischen Wind raschelt, sind untrügliche Zeichen dafür.

Für den ein oder anderen wird sich wohl auch der Herbstblues in den nächsten Tagen einstellen, wenn zwar der Alltag und das Leben etwas ruhiger wird, aber auch sentimentaler und schwermütiger auf der Seele lastet und auf das Gemüt drückt.

Cécile Verny Quartet
Das Cécile Verny Quartet im Bismarck's Basement in Bad Kissingen. // Philipp Dippl

Einziger Lichtblick, so scheint es fast, ist da wohl die Tatsache, dass es im Bismarck‘s Basement nach der Sommerpause wieder Musik gibt. Der beliebte Jazzkeller im Museum Obere Saline startete mit einem Konzert des Cécile Verny Quartet aus Freiburg im Breisgau in die Herbstsaison.

Draußen Herbstwind, drinnen warmer Blues

Ob geplant oder rein zufällig, die Auswahl der Künstler für diesen herbstlichen Abend hätte nicht besser ausfallen können. Für all jene, die tatsächlich bereits völlig vom Herbstblues erwischt wurden, bot das Konzert den perfekten Soundtrack.

Alle anderen Fans des Genres durften sich auf einen Abend voller Blues und Swing, mit Einflüssen französischer Chansons und Scat-Gesangs freuen.

Wo vor der Türe der Herbstwind blies und die Frisuren der Musikfreunde auf dem Weg ins Bismarck-Museum durchwirbelten, da erklang in dem urigen Kellergewölbe ein Wärme spendendes und gute Laune versprühendes Herbstbouquet an tiefgründigen, souligen und klangstarken Musiknummern.

Gospel und französische Chansons

Dem vorne an steht die namensgebende Sängerin Cécile Verny, die mit ihrer warmen, ruhigen Soulstimme jedem Song ihren eigenen Charakter verlieh. Dieser besondere Charakter ist sicherlich dem Umstand zu verdanken, dass Verny in der Elfenbeinküste geboren wurde und in Frankreich aufwuchs.

Cécile Verny Quartet
Das Cécile Verny Quartet im Bismarck's Basement in Bad Kissingen. // Philipp Dippl

So vermischen sich in ihrer Stimme verschiedene Einflüsse. Da sind einerseits die unverkennbaren Traditionen des Gospels und der afrikanischen Kultur. Dem gegenüber steht ganz klar der starke Einfluss ihrer zweiten Heimat Frankreich. Zahlreiche Songs erinnern da an französische Chansons.

Überhaupt haben es der Combo wohl gerade die eher ruhigen, gefühlvollen Nummern angetan, die Cécile Verny sowohl auf Englisch als auch auf Französisch vortrug. Nicht selten basieren die Stücke auf vertonten Gedichten und philosophischen Werken. Die allermeisten Arrangements stammen aus der Feder der begleitenden Musiker.

Glänzen durch Understatement

Und diese drei Musiker brachten die Klänge ihrer Instrumente in perfekte Symbiose zur mal zarten, mal kräftigen Stimme der Sängerin. Da waren Andreas Erchinger am Piano und Synthesizer, Bernd Heitzler am Bass und E-Bass, sowie Torsten Krill an Drums und Percussion.

Cécile Verny Quartet
Das Cécile Verny Quartet im Bismarck's Basement in Bad Kissingen. // Philipp Dippl

Zwar blieben die Instrumente immer im Hintergrund und umrahmten den Gesang absolut harmonisch, trotzdem fanden alle drei Musiker die Gelegenheit, in ausgedehnten Soli nicht nur ihr Instrument zu präsentieren, sondern auch ihr Können und ihre Professionalität unter Beweis zu stellen.

Sie sind Profis ihres Fachs und glänzten gerade durch Understatement in Harmonie mit dem Gesang.

Strasbourg, Freiburg und die Welt

Das perfekte Zusammenspiel kommt wohl auch durch die jahrzehntelange Zusammenarbeit. Das Quartet fand seine Anfänge in Strasbourg im Jahr 1987. Heute ist das nicht weit entfernte Freiburg im Breisgau der Dreh- und Angelpunkt der Combo.

Cécile Verny Quartet
Das Cécile Verny Quartet im Bismarck's Basement in Bad Kissingen. // Philipp Dippl

Doch ihre Musik ging schon in die Welt hinaus und fand Anerkennung in internationalen Jazzkreisen. Konzerte fanden in Marokko, Kenia, Südafrika und im Sudan statt.

Dabei scheint, wie Verny betont, besonders ihr Song  „The Bitter and the Sweet“ international Bekanntheit erlangt zu haben. Regelmäßig bekommen sie Anfragen aus dem Ausland, um Noten zu erhalten, den Song zu covern und aufzuführen, zuletzt erst vor kurzem aus Brasilien.

Tosender Applaus für bisher unveröffentlichte Nummern

Das aktuelle Album nennt sich „Of Moons and Dreams“ und stammt bereits aus dem Jahr 2019. Doch neue Songs sind in Arbeit und so wurde das Konzert auch zum Testlauf für einige bislang unveröffentlichte Nummern.

Cécile Verny machte es vom Applaus des Publikums an diesem Abend abhängig, ob die neuen Arrangements eine Zukunft im neuen Programm haben werden.

Doch das Publikum, dem diese Last der Verantwortung aufgebürdet wurde, entschied deutlich und der Applaus sprach für sich.

Cécile Verny Quartet
Das Cécile Verny Quartet im Bismarck's Basement in Bad Kissingen. // Philipp Dippl

Spätestens nach der Pause im zweiten Set wurde ausnahmslos jede Nummer von tosendem Applaus und Jubel begleitet. Da durften dann zum Abschluss des Konzertes natürlich auch die Zugaben nicht fehlen.

Ob nun in herbstlicher Stimmung oder nicht, jeder Besucher ging an diesem Abend gut gelaunt, von innen heraus gewärmt und mit der sanften Soulstimme und dem ansteckenden Lachen der Sängerin Cécile Verny im Gedächtnis in die ungemütliche Herbstnacht zurück.

Durchaus sentimental, aber nie schwermütig oder traurig lieferte das Cécile Verny Quartet die perfekte Einstimmung für die kalten, ungemütlichen Tage des Jahres.

Das nächste Konzert im Bismarck‘s Basement findet am Samstag, dem 18. Oktober mit der Band Silk Street statt.

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