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Spezialitäten aus der Region 1
Kissinger Oblaten: So werden sie gemacht
Das Original: Bad Kissinger Oblate // Riccarda Rascher
Bad Kissingen – Der Landkreis Bad Kissingen hat einige kulinarische Spezialitäten zu bieten. Wir stellen sie vor. Dieses Mal: Die Oblatenbäckerei Zintl stellt die Kissinger Oblaten her – einen echten Klassiker.

Schon beim Betreten des Hinterhofes duftet es nach Vanille und Nüssen. Versteckt zwischen Änderungsschneiderei und Modeladen in der Theresienstraße, liegt die Backstube von Gabriele Zintl. Hier backt sie mit ihren Angestellten etwa 1000 Waffeln an einem Produktionstag. Wie oft gebacken wird, ist saisonabhängig: „Zurzeit ist zwei- bis viermal pro Woche Betrieb in der Backstube. Zur Hochsaison im Sommer glühen die Waffeleisen dann fünfmal wöchentlich“, erzählt Gabriele Zintl.

Gabriele Zintl backt in 3. Generation die Kissinger Oblaten
Gabriele Zintl backt in 3. Generation die Kissinger Oblaten // Riccarda Rascher

Unverändertes Rezept

Die Anfänge der Kissinger Oblaten gehen auf 1928 zurück. Laut einer Gewerbeurkunde kam ein Franz Hauer zu dieser Zeit in die Kurstadt. Er stammte aus Marienbad und backte in einem Hinterhof Oblaten nach dem bekannten Rezept aus Karlsbad. Schon ein Jahr später wird Franz Freiberg als Hersteller genannt, bis 1937 Konditormeister Alois Zintl den Betrieb übernahm. „Mein Großvater hat damals ein neues Rezept entwickelt: die Kissinger Oblaten. Wir backen es heute noch fast unverändert“, sagt Zintl.

So funktioniert's:

Die Zutaten für den Teig gibt Gabriele Zintl in eine große Schüssel. Die Arbeit übernimmt dann ein Rührgerät.

In der Rührmaschine wird der Teig der Kissinger Oblaten geknetet.

In der Rührmaschine wird der Teig der Kissinger Oblaten geknetet.

Die Maschine zum Backen der Waffel mit dem bekannten Logo ist eine Spezialanfertigung. Sie ist fast dreißig Jahren alt und sie sorgt für die charakteristische Waffelprägung mit dem Motiv des Rakoczy-Brunnens. Es ist noch zu Zeiten Alois Zintls entstanden.

Der Waffelautomat backt die Oblaten mit dem typischen Design.

Der Waffelautomat backt die Oblaten mit dem typischen Design.n.

„So wie der Brunnen auf der Oblate abgedruckt ist, steht er auch in der Kissinger Wandelhalle“, erklärt Zintl. Wer genau das Motiv entworfen hat, wisse sie aber nicht mehr. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass mein Großvater es selbst gezeichnet hat“, meint Gabriele Zintl und fügt schmunzelnd an: „Vielleicht wurde es auch einfach genommen, weil es rund ist und gut auf die Oblate passt.“

Die Oblaten werden befüllt, auch die Füllung produziert Gabriele Zintl selbst. Nuss- oder Vanillefüllung stehen zur Auswahl. „Ich mag die Nussvariante lieber. Die ist herzhafter und nicht so süß wie Vanille“, verrät Chefin ihre Oblatenpräferenz.

Die Kissinger Oblaten werden gefüllt.

Die Streumaschine ist eine Sonderanfertigung. Der Motor war für LKW-Wischblätter, die Fähigkeit sich in einem bestimmten Takt zu bewegen, war ausschlaggebend für diese Idee.

Für die Waffeln geht es danach in ein sogenanntes Dubliereisen. Wenn der Zucker in der Füllung schmilzt, kleben beide Waffelhälften zusammen und ergeben die fertige Kissinger Oblate.

In der Dubliermaschine werden die Oblaten fertig gebacken

In der Dubliermaschine werden die Oblaten fertig gebacken.

Auch das Design der Verpackungen hat Wiedererkennungswert. Seit den 1970ern schmückt die Verpackung ein Entwurf eines Schweinfurter Grafikers.

Gabriele Zintl verpackt die Oblaten. Das Design der Verpackung stammt aus den 70er Jahren.

Gabriele Zintl verpackt die Oblaten. Das Design der Verpackung stammt aus den 70er Jahren.

Frisch auf dem Markt

Wer in den Genuss besonders frischer Waffeln kommen will, kann samstags an Stand der Zintls auf dem Marktplatz beim Machen der Kissinger Oblaten zuschauen und die noch warmen Waffeln gleich genießen.

Zintl meint: „Mein Tipp für alle Besucher ist, die gekauften Waffel während einer Wanderung entlang der Wichtelhöhlen zu probieren.“ Die geheimnisvollen Steinformationen liegen hinter dem Heiligenhof in Richtung Euerdorf.

Weitere Artikel aus der Rubrik Spezialitäten aus der Region wird fortgesetzt.

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