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Cozy-Crime-Roman
Kissingen-Krimi: Ein neuer Fall für Willi und Bruno
Elizabeth Horn, die Autorin des neuen Kissingen-Krimis „Vier Hunde und ein Todesfall“
Elizabeth Horn, die Autorin des neuen Kissingen-Krimis „Vier Hunde und ein Todesfall“ // Thomas Horn
Bad Kissingen – Elizabeth Horns Kissingen-Krimis sind trotz Spannung liebevoll und unterhaltend. Warum man bei „Vier Hunde und ein Todesfall“ Parallelen zu Agatha Christie ziehen kann.

Wer im bayerischen Staatsbad Bad Kissingen lebt oder hier häufig zu Besuch ist, mag es kaum glauben: Wo in früheren Jahrhunderten der Hochadel und die großbürgerliche Haute-Volée Europas auf der Kurpromenade und entlang der Fränkischen Saale lustwandelten, scheinen sich heute Betrüger und Mörder zu tummeln.

Zumindest gewinnt man diesen Eindruck in den Kissingen-Krimis von Elizabeth Horn. Zum Glück ist aber in ihren Cozy-Crime-Romanen nicht alles so ernst gemeint, sondern trotz aller Spannung überaus liebevoll und charmant unterhaltend. Nach „Verliebt, verlobt, verblichen“ (2025) erschien nun vor wenigen Tagen der zweite Band „Vier Hunde und ein Todesfall“.

Titelbild des neuen Kissingen-Krimis von Elizabeth Horn
Titelbild des neuen Kissingen-Krimis von Elizabeth Horn // Gmeiner Verlag

Ähnlichkeiten zu Agatha Christies Miss Marple und ihrem Mr. Stringer

Diesmal geht es um vier verzogene Schoßhündchen wohlhabender Witwen. Wenige Tage, nachdem ein Hund während des Spaziergangs scheinbar entlaufen ist, wird er anonym gegen Forderung einer recht hohen „Aufwandsentschädigung“ durch einen Boten zurückgebracht.

Da dies kein Einzelfall bleibt, haben die verwitwete Kissingerin Wilhelmine „Willi“ Groß und ihr kürzlich aus München zugezogener, ebenfalls verwitweter Verehrer Bruno Bayer sehr schnell den Verdacht des vorsätzlichen Betrugs. Gemeinsam mit ihren jungen Freunden beginnen sie, wie wir es von Agatha Christies berühmter Miss Marple und ihrem Mr. Stringer kennen, auf ähnliche Weise in diesem Fall zu ermitteln.

Um den vermeintlichen „Dognappern“ eine Falle zu stellen, benutzen sie Elvis’ Promenadenmischung „Hound Dog“ als Lockhund. Was anfangs mit Gassi-Gehen an der Fränkischen Saale noch gemütlich erscheint, wird auf einmal doch tödlicher Ernst, als eine der bestohlenen Hundebesitzerinnen nach Annahme eines Pakets einen tödlichen Herzanfall erleidet.

Hobby-Detektive stehen im Vordergrund

Wie immer beim literarischen Genre der Cozy-Crime-Romane steht auch in Elizabeth Horns zweitem Kissingen-Krimi nicht das Verbrechen im Vordergrund, sondern vielmehr die charakterlich so unterschiedlichen Hobby-Detektive. Sie muss man in ihrer jeweiligen, teils unbeholfenen bis tolpatschigen, teils pfiffigen und kavaliersgerecht charmanten Art einfach liebgewinnen, sowie das Ambiente des Staatsbades Bad Kissingen.

So hat sich die Autorin, die seit 15 Jahren regelmäßig die Kurstadt besucht und hier seit einigen Jahren ihren Geburtstag feiert, für die Rosenresidenz am Kurpark, wo Witwer Bruno Bayer ein Appartement bewohnt, sicher an der Seniorenwohnanlage Rosenhof orientiert.

Attraktionen Bad Kissingens in die Handlung verbaut

Auch andere Attraktionen Bad Kissingens sind beiläufig in die Handlung verbaut: So spaziert Bruno, der sich mehr für Technik als für Kurmusik interessiert, in den Kurgarten, um „den Moment zu erwischen, in dem die Öffnung der Drehbühne von innen im Saal der Wandelhalle nach außen gedreht wurde.“

Willi sitzt bei ihren Ermittlungen im Rosengarten. „Strahlender Mittelpunkt war der fantastische Springbrunnen mit einer riesigen Fontäne, umgeben von kleineren Wasserspielen. Hier fanden regelmäßig multimediale Vorführungen mit Wasserchoreografien statt.“ An anderer Stelle das „Dampferle“ erwähnt: „Eines der kleinen Dampfschiffe, die sich bei Besuchern großer Beliebtheit erfreuten, schipperte auf der Fränkischen Saale vorbei.“

Liebe für das Staatsbad Bad Kissingen

Man spürt beim Lesen ihres charmanten Krimis die Liebe, die Autorin Elizabeth Horn nicht nur für ihre Figuren, sondern für das Staatsbad Bad Kissingen empfindet. So schreibt sie selbst in ihrer Danksagung auf der letzten Seite: „Nach dem Erscheinen des ersten Falls um Willi und Bruno durfte ich in Bad Kissingen an einer sehr schönen Lesenacht teilnehmen. Es war eine Freude zu sehen, dass die Krimifans des bezaubernden Kurorts sich ganz offensichtlich freuen, dass ihr Zuhause nun als Krimischauplatz dient.“

Wer Freude an locker geschriebenen und amüsanten Cozy-Crime-Romanen hat, wird mit „Vier Hunden und ein Todesfall“ sicher gut unterhalten – vielleicht bei einem Schoppen Frankenwein, wie ihn auch Willi und Bruno auf dem Balkon seines Appartements unter der alten Kastanie gern genießen.

Ob es zu weiteren Ermittlungen mit den beiden Hobbydetektiven kommt, ist ungewiss. Bruno würde viel lieber mit Willi zum Tanztee ins Hotel Luitpold gehen. Aber sie will sich noch nicht festlegen und meint nach erfolgreichem Abschluss dieses zweiten Falles: „Wir können ja tanzen, und wenn es sich ergibt, auch ermitteln.“ Warten wir also ab, ob es noch ein drittes Mal zu Mord und Totschlag im Staatsbad Bad Kissingen kommen wird.

Informationen zum Buch: Elizabeth Horn: „Vier Hunde und ein Todesfall“, Gmeiner Verlag, Taschenbuch, 320 Seiten, Preis: 15 Euro, ISBN ‎978-3839280430

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