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Désirée Nick bis BBC Orchestra
Ernst & Unterhaltung: Auch das ist der Kissinger Sommer '24
Bad Kissingen – Das Festival ist mit Berlin verknüpft. Es präsentiert Stars wie Desiree Nick und hat unter anderem das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Sir Simon Rattle im Programm.

In 156 Tagen beginnt der Kissinger Sommer 2024. So wurde es wirklich Zeit, die Musikfreunde, die nicht Mitglieder im Förderverein für das Festival sind, nicht länger auf die Folter zu spannen. Das Motto des Festivals war ja schon einige Zeit bekannt, und es setzt die Idee von Intendant Alexander Steinbeis fort, fest umrissene Kulturräume in Beziehung zu Bad Kissingen zu setzen.

Vor zwei Jahren war das „Wien, Prag, Budapest“ und damit die k.u.k.-Monarchie, im vergangenen Jahr hieß es „La dolce Vita“ und meinte natürlich Italien. In diesem Sommer wird es „Ich hab' noch einen Koffer in …“ Natürlich denkt jeder diesen Satz zu Ende: „…in Berlin“.

Die Hauptstadt im Zentrum des Festivals

Und darum geht es in der Tat: Berlin steht im Zentrum des Festivals, die Hauptstadt, Musikstadt, Kultur- und Unterhaltungsstadt mit ihrem unüberschaubaren musikalischen Angebot nicht nur in der ernsten, sondern auch in der gehobenen Unterhaltungsmusik.

Das Motto trägt im Sinne der Beziehungen der Tatsache Rechnung, dass es Zeiten gab, in denen ein Drittel der Kissinger Kurgäste aus Berlin kamen. Aber auch sehr viele Künstler, Musiker und Komponisten, die hier auftraten, arbeiteten – und auch kurten. Dennoch versteht sich der Kissinger Sommer weiterhin als internationales Festival.

Symphonic Mob im Kurgarten

Deshalb überrascht es nicht, dass ein Orchester das Festival eröffnet, das nicht aus Berlin kommt: das BBC Symphony Orchestra unter Sakari Oramo, das zwei Konzerte gibt und den auf Anhieb extrem beliebten Symphonic Mob im Kurgarten grundiert.

Zweimal gastiert auch das „Hausorchester“, die Bamberger Symphoniker unter Edward Gardner und Krzysztof Urbanski.

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks kommt zum ersten Mal mit seinem neuen Chef Sir Simon Rattle, und nach längerer Paus kommen auch die Münchner Philharmoniker unter Paolo Bortolameolli mit dem Ensemble Los Pitutos und einem lateinamerikanischen Feuerwerk.

Mit Anton Bruckners »Romantischer« Vierter reist das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter Tugan Sokhiev an.
Mit Anton Bruckners »Romantischer« Vierter reist das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter Tugan Sokhiev an. // Peter Adamik

Berlin ist natürlich mehrfach vertreten: Das Deutsche Symphonie-Orchester unter Tugan Sokhiev, das Rundfunk-Sinfonieorchester unter Vladimir Jurowski und das Konzerthausorchester unter Joana Mallwitz sind mit dabei.

Das Stegreiforchester kommt wieder, ebenso die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter Jérémie Rhorer. Mit Mozarts „Jupiter“-Symphonie setzen Trevor Pinnock und das Mozarteumorchester Salzburg den Schlusspunkt.

Hochkarätige Solisten

Dass die Solistinnen und Solisten diesem Niveau standhalten werden, kann man erwarten, wenn man die Namen liest wie Jean-Frédéric Neuburger, Martin Helmchen, Veronoca Eberle, Vikde Frang, Lucas und Arthur Jussen, Jan Lisiecki, Mihály Berecz, der Gewinner des letztjährigen Klavier-Olymps, oder das Klavierduo Yaara Tal und Andreas Groethuysen.

Hochkarätig sind auch die Kammermusikprogramme besetzt. Die Klarinettistin Sabine Meyer kommt mit dem Bratschisten Nils Mönkemeyer und dem Pianisten William Youn.

Erwartet werden auch das Klaviertrio mit Julia Fischer, Daniel Müller-Schott und Yulianna Avdeeva, die Cellistin Raphaela Gromes und der Pianist Julian Riem, die Geigerin Bomsori Kim und der Pianist Rafal Blechaz.

Das Fauré Quartett schaut endlich mal wieder vorbei, ihr Debüt geben das Simply Quartet mit Lukas Sternath und der Bratscher Timothy Ridout mit dem Pianisten Federico Colli Der Mandolinist Avi Avital kommt dieses Mal mit der Akkordeonistin Ksenija Sidorova. Apropos Klavier: Nach längerer Absenz komm Hélène Grimaud mal wieder zu einem Rezital – und natürlich Grigory Sokolov.

Klaviermusik spielt eine bedeutende Rolle. Hélène Grimaud widmet sich Bach, Beethoven, Brahms und Busoni.
Klaviermusik spielt eine bedeutende Rolle. Hélène Grimaud widmet sich Bach, Beethoven, Brahms und Busoni. // Matt Hennek

Liederwerkstatt und Big-Band

Natürlich gibt es wieder die zweiteilige Kissinger Lieder-Werkstatt, aber auch Konzerte mit dem Rundfunkchor Berlin (Rossinis „Petite Messe solenelle“) oder dem RIAS-Kammerchor sowie einen Liederabend des Baritons Konstantin Krimmel.

Neu beim Festival ist eine Tanzmatinée „Rückblick“ des Choreograph Andreas Heise mit seinem Ensemble und der tanzenden Erzählerin Desirée Nick.

Der Schauspieler Thomas Thieme liest aus Biographien, Memoiren und Briefwechseln von Otto von Bismarck. Eine Hommage an George Gershwing spielt die Big-Band der Deutschen Oper Berlin im Luitpoldbad. Jazz gibt es mit dem Trio des Vibraphonisten Oli Bott und dem Frank-Dupree-Trio.

Bei dem Thema „Stummfilm mit Musik“ begleitet die Staatsbadphilharmonie den Streifen „Sinfonie der Großstadt“ (1927) von Walter Ruttmann. Für das junge Publikum kommt die Berliner Puppenphilharmonie.

Mit Tatort-Star Dagmar Manzel

Der Kissinger Sommer 2024 zeigt aber auch mit prominenten Beispielen, dass Berlin auch ein Mittelpunkt der geistreichen Unterhaltung war und ist. Etwa mit Barrie Koskys Inszenierung von Oscar Strauß“ Operette „Eine Frau, die weiß, was sie will!“, gesungen und gespielt von Dagmar Manzel, Max Hopp und dem Orchester der Komischen Oper Berlin, das auch Katharine Mehrling bei Liedern aus der Berliner Zeit Kurt Weills begleitet.

Désirée Nick kann nicht nur lästern

Der Chansonnier Tim Fischer sucht und besingt das Glück in Liedern von Jacques Brel bis Thomas Pigor. Désirée Nick, „die letzte lebende Diseuse“, feiert die Grandes Dames des Kabaretts.

„Berlin, Du coole Sau“ heißt eine rasante Revue mit den Sängerinnen Sharon Brauner und Meta Hüper, Travestiekünstler Ades Zabel und dem Capital Dance Orchestra. Und das Moka Efti Orchestra aus der TV-Serie „Babylon Berlin“ nimmt das Publikum in das gleichnamige Tanzlokal mit.

Das Moka Efti Orchestra lässt das gleichnamige Tanzlokal aus der Erfolgsserie »Babylon Berlin« musikalisch wieder auferstehen.
Das Moka Efti Orchestra lässt das gleichnamige Tanzlokal aus der Erfolgsserie »Babylon Berlin« musikalisch wieder auferstehen. // Joachim Gern

Formate, die beibehalten werden

Beibehalten werden die Formate, die sich in den letzten beiden Jahren bewährt haben: die Prélude-Konzerte, die Matinee „auf einen Kaffee mit…“, die Konzerteinführungen und die After-Concert-Lounges.

Ab sofort ist das Programm im Internet unter kissingersommer.deabrufbar, und ab sofort läuft auch die Online-Kartenbestellung. Und natürlich kann man auch die gewünschten Karten persönlich oder telefonisch bei der Tourist-Information im Arkadenbau bekommen.

 

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