„Bar jeder Vernunft“ – ein Name, den fast jeder in Deutschland kennt, weil er ein bisschen rätselhaft und skurril ist, aber ein Etablissement, in dem kaum jemand schon einmal war, der nicht in Berlin wohnt. Vielleicht verunsichert der Name. Denn die „Bar jeder Vernunft“ ist keine Bar im klassischen Sinn, sondern ein – natürlich umfangreich bewirtschaftetes – Zelttheater in Berlin-Wilmersdorf, eine Kleinkunst- und Kleinmusicalbühne, in der viele Karrieren aus der gehobenen Unterhaltungsbranche ihren Anfang nahmen.
So lag es auch nahe, die offizielle Vorstellung des Kissinger-Sommer-Programms 2024 genau in dieser Bar zu starten, denn viele der Künstler, die im Sommer zum „Berliner Kissinger Sommer!“ kommen, haben ihre Karriere in der Schaperstraße gestartet. „Zurück zu den Wurzeln“ sozusagen.
Bewährter Ablauf des Termins
Der Ablauf der Veranstaltung hatte sich im vergangenen Jahr bei den Auftritten in Fulda, Frankfurt, Brüssel, Berlin und München eingespielt und bewährt. Mihály Berecz, Gewinner des KlavierOlymps 2023, eröffnete mit einer Courante von Bach. Dann bekamen die Besucher eine filmische Einstimmung in den Kurort und seine Geschichte.
Im Mittelpunkt stand natürlich die Präsentation des Festivalprogramms. Intendant Alexander Steinbeis erläuterte das Motto: „Ich hab’ noch einen Koffer in…“, das natürlich auf die Berliner Kultur der letzten 150 Jahre abziele und darin Schwerpunkte setzt. Aber dennoch sei der Kissinger Sommer ein bewusst internationales Festival, was sich auch im Programm spiegele.
Das Weltkulturerbe leben
Steinbeis hatte zwei Gesprächspartner. Oberbürgermeister Dirk Vogel zielte ab auf die Bedeutung des Kissinger Sommers für den Titel des Weltkulturerbes: „Natürlich kann man die Weltkulturerbe-Bauten bewundern, aber man muss sie auch leben.“ Das Festival sei der ideale Beitrag. Er sei es auch bei der Umwandlung Bad Kissingens vom Kurort zum Reha-Ort gewesen. Sein Tipp: die Kissinger Heilwässer mit steigender Schärfe probieren.
Kuratoriumsvorsitzende Dorothee Bär empfahl den Berlinern etwas von der Kissinger südländischen Leichtigkeit zu lernen. Man müsse daran arbeiten, dass die Stadt noch stärker ein „place to be in summer“ werde, ein Ort, an dem man im Sommer einfach sein müsse, Bad Kissingen sei „eine Stadt voll großer Toleranz. Wir zeigen, wen wir in der Stadt haben wollen, aber auch, wen wir nicht haben wollen.“ Es habe sich herumgesprochen, dass bei diesem Festival Hochkultur geboten werde.
Fragen aus dem Publikum
Ein paar Fragen gab es hinterher auch. Sie betrafen die Publikumsentwicklung, die Hotelkapazitäten, Übernachtungspackages – die es nicht mehr gibt, weil die Interessen der Gäste zu unterschiedlich sind – und den Kissinger Klavier-Olymp.
Natürlich hätte man die ganze Veranstaltung – wie im letzten Jahr – auch von Bad Kissingen aus machen können. Denn im angebrochenen digitalen Zeitalter mit allen seinen Übertragungsmöglichkeiten ist es eigentlich vollkommen egal, wo das Geschehen stattfindet, wenn es rund um die Welt gesehen werden kann. Aber trotzdem war es sinnvoll, die ganze Sache in Berlin zu erledigen.
Analoge und digitale Welt verbinden
So ließen sich die analoge und die digitale Welt gut verbinden. Denn es hatten sich zur Freude des Intendanten sehr viele Hauptstadt-Pressevertreter und Korrespondenten in der Bar eingefunden, um sich zu informieren und ihr Wissen schließlich weiterzugeben. Alexander Steinbeis: „Die wären sicher alle nicht gekommen, wenn wir sie zu einem Pressegespräch nach Bad Kissingen eingeladen hätten.“ So gesehen habe sich der Aufwand durchaus gelohnt. „Jetzt beginnt die zweite Etappe, der Kartenverkauf. Ich bin total gespannt, wie er sich anlässt.“
Kissinger Sommer 2024 - Das ist das Programm:















