0
Spenden fürs Turniergebäude
Sitzbank-Sponsoring soll bei Sanierung helfen
200 Plätze á 555 Euro sind zu vergeben, um die Sanierung des Turniergebäudes zu unterstützen.
200 Plätze á 555 Euro sind zu vergeben, um die Sanierung des Turniergebäudes zu unterstützen. Oberbürgermeister Dirk Vogel mit Anna-Maria Boll. // Ellen Mützel
Von dieser Bank sind einige Vorhanden. Sie sollen je Platz den Namen eines Spenders tragten.
Von dieser Bank sind einige Vorhanden. Sie sollen je Platz den Namen eines Spenders tragten. // Ellen Mützel
Bad Kissingen – Um die Baukosten für das Turniergebäude zu decken, hat die Stadt Bad Kissingen mit einer Stiftung eine Spendenaktion gestartet. Die historischen Bänke spielen dabei eine tragende Rolle.

Dass die Sanierung des Turniergebäudes in der Au nicht gerade billig werden würde, das wusste die Stadt Bad Kissingen schon zuvor. Zwei Millionen Euro wird die Sanierung kosten. Um alle Kosten zu decken und vielleicht noch einen Bonus zu erreichen, hat sich die Stadt mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) zusammengetan: die größte private und unabhängige Initiative für Denkmalschutz.

„Man ist als Kommune Sammler von unterschiedlichen Fördertöpfchen, weil man aus eigener Kraft solche Investitionen nicht schafft“, erklärt Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD). 1,3 Millionen Euro investiert die Stadt, rund 730.000 Euro kommen aus Förderungen von Bund, bayerischer Landesstiftung, Landesamt für Denkmalpflege und eben der DSD, die 100.000 Euro hinzugibt. Doch das ist nicht alles.

Patenschaft für Platz auf historischer Bank

Auf dem Bild zu sehen sind Vertreter der Stadt Bad Kissingen, des Segelfliegerclubs, des Reitvereins und der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz.
Auf dem Bild zu sehen sind Vertreter der Stadt Bad Kissingen, des Segelfliegerclubs, des Reitvereins und der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz. // Ellen Mützel

Mit der DSD zusammen hat die Stadt ein Projekt auf die Beine gestellt, das folgenden Gedanken in sich trägt: Eine Besonderheit der Sanierung ist, dass die 100 Jahre alten Holzbänke restauriert werden und wieder auf den Rängen der Zuschauertribüne platziert werden. Für 555 Euro können sich Spenderinnen und Spender die Patenschaft für einen der 300 Plätze, die die historischen Bänke bieten, sichern – mit Namensschild. Dazu kommt eine Einladung zur Eröffnung und zu einem Kissinger-Sommer-Konzert 2025. Auch abseits der Sitzplatz-Aktion sind kleine und große Spenden möglich.

Der OB sagt: „Das Gebäude hat seit Jahrzehnten vor sich hingedümpelt und ist in Vergessenheit geraten. Es war nicht umsonst Anlass zur Kritik, wie die Stadt sich um das Welterbe kümmert." Um die Sanierung schultern zu können, freut sich Vogel über zwei Partner: Zum einen den Reit- und den Segelflugverein, die sich das Gelände vor dem Turniergebäude als Flug- oder Turnierplatz teilen. Zum anderen die Deutsche Stiftung Denkmal, die die Passion für das historische Gebäude teilt, die Sanierung des Gebäudes direkt finanziell unterstützt und zudem das Sponsoring für die Sitzplätze bewirbt.

Turniergebäude für Reitturniere bis Open-Air-Veranstaltungen

So schön ist der Ausblick vom Turniergebäude aus.
So schön ist der Ausblick vom Turniergebäude aus. // Ellen Mützel

„Mir geht es besonders darum, die Stadtgesellschaft hier wieder reinzubekommen“, so Vogel. Das war auch ein grundlegender Gedanke des Welterbes, jedoch des Zustandes wegen bisher nicht möglich. „Das Turniergebäude soll nicht nur zum Flugbetrieb oder dem Rakoczi-Reitturnier dienen, sondern auch bei gesellschaftlichen Großereignissen in die Mitte geholt werden.“ Als Beispiel nennt er Open-Air-Veranstaltungen, die derzeit im Luitpoldpark stattfinden. Dass das Gebäude wieder als Veranstaltungsort mit Potenzial in die Köpfe der Stadtbewohnerinnen und -bewohner kommt, ist dem Oberbürgermeister wichtig.

Anna-Maria Boll, Sitemanagerin des Welterbes, erklärt: „Die Sportstätten sind ein ganz typisches Merkmal, an denen man die großen Weltbäder erkennen kann." Das Gebäude gibt es seit 1922. „Hier haben sich die Gäste aus aller Welt getroffen, genauso wie die Einheimischen und es wäre natürlich auch toll, wenn wir das in Zukunft bei Großveranstaltungen wieder so sehen können.“

Deutsche Stiftung Denkmalschutz sammelt Spenden

Ursula Schirmer, Pressesprecherin der Deutschen Stiftung Denkmal, freut sich, "so ein tolles Gebäude" unterstützen zu können. Die Stiftung kümmert sich um den Erhalt von historischen Gebäuden im Bundesgebiet. So bewirbt sie die Sitzplatz-Spendenaktion, sammelt abseits dessen weitere Spenden und gibt selbst 100.000 Euro hinzu.

Die Reiterinnen und Reiter freuen sich: Auf dem Platz vor dem Turniergebäude finden Reitturniere statt.
Die Reiterinnen und Reiter freuen sich: Auf dem Platz vor dem Turniergebäude finden Reitturniere statt. // Ellen Mützel

Der Reiterverein möchte zu seinem 100-jährigen Bestehen 2026 ein Turnier vor einem sanierten Turniergebäude veranstalten. Auch der Segelfliegerclub freut sich über einen attraktiven Flugplatz. 

Hintergründe zur Sanierung

Das Turniergebäude befindet sich derzeit in Sanierung.
Das Turniergebäude befindet sich derzeit in Sanierung. // Ellen Mützel

Zur Sanierung sagt Projektleiter Jochen Seufert, dass das undichte Dach zu Schäden am Holz führte. Dazu kam der marode Beton auf dem Boden der Tribüne. Daher wurde im ersten Schritt eine Konstruktion gebaut, die das Gebäude abstützt. Die tragenden Holzstützen können abgesägt werden, um darunter den Beton zu erneuern. „Im Laufe des Sommers und Spätsommers wollen wir die komplette Holzkonstruktion sanieren“, so Seufert.

Anna-Maria Boll und OB Dirk Vogel betrachten das Gebäude.
Anna-Maria Boll und OB Dirk Vogel betrachten das Gebäude. // Ellen Mützel

Mehr als die reine Sanierung hat die Stadt bisher nicht auf der Agenda. OB Vogel betont: „Wir haben noch keine Vorkehrungen getroffen für technische Spezifikationen, um beispielsweise Lautsprecherboxen aufzuhängen oder ähnliches. Das hängt auch davon ab, wie viele Spenden wir bekommen.“

Infos zum Spenden gibt es hier. 

 

Mehr zum Turniergebäude:

Inhalt teilen
  • kopiert!