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Singen in der Gemeinschaft
Unterm Blätterdach: Die LachfALTen geben den Ton an
Das Blätterdach der alten Linde spendet Schatten, hier lässt es sich gut singen. // Anna Guhling
Bad Kissingen – Im Innenhof der Unteren Saline treffen sich Senioren zum gemeinsamen Singen. Die Vereinigung LachfALTen organisiert das Lindensingen. Was macht dieses Miteinander aus?

An einem sonnigen Freitagnachmittag haben sich unter einer großen Linde im Innenhof der Unteren Saline über 70 Sängerinnen und Sänger versammelt. Sie sind gekommen, um alte Volks- und Schlagerlieder anzustimmen, die sie alle seit Jahrzehnten kennen. Das Blätterdach der alten Linde bietet Schatten und sorgt für ein abgeschottetes, vertrautes Ambiente.

Inmitten der Senioren sitzt Akkordeonspieler Marcus Schneider. Er spielt die Liednummern, die ihm zugerufen werden. Mit dem Kreuzberglied geht es los: „Grüß mir die Heimat, Grüß mir mein Rhönerland …“ Auch das Frankenlied darf an diesem Nachmittag nicht fehlen, populäre Schlager sind ebenfalls beliebt. In der Pause gibt es Thüringer Bratwürste, die bei netten Gesprächen verzehrt werden können.

Lindensingen in Bad Kissingen

Rund 70 Seniorinnen und Senioren hatten viel Spaß beim Lindensingen der Vereinigung LachfALTen in Bad Kissingen.

Das besondere Miteinander

Der Name LachfALTen ist Programm: Für schallendes Gelächter sorgen immer wieder Witze, die der Akkordeonspieler pointiert zwischen den Liedern zum Besten gibt. „Die Zeit hier ist einfach Fröhlichkeit, egal welche Probleme die Menschen vielleicht zu Hause haben. Gemeinschaft wird hier großgeschrieben“, beschreibt Anja Schneider, die Gründerin der Vereinigung, das Miteinander. Sie und ihr Team organisieren über das ganze Jahr hinweg Angebote für Pensionierte: Die Ehrenamtlichen ermöglichen so diese ganz besondere Gemeinschaft, etwa in Form von Strick- und Bastelnachmittagen, Seniorentänzen, dem Donnerstagsschnack und einem Repaircafé.

Anja Schneider (1. v. r.) und das Organisationsteam für das "Lindensingen". // Anna Guhling

Die Anfänge des Lindensingens

Das Lindensingen fand das erste Mal während der Corona-Pandemie statt, um dieser einsamen Zeit entgegenzuwirken. „Da haben wir hier im Freien die Stühle mit Abstand aufgestellt“, erinnert sich Schneider.

Vorher war das Areal der Unteren Saline, das die Immobilien Freistaat Bayern dem Verein stellt, unbenutzt. Dementsprechend musste der Platz zunächst einmal begehbar gemacht werden. 2021 wurden Schneider und ihr Team für ihre kreative Idee mit dem Bayerischen-Demografie-Preis ausgezeichnet. Seither findet das Lindensingen jeden Sommer statt. „Das Wetter muss natürlich mitspielen. Es kam bisher nur ein einziges Mal vor, dass das Singen ausfallen musste“, erzählt Schneider.

Das erste Mal dabei

Ingeborg Schoch und ihr Mann sind zum ersten Mal da. Sie haben den Veranstaltungshinweis in der Zeitung entdeckt: „Da dachten wir uns, da könnte man mal hin. Wir singen gerne, da ist das ideal.“

Vor Ort werden die beiden bei der Parkplatzsuche von der hohen Besucherzahl überrascht. Schoch bereut es keinesfalls, hergekommen zu sein: „Die Lieder kennt man alle, es ist einfach schön, gemeinsam zu singen. Bestimmt komme ich wieder.“

Ingeborg Schoch und ihr Mann sind das erste Mal beim Lindensingen. // Anna Guhling

Informationen für Interessierte

Die Teilnahme am Lindensingen ist kostenlos, Liederbücher und Campingstühle stehen bereit. Aktuell trifft man sich alle zwei Wochen freitags von 15 bis 17 Uhr. Der 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) ist in diesem Jahr der letzte Termin.

Bereits am Dienstag, 2. September, findet von 14 bis 18 Uhr der Seniorentanz im Kurgarten Café in Bad Kissingen statt – dieses Mal im Oktoberfest-Stil. 

Weitere Informationen zum Lindensingen und anderen Veranstaltungen gibt es unter lachfalten-ug.de.

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