Die 13 scheint eine Glückszahl für die alpenländische Volks-Pop-Band „voXXClub“ zu sein. Im 13. Jahr ihres Bestehens ist sie mit ihrer Mischung aus alpenländischer Volksmusik und modernen Pop-Klängen auf der Erfolgsleiter beständig nach oben geklettert und mittlerweile fester Bestandteil im riesigen Showgeschäft der volkstümlichen Schlager- und Partymusik.
Auch in Bad Kissingen füllte das Quintett den Max-Littmann-Saal mit ihrer „Burning Lederhos’n Tour“ und begeisterte das Publikum nicht nur mit ihrer choreografischen Bühnenpräsenz und den „smarten Homestorys“, sondern auch mit ihrem musikalischen Können.
Passende Choreografien
„Zünftig wird’s beim Kissinger Winterzauber“ – das versprach schon das Bühnenbild mit einer brennenden Lederhose auf der Medienwand, um die sich ein Laufsteg schmiegte, der die Bühne im Regentenbau um eine Ebene erweiterte. Und damit ergab sich viel Spielraum für „Flori, Stefan, Korbinian, Christian und Michi“. Der war auch notwendig, denn die fünf Jungs präsentierten sich fit wie ein Turnschuh bei den – jeweils zu den fast 30 Liedern abgestimmten – Choreografien. Wobei sie von wunderschönen Bergen digital umrahmt oder von kunterbunten Lichtkegeln bis zum epischen Schlussbild passend in Szene gesetzt wurden.
Dazu passte das moderne Outfit der zeitgemäßen Gaudiburschen mit Lederhose, buntem Schnupftuch in der Hosentasche, derben Schuhen, T-Shirts, Glitzerhemd, Caps und Mützen oder stylische Westen. Hinzu kam ihre gute Laune und Lebensfreude, die sie gefühlt mit allen im Saal teilen möchten.
Diese Nähe zum Publikum bestand während des gesamten Auftritts – mal sind es Winkehändchen für die Galerie, mal ist es ein Zeigefinger, der meist eine Besucherin fixierte, mal sind es Botschaften auf Instagram mit dem Dank für die Hilfe in schweren Stunden. Dazu kommen gefühlvolle Geschichten rund um die Familie, die Liebe zu den Bergen oder die Geborgenheit, die einem die Heimat gibt.
Kein Zweifel, der lederbehosten Boygroup wurde in den vergangenen Jahren ein Image als nette, aber auch tiefgründige Gaudiburschen verpasst. Musikalisch decken sie die Bandbreite vom Alpenjodler über Coverhits wie „Fürstenfeld“ oder volkstümliche Schlager bis hin zum Wiesn-Hit des Oktoberfestes ab. Dabei zeigten die Jungs im gestandenen Alter von 40 Jahren mit Acappella-Stücken, sanften Balladen, Beatbox-Einlagen und rockigen Nummern, dass sie gesanglich und instrumental etwas auf dem Kasten haben und damit nicht nur einen Max-Littmann-Saal füllen und begeistern können, sondern auch eine Arena mit 30.000 Menschen.
Klischee erfüllt
Sie haben es also drauf. Und das zeigte sich bereits in den ersten Minuten des mehr als zweistündigen Konzerts. Nach einer Minute waren alle Klischees einer Volks-Pop-Band mit der Garantie für Party-Stimmung erfüllt, ab der dritten Minute ging der Saal in den Klatschrhythmus über. Nach fünf Minuten bildeten sich die ersten Schweißperlen bei den Akteuren und ab der siebten Minute standen die Gäste in den Stuhlreihen – hüpfend, klatschend und jubelnd zu Stücken wie „Höchste Zeit zum Tanzen“ oder „Goass is weg“. Doch die Band und ihre Inszenierung bedient nicht nur die Wünsche nach treibendem Rhythmus wie bei „Bella Napoli“ als Oktoberfest-Hit 2025 oder bei den Stücken „Ziwui Ziwui“ oder „Rock Mi“, sondern sie kann auch die leisen, melancholischen Töne wie bei „Herz sticht“ oder „Ewige Liebe“ oder dem sehnsuchtsvollen Stück „Hoamat“, das das Quintett mit Gitarre, Akkordeon und Cajón selbst begleitete. Dazwischen gab es eine Ballade wie „So easy“ oder ein Volksmusik-Medley zwischen Rap und Alpenjodler.
Dann dürfen die verschwitzten Gäste mit auf eine Weltreise, bei der die Band ihre internationalen Stationen musikalisch und durch Fotos mit „Wir in Brasilien“ oder „Wir auf dem Kreuzfahrtschiff“ präsentiert. Und gleich darauf gibt es wieder Stub’n Musi wie mit „Wir leben heut“. Schließlich begeisterten sie auch mit dem inhaltslosen, aber spaßbewährten Kuh-Lied „Anneliese“ und mal mit einem Elvis-Presley-Medley – inklusive „Can’t help falling in love“ oder „Suspicious minds“.
Es ist bunter Stil-Mix aus alpenländischer Musik und Choreographie, aus Gaudi und Brauchtum, den „VoXXClub“ auf die Regentenbau-Bühne bringt. Die Gäste, von jung bis älter, waren restlos begeistert.
Enorme körperliche Fitness
Dabei muss man sagen, dass das Quintett musikalisch wirklich etwas drauf hat. Bewundernswert war ihre körperliche Fitness, mit der sie die Kombination aus Singen, Choreografie oder angedeutetem Schuhplatteln bewältigten – von der Anstrengung war nichts zu spüren.
Zu dem Bild der energiegeladenen Gaudiburschen, die aber auch eine gefühlvolle Seite als Familienvater oder Bergvagabund haben, passte dann auch die Zugabe mit „Bohemian Rhapsody“ (Queen), das mit einem Arm-in-Arm-Schlussbild auf der Galerie endete und mit überschäumendem Beifall quittiert wurde.


















