0
Jugendmusikkorps zum Auftakt
Der Kissinger Winterzauber ist eröffnet
Jugendmusikkorps Bad Kissingen
Die Mitglieder des Jugendmusikkorps Bad Kissingen tragen traditionell Uniformen eines großherzoglich-würzburgischen Regiments von 1812. // Klaus Werner
Bad Kissingen – Es ist Tradition, dass das Jugendmusikkorps der Stadt das Musikfestival einläutet. Die rund 70 jungen Leute stimmten das Publikum auf Weihnachten ein.

„Ein feinfühliges Stück, dem man nicht nur mit den Ohren, sondern mit dem Herzen zuhören sollte“ – was für Thomas Asangers Stück „Nora“  gilt, galt für das gesamte Konzert des Jugendmusikkorps der Stadt, das den Kissinger Winterzauber eröffnete. Die rund 500 Gäste im Max-Littmann-Saal des Regentenbaus spendeten den rund 70 Musikerinnen und Musikern großen Applaus, die viele verschiedene Stilrichtungen zu einem harmonischen Konzerterlebnis machten.

Mit großer Spielfreude

Auf der Beliebtheitsskala der Bad Kissinger Einrichtungen steht das Jugendmusikkorps ganz oben. Und wenn man die Spielfreude der Jungen und Mädchen in den blau-weiß-roten Uniformen erlebt, so wie ihr Können und ihre Disziplin, dann ist es zu Recht der musikalische Botschafter der Stadt.

Dies stellt das Jugendmusikkorps immer wieder unter Beweis, traditionell eben auch zur Eröffnung des Musikfestivals Kissinger Winterzauber. Der Leiter des Orchesters,   Matthias Zull, begrüßte die Gäste. Aber das war es dann auch schon vom Dirigentenpult, denn die weiteren Moderationen lagen in den Händen des Nachwuchses, der die Gäste zum Stück, zum Medley und zum Interpreten jeweils sachkundig informierte.

Abwechslungsreiche zwei Stunden

Abwechslungsreich war das Programm aufgebaut, und über die zwei Stunden hinweg erklangen moderne Melodien ebenso wie klassische Stücke oder Lieder mit weihnachtlichem Bezug. Für die Liebhaber moderner Konzertliteratur erklangen unter anderem ein Medley mit den größten Hits von Frank Sinatra, das mit „New York, New York“, „My way“ oder „Strangers in the night“ begeisterte, oder die orientalisch mystischen Melodien aus dem Musical „Aladdin“ sowie die emotionalen Botschaften des Soundtracks „The greatest showman“.

Jugendmusikkorps Bad Kissingen
Das Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen hat den Winterzauber 2025/2026 eingeläutet. // Klaus Werner

Reise in südliche Gefilde

Eine opulente Reise in südliche Gefilde erlebten die Gäste bei der Jacob De Haans Werk „Pacific dreams“, das mit schwungvollen Melodien ebenso begeisterte wie das weihnachtlich inspirierte Stück „Christmas time“ von Bryan Adams. Dieses wurde sowohl orchestral wie stimmlich präsentiert. Das Potpourri „A christmas festival“ enthielt schließlich kurze Sequenzen aus „Joy of the world“, „Jingle bells“ oder „Hark! The herald angels sing“.

Den Uniformen eines großherzoglich-würzburgischen Regiments von 1812 geschuldet waren der kraftvolle „Coburger Marsch“ und der zackige „Deutschmeister Regimentsmarsch“, der traditionell mit aufgesetztem Grenadiershut gespielt wird.  Beide Märsche wurden perfekt präsentiert, sei es an den Blasinstrumenten, den Pauken, den Trommeln oder das Glockenspiel.

Vertontes Gedicht von Bonhoeffer

Klassisch wurde es unter anderem mit „Amen“ von Pavel Stanĕk, das mit wenigen Tönen eine besonders gefühlvolle Stimmung erzeugte, sowie bei Georg Friedrich Händels Werk „Tochter Zion“, einem festen Bestandteil der Adventszeit, das mit majestätischer Klangfülle die Barockzeit mit biblischen Elementen verbindet. Auch „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ ist ein Klassiker zur Weihnachtszeit.
 Als „ein Text mit historischer Tiefe, von persönlicher Nähe und doch von Zuversicht geprägt“ wurde ein vertontes Gedicht des Theologen Dietrich Bonhoeffers angekündigt, der am 9. April 1945 in Gestapo-Haft hingerichtet wurde.

Zum Abschied von den begeisterten Gästen erklang mit „Feliz Navidad“ von José Feliciano eines der bekanntesten modernen Weihnachtslieder. Und zum Schluss sangen alle gemeinsam   „O du fröhliche“, eines der bekanntesten deutschsprachigen Weihnachtslieder, das Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden ist.

In den Abschied eingebunden war der Dank der Orchesterleitung an das treue Publikum, ein Rückblick auf die Reisen nach Teplice, nach Berlin und Travemünde sowie der Dank an die Stadt Bad Kissingen als Träger des Orchesters und an einige junge Musikerinnen und Musikern, die aus Alters- oder anderen Gründen das Jugendmusikorchester verlassen werden. 

Inhalt teilen
  • kopiert!