Als „Vater der Franken Classic“ bezeichnete diese Redaktion Karlheinz Schott im Mai 2017. Schon damals war sein Baby, um im Bild zu bleiben, fast volljährig. Jetzt geht es steil auf die 30 zu: Vom 6. bis 8. Juni findet die beliebte Oldtimer-Rallye mit Start und Ziel in Bad Kissingen zum 25. Mal statt. Es gibt nicht viele Veranstaltungen, die sich über einen so langen Zeitraum in der Region halten.
Für Karlheinz Schott ist die „Franken Classic“ ein emotionales Thema: „Die Rallye ist ein Stück gelebte Geschichte auf vier Rädern“, sagt der 72-Jährige. „Was sie für mich besonders macht, ist nicht nur der Anblick der herrlichen Fahrzeuge, so eindrucksvoll er auch ist. Es sind die Menschen, die dahinterstehen: mit ihren Geschichten, ihrer Begeisterung, ihrer Offenheit.“
Wie ein Klassentreffen
In 25 Jahren habe sich eine echte Gemeinschaft gebildet. Und tatsächlich hat es etwas von einem Klassentreffen, wenn die Oldtimer-Fans sich Jahr für Jahr um Pfingsten herum in Bad Kissingen versammeln. Auch wenn eine Rallye grundsätzlich ja meist ein Wettkampf ist, geht es hier nicht wirklich um Bestzeiten und um Siegertreppchen.
Die Idee zur Oldtimer-Rallye durchs Frankenland war nie von sportlichem Ehrgeiz geprägt. „Es gab früher mal eine große Rallye in Franken, damals aber noch mit schnellen Autos. Das wollten wir im Jahr 2000 wieder aufleben lassen und mit Oldtimern war es deutlich weniger kompliziert zu organisieren“, erinnert sich Schott an erste Gedankenspiele. Geplant sei ein einmaliges Event gewesen. „Es ist aber so gut gelaufen, dass wir es fortgeführt haben.“
Mehrfach „Rallye Monte Carlo“ gefahren
Dabei war Bad Kissingen als Start- und Zielort gar nicht erste Wahl, so Schott. „Eigentlich wollten wir nach Würzburg. Dort wurden wir aber nicht so positiv empfangen und es wäre vom Ablauf her auch deutlich komplizierter geworden. Wir haben das damals gemeinsam mit der Firma Sachs geplant, deren Geschäftsführer war mit dem damaligen Kurdirektor von Bad Kissingen gut bekannt. So sind wir nach Bad Kissingen gekommen.“
Die Kurstadt ist für Karlheinz Schott eine zweite Heimat geworden. „Ich bin sehr gerne hier“, sagt der Karlstadter (Lkr. Main-Spessart), der mittlerweile auch eine Wohnung in Bad Kissingen hat. Unterstützung und Zuspruch, ob seitens der Stadt, von Hotels, vor allem aber von den Zuschauerinnen und Zuschauern, seien über die Jahre stets enorm gewesen.
Zu seiner aktiven Zeit bis in die 1980er-Jahre ist Schott zahlreiche Bergrennen und große Rallyes gefahren, unter anderem die deutschen Rallye-Meisterschaften oder mehrfach auch die „Rallye Monte Carlo“. Auch mit 72 Jahren ist er seiner großen Leidenschaft treu geblieben. „Mein Sport ist der Motorsport“, sagt Schott, der es inzwischen aber etwas gemächlicher angeht und selbst sehr gerne mit Oldtimern unterwegs ist. „Ich mag das, auch weil jeder Oldtimer anders ist. Heute ist ja jedes Auto gleich“, so Schott.
In Franken braucht Schott kein Navi mehr
Auf Frankens Straßen kennt er sich bestens aus. Vor jeder Rallye fährt Schott die Strecke mehrfach persönlich ab. Ein Navi brauche er in der Region nur noch, um zu wissen, wann er ankommt, erzählt er lachend. Wobei: „Auch nach 25 Jahren finden sich immer wieder neue Wege und Strecken, die wir bisher nicht gefahren sind.“
Ans Aufhören denkt Schott derzeit nicht: „Der Aufwand ist zwar nach wie vor groß, ich kann das Ganze aber immer besser genießen. Vieles wird Routine und meine beiden Töchter unterstützen mich enorm, wie das gesamte Team. Es ist fast ein Fulltime-Job, macht mir aber großen Spaß.“ Neben der „Franken Classic“ organisiert Karlheinz Schott zwei weitere, große Veranstaltungen. Und sagt: „Da würde ich zuerst mit den beiden aufhören.“ Die Oldtimer-Rallye ist und bleibt eben doch sein Baby.














