Mit dem Einholen der „Saline“ und der „Kissingen“ aus der Saale endet für die Dampferle in Bad Kissingen eine herausfordernde Saison. Der Kranführer hievte die jeweils zehn Meter langen und zehn Tonnen schweren Schiffe sanft auf festen Boden. Die restliche Strecke in ihr Winterquartier legen sie auf Schienen zurück – gezogen von einem Traktor. Im ehemaligen „Café Neptun“ werden sie für die kommende Saison vorbereitet.
Dampferle werden aus der Saale gehoben
Der traditionsreiche Familienbetrieb, der seit Jahrzehnten Besucherinnen und Besucher auf dem Wasser durch den Kurort führt, blickt auf ein Jahr mit erheblichen Einbußen zurück. „Wir hatten einen Umsatzrückgang von rund 25 Prozent“, berichtet Gudrun Fischer, die im Betrieb für Buchhaltung und Personal zuständig ist.
Der Grund: der Rückbau des Gradierwerks, das normalerweise ein beliebtes Ziel der Dampferle-Fahrten darstellt. Ohne dieses Highlight fehlte vielen Gästen der Anreiz für eine Bootstour – mit spürbaren Folgen für die Einnahmen.
Fehlender Umsatz
Besonders enttäuschend verlief auch das Rakoczy-Fest, das sonst ein Umsatzgarant ist. „Dieses Jahr lagen wir bei nur zehn Prozent des üblichen Umsatzes“, so Fischer. Die Absperrungen begannen bereits am Rosengarten, wodurch potenzielle Fahrgäste Eintritt für das Fest hätten zahlen müssen, nur um zur Dampferle zu gelangen. Viele verzichteten daher auf die Fahrt.
Trotz der finanziellen Schwierigkeiten gab es auch positive Aspekte: Die Saison verlief unfallfrei und personell ist der Betrieb gut aufgestellt. „Alle Mitarbeitenden werden auch nächstes Jahr wieder mit dabei sein“, versichert Fischer.
Die Stadt Bad Kissingen hat dem Betrieb Unterstützung zugesagt, um die Verluste abzufedern, wie Fischer weiter berichtet. Diese Hilfe wird wohl auch im kommenden Jahr nötig sein, denn die Prognose für 2026 bleibt verhalten. Zwar soll das Gradierwerk laut Stadt wiederhergestellt werden, doch ein konkreter Fertigstellungstermin steht noch aus.
Höhere Preise in der nächsten Saison
Für die kommende Saison, die zu Ostern starten soll, ist eine Preiserhöhung geplant – wie hoch diese ausfallen wird, steht noch nicht fest.
In der Winterpause werden die Boote wie gewohnt überholt, die 75 und 43 PS starken Motoren werden gewartet. Immerhin haben sie in diesem Jahr über 1500 Arbeitsstunden geleistet. Auch neu gestrichen werden die Schiffe, schließlich ist die „Kissingen“ seit 1924 unterwegs. Die „Saline“ immerhin auch schon seit etwa 50 Jahren.













