Der Stadtrat hat mit seiner Entscheidung zur Ost-West-Fahrradachse eine Chance vergeben. Dass die Hauptstrecke für Fahrradfahrer erst über den Marbachradweg und dann die Schützenstraße in Richtung Innenstadt führen soll, ist vertretbar. Die Schönbornstraße mit dem Rad zu befahren, ist bei 10.000 Fahrzeugen täglich kein schönes Vergnügen, gerade bergauf. Daran würden auch zwei Schutzstreifen für Radler nichts ändern.
Der Weg am Marbach entlang bedeutet keinen Umweg, er ist ruhiger, es fallen weniger Parkplätze weg und bestehende Gefahrenstellen für Radfahrer lassen sich laut Bauamt mit vergleichsweise kleinem Aufwand beseitigen. Hier sollte eigentlich ein deutlich entspannteres Fahren möglich sein, gerade auch für Senioren oder Familien mit Kindern. Das ist eine pragmatische Lösung.
Komplett anders verhält es sich bei der Maxstraße. Die ist als Hauptachse vor allem deshalb wichtig, weil sie Gymnasium, Real- und Mittelschule anbindet sowie den bestehenden und den geplanten Kliegl-Kindergarten. Sie ist der kürzeste Anschluss in Richtung Sinnberg-Grundschule, zur Musikschule, zur Polizei, zum Kino und ins Gewerbegebiet in der Kaserne.
Die Verkehrsbelastung ist halb so hoch wie in der Schönbornstraße, die Zahl der wegfallenden Parkplätze ebenso. Hier hätte das Gremium zugunsten der schwächsten Verkehrsteilnehmer – der Kinder – Mut beweisen und den Autoverkehr einschränken sollen.
Das Argument, dass die Schulen auch über Umwege sicher zu erreichen sind, ist ein Scheinargument. Es lenkt davon ab, dass hier schlicht der Mut gefehlt hat, wirklich etwas für die Radfahrer zu verbessern.
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