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Gewinne und Verluste
Finanzielle Auswirkungen der Pandemie für Bad Kissingen
Die Schließung der KissSalis während der Corona-Pandemie hat finanzielle Auswirkungen auf die Bilanz der Stadtwerke.
Die Schließung der KissSalis während der Corona-Pandemie hat finanzielle Auswirkungen auf die Bilanz der Stadtwerke. // Natascha Kiesel
Bad Kissingen – Die Zahlen aus dem Pandemiejahr 2021 liegen jetzt auf dem Tisch. Die Schließung der KissSalis-Therme und der ausgefallene Kissinger Sommer sorgen für Defizite. Wie sieht es bei den Mieten aus?

Nach der Gemeindeordnung ist die Stadt Bad Kissingen verpflichtet, die Öffentlichkeit über Geschäftsverlauf und Jahresergebnisse an privatrechtlich geführten Unternehmen zu informieren, an denen die Stadt mit jeweils mindestens fünf Prozent beteiligt ist. Nach endgültigem Abschluss der Wirtschafts- und Bilanzprüfungen wurden nun dem städtischen Finanz- und Verwaltungsausschuss die Jahresberichte 2021 von sieben Gesellschaften zur Vorberatung präsentiert.

Dies sind folgende Gesellschaften:

  • Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Bad Kissingen GmbH (GEWO, städtischer Anteil 75 Prozent)
  • Stadtwerke Bad Kissingen GmbH (100 Prozent)
  • Grundstücks- und Entwicklungsgesellschaft Bad Kissingen mbH in Liquidation (GEG, 60 Prozent)
  • Bayerisches Staatsbad Bad Kissingen GmbH (53 Prozent),
  • Rhön-Saale Gründer- und Informationszentrum GmbH & Co KG (RSG, 28,75 Prozent)
  • RSG Verwaltungs GmbH (43,97 Prozent)
  • Bäderland Bayerische Rhön GmbH & Co KG (32,50 Prozent)

Der Ausschuss empfahl abschließend dem Stadtrat, in einer nächsten Sitzung diesen Beteiligungsbericht zu billigen, wie üblich bekannt zu machen und der Öffentlichkeit zur Einsicht zur Verfügung zu stellen.

Mieten wurden neu festgesetzt

In seinem Vortrag erinnerte Rathaus-Geschäftsleiter Gerhard Schneider an die Auswirkungen der im Geschäftsjahr 2021 wegen der Corona-Pandemie geltenden Hygiene-Vorschriften, Versammlungsverbote und Lockdown, die je nach Ausrichtung des Geschäftszwecks das Betriebsergebnis bei manchen Unternehmen erheblich beeinträchtigt, in anderen Fällen kaum oder gar nicht beeinflusst haben.

So verzeichnete die GEWO, deren vorrangige Aufgabe die „sichere und sozialverantwortbare Wohnungsversorgung der Bevölkerung im gemeinnützigen Sinne“ ist, einen Bilanzgewinn von über 215.000 Euro, maßgeblich beeinflusst durch den Überschuss in der Hausbewirtschaftung. Dies begründete Schneider mit Neufestsetzungen der Mieten bei Wohnungswechseln sowie höheren Erlösen aus der Abrechnung von Betriebskosten des Vorjahres 2020.

Schließung der KissSalis macht sich bemerkbar

Gravierende Auswirkungen hatten die Corona-Vorschriften dagegen auf das Jahresergebnis 2021 der Stadtwerke, das mit einem Minus von knapp 2,65 Millionen Euro abschloss. „Mehr als signifikant“ waren hier vor allem die fünfmonatige Schließung der KissSalis-Therme bis einschließlich Mai.

Aber auch auf den Parkhausbetrieb und den ÖPNV wirkte sich die Pandemie aus. Die im Vorjahr gezahlten Corona-Hilfen und Versicherungsleistungen entfielen im Geschäftsjahr 2021 komplett. Auch das Neun-Euro-Ticket im ÖPNV sowie die verringerte Parkhaus-Nutzung schlugen im Jahresergebnis zu Buche.

Staatsbad: Jahresergebnis bei Null

Ebenfalls erheblich hatte die Bayerische Staatsbad GmbH unter den Corona-Maßnahmen zu leiden. Erst im Mai endete der zweite, sechsmonatige Lockdown in Deutschland, weitere Maßnahmen galten in Bayern noch bis zum 6. Juni und wurden ab 11. November erneut in Kraft gesetzt.  Doch im Gegensatz zu anderen Unternehmen sind hier die beiden Gesellschafter Stadt und Freistaat verpflichtet, Verluste anteilig auszugleichen, so dass das Jahresergebnis bei Null liegt.

Mit Unterstützung des Impfzentrums, Durchführung des andersartig organisierten Kissinger Kultur-Sommers als Ersatz für den Kissinger Sommer sowie durch andere Aktivitäten und Kosteneinsparungen konnte der Jahresverlust, vor allem verursacht durch den Wegfall von Kurtax-Einnahmen, zumindest gemindert werden. Dennoch lag das Defizit vor Verlustausgleich durch die Gesellschafter bei 3,4 Millionen Euro.

Es gab auch positive Ergebnisse

Im Rhön-Saale Gründerzentrum, das seine Einkünfte überwiegend aus Vermietung, Beratung und Schulung sowie speziellen Fördermitteln bezieht, verlief das Geschäftsjahr „aufgrund der gut etablierten Umstellung auf digitale Angebote“ weitestgehend von der Pandemie unbehelligt. So blieb die Zahl der Beratungsangebote im Vergleich zum Vorjahr gleich und die Mietauslastung konnte sogar gesteigert werden. Das Jahresergebnis schloss mit einem Plus von knapp 87.000 Euro.

Auch die Bäderland Bayerische Rhön GmbH, blieb in ihrer Arbeit von den Pandemie-Auswirkungen verschont. Aufgabe der GmbH ist es, regionale Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen sowie weitere Dienstleistungsunternehmen aus dem Gesundheitsbereich in einem Netzwerk zusammenzufassen sowie Qualitätssicherungs- und Marketingmaßnahmen zur bundesweiten Bewerbung der Gesundheitsregion durchzuführen. Nach „planmäßig und erfolgreich verlaufenem Geschäftsjahr“ konnte die GmbH mit einem positiven Ergebnis von 6700 Euro abschließen.

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