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Nach dem Berliner Attentat
CSD-Nürnberg: "Es braucht Orte der Solidarität"
Berlin Pride - Christopher Street Day
Mit dem CSD wird traditionell die queere Community gefeiert. // Fabian Sommer/dpa
Nürnberg/Forchheim/Kulmbach – CSDs in Nürnberg und Kulmbach werden stattfinden. Eva Drechsler: "Nicht zulassen, dass Gewalt entscheidet, ob Menschen für ihre Grundrechte eintreten dürfen." Forchheimer Politiker positioniert sich.

Das Attentat auf den Berliner CSD schockiert nicht nur die queere Gemeinschaft in Deutschland. Auch viele Heteros besuchen gerne CSDs um zu feiern und um die Demonstranten zu unterstützen. Gerade in den nächsten Wochen finden in einigen fränkischen Orten CSD-Demonstrationen statt. So auch in Nürnberg. Angst lässt sich keiner der Organisatoren einjagen – weder in Nürnberg, noch in Kulmbach.

Eva Drechsler aus Kulmbach ist aus dem Organisationsteam zum ersten CSD in Kulmbach. Er wird am 29. August 2026 stattfinden, das Attentat hat daran nichts geändert, bekräftigt die 26-Jährige.

Eva Drechsler organisiert den ersten Christopher Street Day (CSD) in Kulmbach mit.
Eva Drechsler organisiert den ersten Christopher Street Day (CSD) in Kulmbach mit. // Foto: Nele Nitschky

„Als wir vom Attentat hörten, waren wir zutiefst erschüttert. Unsere Gedanken sind bei der Familie der Toten, den Angehörigen, den Verletzten und allen, die da miterleben mussten.“ Dass eine Veranstaltung für Vielfalt und Menschenrechte von Gewalt überschüttet werde, sei „unendlich traurig“.

Alles tun, "dass der CSD sicher stattfinden kann"

Ist die Herausforderung, jetzt in Kulmbach eine Christopher Street-Day-Demonstration zu organisieren, größer geworden? „Wir nehmen die Nachrichten sehr ernst. Aber wir dürfen nicht zulassen, dass Gewalt entscheidet, ob Menschen für ihre Grundrechte eintreten dürfen.“ Gemeinsam mit den Behörden werden sie und ihr Team alles tun, „dass der CSD sicher stattfinden kann“.

René Scheuermann ist der Co-Vorsitzende des „Fördervereins CSD Nürnberg e.V.“ Bereits seit 22. Juli 2026 feiern die Nürnberger die „Pride-Weeks“ mit verschiedenen Aktionen, am 8. August 2026 wird die CSD-Demonstration mit einem bunten Zug durch die Innenstadt stattfinden. Scheuermann: „Nach dem Berliner Attentat waren wir natürlich alle geschockt.“ Aber: „Wir sind überzeugt: Gerade jetzt braucht es Orte der Begegnung, der Solidarität und der Sichtbarkeit. Der CSD Nürnberg Pride wird auch in diesem Jahr ein friedliches und kraftvolles Zeichen für Vielfalt, Demokratie und Menschenwürde setzen“, so Scheuermann in einer Pressemitteilung.

Ob und wie das bereits bestehende Sicherheitskonzept nachgeschärft werden muss, „werden wir sehen“, sagt er. Schließlich habe er am Montag,  zwei Tage nach dem Attentat mit einer Toten und 29 bis zu schwerstverletzten Menschen, erst die Gelegenheit, sich mit den Ordnungsbehörden zusammenzusetzen. „Was wir noch anpassen können und müssen, wird sich hoffentlich in den nächsten Tagen klären.“

Genaue Route des CSD Nürnberg aus Sicherheitsgründen noch geheim

Die genaue Route des Demonstrationszuges wird derzeit noch nicht veröffentlicht. „Den Streckenplan veröffentlichen wir immer erst kurz vorher“, sagt er. Denn: „Wir erleben es immer wieder, dass sich Rechte dann positionieren – damit die sich nicht vorbereiten können, veröffentlichen wir den Weg des Zuges erst eine Woche vorher.“

Auch er kennt die Anfeindungen gegen die queere Community. „Schauen Sie doch einfach mal in die Kommentare in unseren Social Media-Accounts. Unter jedem Text, den wir einstellen, finden Sie Hasskommentare.“

Persönlich, sagt er, fühle er auch „Wut. Ich bin wütend, dass es soweit kommen konnte. Deshalb stehen wir auf und lassen uns unser Leben nicht verbieten, damit zeigen wir auch Solidarität mit den betroffenen Berlinern.“

Sebastian Körber, FDP-Politiker aus Forchheim.
Sebastian Körber, FDP-Politiker aus Forchheim. // Felix Kiesewetter

Sebastian Körber aus Forchheim war bis 2013 Bundestagsmitglied (FDP) und bis 2023 Landtagsabgeordneter. „Daneben war ich Queer-Sprecher bei vielen CSDs in Bamberg, Coburg oder München“, sagt er. Er empfinde es als „sehr beängstigend, weil wir in einem Land leben, in dem jeder nach seiner Fasson glücklich werden sollte. Niemand sollte Angst haben müssen, an einem CSD teilzuhaben“.

Kritik an Kanzler Friedrich Merz

„Der Politiker in mir sagt, wie wichtig es gerade jetzt ist, dass man queeres Leben fördert. Und dazu müsste Kanzler Friedrich Merz zeigen, dass die Einsparungen auf diesem Gebiet zurückzunehmen sind.“

 

 

 

 

 

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