Bad Kissingen wurde 2021 zusammen mit zehn weiteren europäischen Kurstädten wie Karlsbad, Vichy und Baden-Baden zum Unesco-Welterbe ernannt. „Es geht nun darum, die Welterbestätte für Bürgerinnen und Bürger sowie für Gäste erlebbar zu machen“, erklärte Kulturreferent Peter Weidisch in der jüngsten Stadtratssitzung.
Die Verwaltung hatte sich folgendes Konzept überlegt: Zum einen sind neun Basisstationen geplant. „Sie sollen willkommen heißen und Orientierung liefern“, sagte Welterbe-Managerin Anna Maria Boll. Dort soll es zum Beispiel eine Stadtkarte oder Sitzgelegenheiten geben. „Die Stationen sollen sich dort befinden, wo Menschen ankommen“, sagte Boll. Die voraussichtlichen Standorte sind Bahnhof, Parkplatz Tattersall, Theaterplatz, Schweizerhaussteg / Ludwigsbrücke, Parkplatz Eissee, Kisssalis Therme, Klaushof Parkplatz, Untere Saline Parkplatz und am Parkplatz / Radweg am Museum Obere Saline.
Interaktive Erlebnisstationen
Zum anderen sind interaktive Erlebnisstationen mit analogen und digitalen Elementen angedacht. Die Stadt nennt sie Quartierstationen. „Sie sollen begeistern und vermitteln“, erläuterte Boll. An acht Orten werden sie liegen: Obere Saline Innenhof, am Gradierbau / Untere Saline, Turniergebäude, Golfplatz, Vor der Lindesmühle / E-Werk am Radweg, Eingang Kaskadental und Wanderparkplatz, Runder Platz Luitpoldsteg und auf der Grünfläche oder am Brunnen vor der Herz Jesu Kirche. Sie werden jeweils der Umgebung und Landschaft ansprechend gestaltet sein. Dabei soll sowohl etwas für Kinder als auch für Erwachsene geboten werden.
Herzstück soll das sogenannte Welterbe Spa(ce) im Foyer des Arkadenbaus werden. Das Welterbe soll durch den historischen Raum sofort sichtbar sein. „Wir wollen nicht groß in die Bausubstanz eingreifen“, versicherte die Stadtmitarbeiterin. Möglich wäre zum Beispiel eine Ausstellung mit einer Virtual-Reality-Medienstation und Wissensvermittlung an einer der Wände.
Wettbewerb um die besten Ideen
„Wir sind nicht den Weg eines zentralen Besucherzentrums gegangen“, fasste Weidisch zusammen. Wie die Stationen aussehen sollen, ist noch unklar. Fest steht: Die Angebote sollen ein wieder erkennbares Design haben, zweisprachig und robust gegen Vandalismus sein. „Außerdem wollen wir Anforderungen an die einzelnen Stationen stellen“, sagte Weidisch. Die Stadt wird anschließend einen Ideenwettbewerb ausrufen – das Planungsbüro mit den überzeugendsten Designvorschlägen wird den Zuschlag erhalten. „Die Entscheidung über die Gestaltung kann auch der Stadtrat verhandeln“, teilte der Referent mit.
Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) zeigte sich überzeugt, dass die Bürger und Gäste die Stationen und das Welterbe-Space gut annehmen werden: „Einige Indikatoren deuten darauf hin, dass es eine hohe Zahl an Menschen gibt, die Bad Kissingen tagestouristisch entdecken.“ So erfreue sich die Kindertour, die bereits angeboten wird, großer Beliebtheit.
Große Fördersumme
Im nächsten Frühjahr soll die Umsetzung beginnen. 2028 soll sie abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten von rund 907.000 Euro werden zu 80 Prozent gefördert. Die Stadt muss folglich 181.000 Euro selbst aufbringen. Das Projekt müsse jedoch im Ganzen angegangen werden, stellte Weidisch auf Nachfrage einiger Stadträte klar. Installiert die Stadt erstmal nur einen Teil der Station, kann sie nicht mit Geldern rechnen.
„Wir beschließen das unter Haushaltsvorbehalt. Es ist eine freiwillige Ausgabe, die notfalls gestrichen werden kann“, sagte Vogel zu den Lokalpolitikern. Das Gremium stimmte schließlich für die Umsetzung des Projekts.












