Zum 1. Januar 2026 wird die Stadt Bad Kissingen alleinige Eigentümerin der Staatsbad GmbH. Noch ist sie zu nahezu gleichen Teilen Tochterunternehmen der Stadt sowie des Freistaats Bayern. Im Rathaus laufen die Planungen für Umstrukturierungen in der Stadtverwaltung sowie GmbH: Künftig wird das Unternehmen durch eine Doppelspitze geführt. Zudem sollen in den nächsten Jahren Strukturen gebündelt, also Abteilungen zusammengelegt werden.
Kurdirektorin Sylvie Thormann scheidet zum neuen Jahr aus ihrem Amt in Bad Kissingen aus und übernimmt in Bad Brückenau die Nachfolge von Andrea Schallenkammer. Ob es nach Thormann wieder eine klassische Kurdirektorin, beziehungsweise einen Kurdirektor geben wird, ist laut Bad Kissingens Oberbürgermeister Dirk Vogel offen. Denn: Künftig wird die Staatsbad GmbH zwei gleichberechtigte Geschäftsführer haben. Einen für den eher wirtschaftlichen, einen für den eher touristischen, repräsentativen Part und die Entwicklung des Kurstandorts.
Kämmerer wird neuer Geschäftsführer der Staatsbad GmbH
Für letzteren Posten wolle man noch im Jahr 2025 einen Beschluss fassen, erklärt Vogel. „Wie genau die Stelle aussehen wird, hängt auch vom Profil dessen ab, für den wir uns entscheiden“, sagt der OB.
Fest steht bereits, dass Daniel Bahn, Kämmerer der Stadt Bad Kissingen, in Zusatzfunktion zweiter Geschäftsführer der Staatsbad GmbH werden wird. „Damit sind wir zum 1. Januar handlungsfähig“, erklärt Vogel. Bahn wird die wirtschaftlichen Geschicke des Unternehmens leiten. „Die Aufgabenbereiche haben eigene Themen, für die man aus unserer Sicht ein spezifisches Berufsprofil haben muss“, erklärt Vogel die künftige Teilung.
Während die Staatsbad GmbH in der Spitze breiter wird, soll es auch Verschlankungen geben. „Mit dem neuen Konsortialvertrag erhoffen wir uns Synergien“, geht Vogel auf das Abkommen ein, das die Besitzverhältnisse zwischen Stadt und Freistaat Bayern hinsichtlich der Staatsbad GmbH regelt. Im April 2025 hatte der Freistaat angekündigt, seine Anteile an der GmbH zum 1. Januar 2026 an die Stadt Bad Kissingen weiterzureichen, gleichzeitig aber finanzielle Unterstützung für die nächsten 25 Jahre zugesichert.
Die Stadt hat nun mehr Handlungsspielraum und nutzt diesen. „Zum 1. Januar werden wir die Abteilungen für Veranstaltungen zusammenlegen“, so Vogel. Künftig sind demnach alle Beschäftigten, die sich in Bad Kissingen um Events wie den Kissinger Sommer kümmern, bei der Staatsbad GmbH beschäftigt. „Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ändert sich dabei nichts“, so Vogel. Man prüfe, für welche Abteilungen sich künftig ähnliche Schritte anbieten. „Der nächste Bereich wird der Grünpflege-Bereich sein“, kündigt Dirk Vogel an.
Bad Kissingen: OB Dirk Vogel schließt betriebsbedingte Entlassungen aus
„Es geht uns darum, in der Zukunft handlungsfähig zu bleiben. Wenn wir es gut machen und Fehler vermeiden, können wir Kosten sparen“, so der Oberbürgermeister. Dass die Zusammenlegungen auch nach sich ziehen, dass einzelne Stellen künftig überflüssig werden könnten, möchte Vogel zwar nicht kategorisch ausschließen. Sagt aber: „Es sind keine betriebsbedingten Entlassungen vorgesehen.“ Möglicherweise werde aber nicht jede frei werdende Stelle nachbesetzt. Eine fixe Planung gebe es dazu noch keine.
„In der öffentlichen Verwaltung gibt es oft ja die Tendenz, Dinge einfach weiterlaufen zu lassen, wie sie immer waren. Da mache ich uns selbst schon den Druck, bei steigenden Kosten alles zu hinterfragen. Ich denke, dass im neuen Konsortialvertrag viele Möglichkeiten für uns stecken. Wir können jetzt gegensteuern, damit wir nicht später wirklich Leute entlassen müssen.“















