Was soll mit den Gebäuden der Henneberg-Grundschule in Garitz geschehen, wenn der Neubau in der Seestraße fertiggestellt ist? Schon 2019 hatte der Stadtrat beschlossen, dass frühzeitig die Weichen für eine Nachnutzung des Areals in Garitz gestellt werden müssen. Am 26. November 2024 fand dazu ein Gespräch mit den Vereinen statt, die bislang das Schulgelände für ihre Aktivitäten genutzt haben.
Im Bauausschuss präsentierte Christine Schwind, Leiterin des städtischen Bauamts, die geplanten Lösungen. Neben der Schule nutzen auch örtliche Vereine die Gebäude: Der Gesangsverein probt in der ehemaligen Wohnung im alten Gemeindehaus, die BTC Garitzer Faschingsgesellschaft und der SV Garitz haben ihren Platz in der Sporthalle, die auch für Veranstaltungen des Gesangsvereins genutzt wird. Der BTC nutzt zudem einen Besprechungsraum im Zwischenbau, und die Feuerwehr-Jugendkapelle probt im ehemaligen Häfnergebäude. Auf dem Gelände gibt es außerdem Lagermöglichkeiten für die Vereine.
Kein Verein will die alte Turnhalle
Folgendes wurde mit den Vereinen besprochen: Die Schulnutzung, einschließlich der offenen Ganztagsbetreuung, wird an den neuen Schulstandort verlegt. Ebenso werden alle Sportnutzungen, der BTC sowie alle größeren Veranstaltungen zur neuen Schule in die geplante Dreifachturnhalle verlagert.
Die Sporthalle in Garitz wird von keinem Verein übernommen, was ebenfalls abgefragt wurde, erklärte Schwind. Die Jugendkapelle wird im Häfnergebäude verbleiben, da dort kürzlich investiert wurde.
Pausenhof wird zum Dorfplatz
Das alte Schulhaus, das alte Lehrerhaus, die Remise sowie der Zwischenbau mit dem Laubengang stehen unter Denkmalschutz und sollen erhalten bleiben. In diesen Gebäuden könnte die VHS untergebracht werden und es könnte ein Bürgerhaus mit den Vereinen entwickelt werden.
Der alte Schulgarten könnte in ein Urban Gardening-Projekt umgewandelt werden.
Der ehemalige Pausenhof ist als künftige Dorfmitte vorgesehen, wobei die fußläufige Verbindung zwischen der Baptist-Hoffmann-Straße und der Jahnstraße erhalten bleibt. Im Rahmen der Neugestaltung soll ein großzügiger Grünbereich entstehen, bei dem bestehende Bäume, soweit möglich, bewahrt werden. Diese Planung wurde den Vereinen vorgestellt, die dem Konzept einstimmig zugestimmt haben, wie Schwind erklärte.
Bauplätze für Familien
Alle anderen Gebäude sollen abgerissen werden, darunter der Zwischenbau, die Turnhalle und das ehemalige Gemeindehaus. Eine Untersuchung habe gezeigt, dass eine Sanierung dieser Gebäude wirtschaftlich nicht sinnvoll sei, um sie einer neuen Nutzung zuzuführen.
Durch den Abriss entstünde etwa 3.300 Quadratmeter Bauland, das an junge, bauwillige Familien verkauft werden könnte. Der Erlös aus dem Verkauf könnte den Abriss sowie einen Teil der Gestaltung der Dorfmitte finanzieren.
Zustimmung vom Ausschuss
Dritter Bürgermeister Thomas Leiner (CSU), der sie Sitzung des Bauausschusses leitete, bestätigte diese Vorgehensweise und erklärte, dass für alle Vereine Lösungen gefunden wurden. Der Schulhof als neue Dorfmitte für kleinere Feste sei positiv aufgenommen worden.
Auf die Frage von Stadtrat Alexander Koller (DBK) nach den Kosten des Abrisses sowie den notwendigen Investitionen für die Entwicklung der Anlage konnte Christine Schwind zum aktuellen Zeitpunkt keine detaillierten Angaben machen. Sie erklärte jedoch, dass ein Teil des Erlöses aus dem Grundstücksverkauf zur Finanzierung des Projekts beitragen werde, eine vollständige Refinanzierung jedoch nicht möglich sei. Zudem müsse die Stadt noch klären, ob für das Vorhaben Fördermittel zur Verfügung stehen. Dies sei neben der konkreten Planung der nächste Schritt.
Bernd Czelustek (SPD) bezeichnete das Konzept als „ideale Lösung“ für den Stadtteil Garitz, die sowohl den Vereinen als auch der Gemeinschaft zugutekomme. „Wenn wir die Stadtteile stärken wollen, wenn wir nicht nur Politik für die Innenstadt machen, sondern die Lebensqualität in den Stadtteilen erhalten wollen, dann ist es wichtig, dass Garitz solch ein Dorfzentrum bekommt.“
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