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Weihnachtsaktion
Spenden lindern akute Not im Landkreis
Vor Weihnachten erreichen Gabriele Morath besonders viele Anfragen von Menschen in Not.
Vor Weihnachten erreichen Gabriele Morath besonders viele Anfragen von Menschen in Not. // Angelika Despang
Bad Kissingen – Was tun, wenn der Heizöltank leer ist und das Geld dafür fehlt? Wie die Caritas mit Geldern aus dem Spendentopf der Saale-Zeitung konkret hilft.

Der Druck ist Gabriele Morath anzumerken: „Ich habe es nicht mal geschafft, einen Tee vorzubereiten“, sagt sie zu Beginn unseres Gesprächs seufzend. Momentan sei die Not der Menschen besonders stark zu spüren und das Telefon stehe kaum still. „Vor Weihnachten ist immer viel los, aber so wie heuer, habe ich es noch nicht erlebt“, schüttelt Morath den Kopf.

Zwölf Jahre ist sie inzwischen beim Allgemeinen Sozialen Beratungsdienst des Caritasverbands in Bad Kissingen tätig und leitet die Spenden der Saale-Zeitungsleserinnen und -leser an Bedürftige weiter.

Viele Anfragen im letzten Monat

Da sind zum Beispiel die Notfalltermine, die sich jetzt häufen, wie der mit der jungen Frau, die gerade ein Baby bekommen hat, kein Geld hat und nur noch ein Monat krankenversichert ist, „da spielen wir Feuerwehr“, bemerkt Morath.

Oder die Familie, der eine Stromsperre droht, weil sie die stark gestiegene Rechnung nicht mehr zahlen kann. Viele Menschen kämen jetzt zu ihr, die bisher gerade so über die Runden gekommen seien: „Die haben jetzt einfach Angst und fragen sich: wie schaffe ich das?“, erklärt Morath.

„Die vielen Anfragen sind alle in den letzten vier Wochen aufgeploppt, da sind natürlich die hohen Energiepreise ein Grund“. Selbst der ganz normal arbeitende Vater von drei Kindern kommt zu ihr, weil zum Beispiel der Heizöltank im Garten leer ist und er die hohe Rechnung nicht zahlen kann: „Ich frage dann immer: was können Sie selbst zur Rechnung beitragen? Der Rest wird dann aus dem Spendentopf der Saale-Zeitung gezahlt.“

Froh über Unterstützung

Die Sozialpädagogin ist sehr froh um diese Spenden. Kollegen aus anderen Landkreisen würden sie darum beneiden, denn diese Form der Unterstützung gebe es nur hier. „Die Spenden machen finanzielle Zuwendungen in der akuten Not überhaupt erst möglich. Ansonsten könnten wir nur beraten, informieren und unterstützen“, so Morath.

Auch Geschäftsführerin Anne Hilpert-Böse freut sich, dass die Caritas von Anfang an bei der Aktion dabei ist: „Inzwischen sind bereits knapp 20.000 Euro gespendet worden - das ist eine gigantische Summe, damit habe ich in dieser Zeit, wo wir alle nicht wissen, was auf uns zukommt, nicht gerechnet“, sagt sie begeistert, „ich bin völlig überwältigt und sehr dankbar, dass so viele Menschen helfen wollen!“

Bedürftigkeit wird geprüft

Die Spendengelder kommen nach einer Bedürftigkeitsprüfung und einem abschließenden Gespräch direkt den betroffenen Menschen im Landkreis Bad Kissingen zugute. Das kann neben der Abschlagszahlung für die Nebenkostenrechnung, eine ausstehende Miete oder ein Lebensmittelgutschein sein, berichtet Anne Hilpert-Böse und Gabriele Morath ergänzt: „Erste Priorität ist, dass die Leute wieder ins Handeln kommen, also Hilfe zur Selbsthilfe.“

Wenn sie dann im Gesprächstermin an Moraths Tisch sitzen, zwischen ihnen ein Wust an Briefen, Unterlagen und Formularen und die Sozialpädagogin nach Wichtigkeit sortiert, Listen schreibt und Anträge mit ihnen ausfüllt, können viele kaum glauben, dass ihnen geholfen wird: „Das kennen viele Menschen in dieser Form nicht mehr. Sie fassen dann Mut und sagen: Jetzt mach ich wieder die Post auf!“

Allerdings schürt der Spendentopf, der laut Morath bekannt ist, wie ein bunter Hund, auch Erwartungen: „So nach dem Motto: Zahl mir meine Stromrechnung, ihr habt doch die Spenden. Diese Leute muss man erst wieder auf den Boden der Tatsachen bringen. Das ist Fluch und Segen zugleich.“

Viele geben etwas zurück

Natürlich kommen ebenfalls Menschen mit Problemen zu ihr, die nicht mit Geld aufzuwiegen sind. Wie zum Beispiel Krankheit, Wohnungslosigkeit oder Trauer. Was hier hilft, sind Menschlichkeit und Wertschätzung der Person - etwas, was es laut Morath in Ämtern, Behörden und der Öffentlichkeit wieder mehr geben sollte: „Jeder Mensch, egal ob er unter der Brücke lebt oder einen Porsche fährt, hat es doch verdient, dass man ihm zuhört und ihn wertschätzt“, findet sie. Zurück kommt Dankbarkeit.

Viele, wie der Familienvater mit dem Heizöltank, wollen etwas zurückgeben, wenn es ihnen wieder besser geht: „Dann spenden sie etwas und wenn es nur 50 Euro sind“, freut sich Morath. „Manchmal kommt auch eine Weihnachtskarte oder sie schauen kurz herein und sagen: ich wollte ihnen nur Bescheid geben, dass es mir gut geht!“

Hier können Sie spenden:

SPENDENKONTEN:

• Caritas: DE80 7935 1010 0000 0019 41


• Kidro: DE05 7935 1010 0000 0335 55


• Solwodi: DE73 7906 5028 0005 7260 50


• Diakonisches Werk: DE48 7935 0101 0000 0025 35


Verwendungszweck: Weihnachtshilfe Saale-Zeitung

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