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Anwohner kommen zu Wort
Mehr Grün am Marbach in Garitz
Renaturierung Marbach
Tiefbau-Leiter Thomas Hornung (Mitte) und Planerin Miriam Glanz (rechts mit roter Jacke) erläuterten vor 40 Anwohnern die geplante Renaturierung des Marbachs. // Sigismund von Dobschütz
Bad Kissingen/Garitz – Mit der naturnahen Umgestaltung entstehen attraktive Aufenthaltsplätze für Mensch und Tier. Auch Schutz vor Erosion und Hochwasser sind in den Planungen enthalten. So sieht der Entwurf aus.

Mithilfe des Förderprogramms „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ soll unter dem städtischen Motto „Wir machen’s uns grüner“ der Marbach in einem oberen Streckenabschnitt naturnah und attraktiv umgestaltet werden und zugleich Auswirkungen künftigen Starkregens vorbeugen. Durch die naturnahe Gestaltung sollen zudem attraktive Aufenthaltsbereiche und neue Möglichkeiten entstehen, den Marbach als Teil des Stadtbildes besser erlebbar zu machen. In einer öffentlichen Informationsveranstaltung vor Ort erläuterten Tiefbau-Leiter Thomas Hornung und Landschaftsarchitektin Miriam Glanz (PB Glanz, Hohenroth) vor ungefähr 40 Anwohnerinnen und Anwohnern das Vorhaben.

Bachbett wird teilweise verlegt

Mit der umfassenden Renaturierung des westlichen Abschnitts des Marbachs zwischen Parkstraße und Schützenstraße soll ein weiterer Beitrag zum natürlichen Klimaschutz und zur ökologischen Aufwertung geleistet werden. Das Bachbett wird teilweise verlegt und die Ufer werden gesichert, um künftig Erosion an den angrenzenden Grundstücken zu verhindern. Beschädigte Ufer- und Sohlsicherungen werden zurückgebaut und durch naturnahe Strukturen ersetzt. Durch eine Aufweitung des Gewässerprofils, Schaffung von Feuchtzonen und den Einbau natürlicher Strukturelemente sollen auch neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen.

Gleichzeitig wird dadurch die Wasserqualität verbessert und die ökologische Funktionsfähigkeit des Marbachs gestärkt, versprechen die Planer. Neben ökologischen Vorteilen soll die Maßnahme auch dazu beitragen, den Wasserrückhalt im Siedlungsgebiet zu verbessern und den Auswirkungen möglicher durch den Klimawandel zunehmend zu erwartender Starkregen vorzubeugen. Letzteres fand wenig Verständnis bei den Umstehenden.

„Der Bach führt doch kaum Wasser. Und im Sommer stinkt das wenige Wasser oft.“ Ein Grund für den niedrigen Wasserstand im Bachlauf sei, dass sich die Wassermenge auf unregulierte Nebenrinnsale parallel zum Bachlauf verteilt und dort teilweise im Boden versickert, erklärte Landschaftsplanerin Glanz. Diese Rinnsale sollen im Zuge der Maßnahme beseitigt werden, sodass künftig die komplette Wassermenge in nur einem Bachlauf abfließen wird.

Mehrere Vorwürfe der Zuhörer

Wiederholt musste sich Thomas Hornung gegen Vorwürfe aus dem Zuhörerkreis wehren, die Stadt werde ihren landschaftspflegerischen Aufgaben nicht gerecht. Mal wurde der scheinbar unkontrollierte Grünwuchs im gesamten Bachlauf bemängelt, mal waren es allzu hohe Bäume, die den Anwohnern das Sonnenlicht nehmen. Eine Anwohnerin beklagte sich, sie habe auf ihr Schreiben an die Stadt vom Bürgermeister nur eine ausweichende, keineswegs befriedigende Antwort bekommen. Hier empfahl eine Zuhörerin, die betroffenen Anwohner sollten sich doch zusammenschließen und gemeinsam ihre Anliegen dem Bürgermeister in einer Bürgerstunde persönlich vortragen.

„Der Wildwuchs im Bachlauf wird regelmäßig beseitigt“, versicherte Hornung. Doch im Falle der vielen Bäche im Stadtgebiet könne dies bei geringem Finanzbudget nur in mehrjährigen Jahreszyklen am jeweiligen Standort erfolgen. Bei den wegen ihrer Höhe bemängelten Bäumen handele es sich nicht um städtische, entgegnete Hornung, sondern um solche auf Privatgrundstücken, weshalb die Stadt in diesem Punkt der falsche Adressat sei. Hornung: „Auf städtischer Uferseite des Marbachs stehen keine Bäume.“ Im Übrigen habe sich die Stadt an Vorgaben zu halten: „Wir müssen immer den Kompromiss zwischen Naturschutz, Gewässerschutz und Anwohnerschutz finden.“

Stadt will Kritikpunkte prüfen

Die von den Anwohnerinnen und Anwohnern kritisierten Punkte wurden zwar zur weiteren Prüfung aufgenommen, betrafen allerdings in den meisten Fällen nicht das aktuelle Thema der Umgestaltung. Dieses Teilstück beginnt am Fuß der Treppenanlage an der Parkstraße und erstreckt sich über 170 Meter bis zu den Parkplätzen hinter den Garagen in Richtung Schützenstraße. Der bestehende Fußweg entlang des Marbachs bleibt grundsätzlich erhalten und wird nach Abschluss der Bauarbeiten wiederhergestellt. Auch die Treppenanlage zur Poststraße bleibt bestehen und wird weiterhin nutzbar sein.

So hoch fallen die Kosten aus

Die Baukosten des begrenzten Vorhabens werden auf ungefähr 250.000 Euro geschätzt. Baubeginn soll im kommenden Herbst sein, kann allerdings erst nach Abschluss der öffentlichen Ausschreibung verbindlich festgelegt werden und wird dann den betroffenen Anwohnern rechtzeitig mitgeteilt. Mit der Fertigstellung der Maßnahme wird bis Ende des Jahres gerechnet. „Mit der Renaturierung des Marbachs wird ein wichtiger Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel geleistet und gleichzeitig die Lebensqualität im Stadtgebiet nachhaltig verbessert“, heißt es dazu in der Pressemitteilung der Stadt.

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