Das neue zusätzliche Dienstgebäude des Landratsamts im einstigen Telekomhaus wurde am Montag offiziell übergeben. In Anwesenheit von Regierungsvizepräsident Jochen Lange bekam das Haus nach der schon seit einiger Zeit abgeschlossenen Sanierung nun auch den kirchlichen Segen von Pfarrer Gerd Greier und Pfarrerin Jaqueline Barraud-Volk.
Name wurde geändert
Zudem heißt es seit kurzem nun „Dienstgebäude Berliner Platz“ und hat die Adresse „Münchner Straße 5“. Also je nachdem, ob der politische Adressat in München oder Berlin sitzt, könne Landrat Bold ja die eigene Absender-Adresse im Briefkopf anpassen, scherzte die CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär am Montag in ihrem Grußwort vor geladenen Gästen.
Als der Landkreis 2017 das Telekomgebäude kaufte, dachte man lediglich daran, ein paar der Räume für das Landratsamt zu nutzen und alles andere zu vermieten, blickte Landrat Thomas Bold zurück.
Zusätzliche Büros notwendig
Jetzt ist nur das Zentrum für Telemedizin (ZTM) Mieter geworden. Denn neue Entwicklungen und Aufgabenstellungen hatten, nach Bolds Angaben, in den vergangenen Jahren immer mehr Personal erfordert. Schließlich seien zusätzliche Büros notwendig geworden.
Das Vergabeverordnungsverfahren (VgV) für die Generalsanierung wurde 2018 eingeleitet. Zunächst mussten noch Förderanträge für das neue Projekt „Dein Haus 4.0“ gestellt werden, sagte Bold. Der Vorentwurf für die Sanierungsmaßnahmen am Bauteil F war im Mai 2019 schließlich fertig. Baubeginn war im November 2020.
Im Januar zogen erste Sachgebiete um
Eigentlich sollte der Umzug der Sachgebiete des Landratsamts schon im Herbst/Winter 2022 in die neuen Räume des großen Baus an der Münchner Straße erfolgen. Doch dann zogen sich die Arbeiten am Gebäude unerwartet in die Länge.
Anfang Januar 2023 zogen schließlich die ersten Sachgebiete vom Haupthaus und vom Neubau des Landratsamts an die Münchner Straße um. In den beiden oberen Stockwerken wagte kurz darauf schließlich auch das Zentrum für Telemedizin (ZTM), bislang im Rhön-Saale Technologie- und Gründerzentrum (RSG) beheimatet, den Start in die neue Zukunft.
Zulassungsstelle im Erdgeschoss
Auf dem Dach, im Penthouse, wurde im März vom bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek die „Beratungs- und Erlebniswelt Dein Haus 4.0.“ feierlich in Betrieb genommen.
Und Anfang Mai bezog das Sachgebiet Verkehrswesen die Räume im ersten Stock. Zu diesem Sachgebiet gehört auch die Zulassungsstelle, die im Erdgeschoss angesiedelt ist.
Die 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verkehrswesens hatten zunächst noch in ihrer bisherigen Unterkunft in Hausen ausharren müssen. Denn die unvorhergesehene Sanierung der Rundstützen in den Arkaden des Bauteils F verzögerte den Umzug ins Erdgeschoss um gut ein halbes Jahr.
Kosten von rund 13,9 Millionen Euro
Hatte die Kostenschätzung für diese Generalsanierung im Oktober 2019 noch auf 11,6 Millionen Euro gelautet, betrugen diese, nach Abschluss aller Arbeiten im März 2022, 13,9 Millionen Euro.
Das 20 Meter hohe Haus aus dem Jahr 1967 gehört zu den Bauten, die die Innenstadt prägten und auch weiterhin prägen werden. Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dort jetzt untergebracht, sagte Landrat Bold. Das Gebäude sei „voll belegt“.
Hohes Besuchsaufkommen im Amt
Durch verschiedene Aufgabenstellungen herrscht heutzutage beim Landratsamt ein extrem hohes Besuchsaufkommen, sagte Bold und ließ anklingen, dass das Dienstgebäude Berliner Platz an zentraler Stelle in der Innenstadt für Bürgerinnen und Bürger aus Stadt und Landkreis sehr gut zu erreichen ist.
Schlüssel für das „Haus der Zukunft“
Klar ist für ihn offenbar zudem, dass irgendwann auch das Staatliche Gesundheitsamt aus dem derzeitigen Standort in der Salinenstraße ausziehen wird und in der Stadt angesiedelt wird. „Dann ist die ganze Verwaltung zentral abgebildet.“
Von einem „Glücksfall“ für den Landkreis sprach Regierungsvizepräsident Jochen Lange. So ein Gebäude müsse man erst mal finden, sagte er. Er hob die Kombination von Verwaltung und Gesundheit (ZTM, Dein Haus 4.0.) an zentraler Stelle hervor. Von dem Gebäude würden nun „wichtige Impulse für die Zukunft“ ausgehen.
„Ein Haus für die Zukunft“
Positives kam auch von Bad Kissingens Bürgermeister Thomas Leiner (CSU), der darauf hinwies, dass die Stadt am Berliner Platz schon mit einer ersten Maßnahme begonnen habe und sich am in der Nähe gelegenen Marienplatz schon einiges getan habe.
Schließlich übergab Architekt Christian Geldner (GKT-Architekten Würzburg) den symbolischen Schlüssel für das neue Dienstgebäude an Landrat Bold. Nach der Sanierung sei für den Kreis ein „Haus für die Zukunft“ entstanden, ein Ort der Begegnung mitten im Herzen der Stadt.
Lesen Sie mehr:













