Der Ausstand richtet sich gegen die Arbeitgeber im bayerischen Einzel- und Versandhandel, die in der ersten Tarifrunde kein eigenes Angebot vorgelegt haben. Nach Angaben von Verdi beginnt der Streik gegen 5.30 Uhr vor der Filiale in der Steubenstraße 1. Ab etwa 9 Uhr ist auf dem Parkplatz vor dem Markt eine Streikkundgebung geplant.
Gewerkschaft warnt vor Altersarmut
Im Mittelpunkt des Arbeitskampfs steht aus Sicht von Verdi die Sorge vieler Beschäftigter vor Altersarmut. In einer Beschäftigtenbefragung der Gewerkschaft gaben demnach 88 Prozent der befragten Einzelhandelsbeschäftigten in Bayern an, dass ihr derzeitiges Gehalt sie nicht vor drohender Altersarmut schützen werde. Peter König, zuständiger Verdi-Sekretär für den Handel, spricht mit Blick auf die Haltung der Arbeitgeber von einem Skandal. Die Arbeitgeber würden die „dramatische Ausgangslage der Beschäftigten“ ignorieren, heißt es in der Mitteilung.
Die Befragung zeigt laut Verdi weitere Belastungen: 73 Prozent der Beschäftigten hätten Schwierigkeiten, mit ihrem derzeitigen Gehalt den Lebensunterhalt zu bestreiten. Nur 15 Prozent der Befragten konnten nach eigenen Angaben am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, etwa durch Kino- oder Theaterbesuche oder Essen mit Freunden.
Mit dem Streik will Verdi Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen im bayerischen Einzel- und Versandhandel ausüben. Die Gewerkschaft fordert für tarifgebundene Beschäftigte unter anderem eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 222 Euro, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro pro Monat und eine Laufzeit der Tarifverträge von zwölf Monaten.
Kritik an Einmalzahlung für Führungskräfte
Scharfe Kritik übt Verdi an einer von Kaufland im März 2026 angekündigten Einmalzahlung von 3500 Euro brutto für Hausleiterinnen und Hausleiter.
Verdi will mit dem Streik in Bad Kissingen nach eigenen Worten „Bewegung“ in die festgefahrenen Verhandlungen bringen. „Tariferhöhungen werden erkämpft“, heißt es in der Mitteilung. Streiks seien das einzige Mittel, um an der Verhandlungssituation etwas zu verändern, wird König zitiert.
In der ersten Tarifverhandlung am 8. Mai 2026 hatte die Verdi-Tarifkommission ihre Forderungen vorgestellt. Die Arbeitgeber lehnten diese nach Gewerkschaftsangaben ab und weigerten sich, ein eigenes verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 16. Juni angesetzt.











