Die Markthalle in Bad Kissingen kommt vorerst nicht. Das teilt der städtische Wirtschaftsförderer Sebastian Bünner mit.
Insgesamt 27 potenzielle Mieter hatten Interesse gezeigt, Teilflächen für Büros und Läden in der ehemaligen Commerzbank-Filiale am Marktplatz anzumieten. Die Stadt machte mit 13 Unternehmern, deren Konzept überzeugte, einen Rundgang durch das Gebäude. Schlussendlich waren sich die möglichen Mieter untereinander und mit dem Eigentümer uneins. Nur vier Kandidaten kamen weiterhin infrage.
„Wir haben es zumindest probiert“, sagt Sebastian Bünner. Pressesprecherin Ines Renninger stellt klar: Eine Erfolgsgarantie habe es bei der Markthalle nie gegeben.
Unstimmigkeiten zwischen den Mietern
Doch warum scheiterte das Projekt? Zum einen seien die Mietinteressenten verschiedener Ansicht gewesen, wie das Projekt gestaltet werden soll. Ein paar Beispiele: Manche Einzelhändler haben die ursprüngliche Idee einer gemeinsamen Kasse befürwortet, an der alle Kunden der Markthalle bezahlen können. Andere haben das abgelehnt, weil sie etwa als eingetragene Vereine noch eine Handkasse benutzen dürfen oder ihr verkauftes Gemüse und Obst wiegen müssen.
Auch bei der Frage, ob die Geschäftsleute die Markthalle selbst reinigen oder dafür eine Firma engagieren, haben sich die Meinungen geteilt. Weiterhin habe es Unstimmigkeiten zu den Mietbedingungen gegeben.
Zum anderen will der Eigentümer nur einen Mieter für das ganze Gebäude. Eigentlich sollte die Stadt die Markthalle mieten und an die Unternehmer untervermieten. Allerdings fanden sich nicht genügend Interessenten – eine Teilvermietung schloss der Besitzer aus.
Ursprünglich war geplant, Gastronomie in der Schalterhalle, verschiedene Geschäfte im Erdgeschoss, ein Coworking-Büro im Obergeschoss und einen Escape Room im Tresorraum einzurichten. Die Stadt wollte für sechs Monate die Hälfte der Miete zahlen – falls die Markthalle erfolgreich gewesen wäre, für weitere sechs Monate. Unter den Interessenten waren Gastronomen, aber auch Inhaber von Kleidungs-, Lebensmittel- und Feinkostläden sowie Geschäftsbetreiber, die Produkte von karitativen Einrichtungen wie selbst gestrickte Socken verkaufen.
Interessenten kommen woanders unter
Für manche Mietinteressenten konnte die Stadt aber andere Räume finden. So haben jüngst das Geschäft Dufte Düfte in der Ludwigstraße 16 und der Caritas-Laden Cari-Moda in der Weidgasse 18 eröffnet. „Das sind schöne Ergänzungen“, sagt Bünner. Mit drei weiteren Markthallen-Kandidaten steht der Wirtschaftsförderer über einen Alternativstandort im Austausch.
Gemeinsam mit Marcus Lipsius, vielen Bad Kissingern als Stimme des Rakoczy-Fests und Initiator des Kisstalk-Podcasts bekannt, sucht die Stadt noch alternative Räumlichkeiten. Lipsius plant ein Angebot mit anmietbaren Coworking-Arbeitsplätzen, Besprechungs- und Videokonferenzräumen sowie einem Podcast-Studio. Eigentlich sollte dies in der Markthalle entstehen.
Dufte Düfte und Cari-Moda erhalten erst mal keine Förderung. Allerdings soll das Geld, das die Stadt für die Markthalle angedacht hatte, in einen Fördertopf fließen. Darauf können sich Inhaber bewerben, die dieses Jahr ein Geschäft in Bad Kissingen gegründet haben oder gründen werden. Zudem will die Stadt den Eigentümer der ehemaligen Commerzbank-Filiale dabei unterstützen, endgültig einen Mieter zu finden.
Info: Die Wirtschaftsförderung nimmt Hinweise für einen Standort für Marcus Lipsius unter der Telefonnummer 0971/8071080 oder per E-Mail an wirtschaftsfoerderung@stadt.badkissingen.de entgegen. Gesucht werden drei bis fünf separate Räume in einer Größe von etwa 100 bis 160 Quadratmetern.













