Spendenaktion
Rasul trainiert wie Spiderman
Die Therapie im Spezialanzug mit Gummibändern hilft Rasul, seine Körperhaltung und Mobilität zu verbessern.
Die Therapie im Spezialanzug mit Gummibändern hilft Rasul, seine Körperhaltung und Mobilität zu verbessern.
Elena Mammadov
Drei Therapeuten arbeiten in der Klinik täglich mit Rasul.
Drei Therapeuten arbeiten in der Klinik täglich mit Rasul.
Elena Mammadov
Rasul geht gerne in die Klinik.  Die Therapie macht ihm Spaß.
Rasul geht gerne in die Klinik. Die Therapie macht ihm Spaß.
Elena Mammadov
Dagmar Besand von Dagmar Besand Bayerische Rundschau
Kulmbach – Der 13-Jährige aus Thurnau leidet an einer Spastischen Zerebralparese. Eine spezielle Therapie kann ihm helfen, beweglicher zu werden.

Wie Spiderman fühlt sich Rasul in seinem Spezialanzug, und die Übungen, die er darin machen soll, sehen fast so aus, als könnte er an seinen elastischen Bändern fliegen. Tatsächlich dient der Anzug mit den Gummibändern dazu, die Körperhaltung und Mobilität des 13-Jährigen zu verbessern, der seit seiner Geburt an einer Spastischen Zerebralparese leidet.

Viel Ausdauer für ein großes Ziel

Was spielerisch aussieht, hat in Kombination mit vielen anderen Therapie-Bausteinen einen erstaunlichen Effekt: Rasul gelingt es im Alltag immer besser, sich aus eigener Kraft aufzurichten und auch aufrecht zu halten. Das zu können, ist die Grundlage dafür, laufen zu lernen, seine Muskulatur zumindest teilweise kontrollieren zu können und im Alltag selbstständiger zu werden – der größte Wunsch des Jungen und seiner Mutter Elena Mammadov.

Das Spiderman-Training kräftigt die Rumpfmuskulatur.
Das Spiderman-Training kräftigt die Rumpfmuskulatur.
Elena Mammadov

Diese Art der Therapie für Kinder mit Rasuls Diagnose gibt es in Deutschland nicht, sondern nur im Hendi-Centrum in der Slowakei. Die Behandlungen sind teuer und werden nicht von der Krankenkasse bezahlt. Mehr als 5000 Euro muss Elena Mammadov aufbringen, um ihrem Sohn zwei Wochen Therapie zu ermöglichen.

Seit dem frühen Unfalltod ihres Mannes ist das schwer für die 39-Jährige. Sie braucht viel Zeit für Rasul, kann nur in Teilzeit berufstätig sein. Die Bayerische Rundschau und der Spendenverein Franken helfen Franken der Mediengruppe Oberfranken möchten der Familie mit ihrer Adventsaktion helfen.

Viele Menschen wollen helfen

Dass unsere Leserinnen und Leser Rasuls Schicksal berührt, zeigt das bisherige großartige Spendenergebnis: Rund 6300 Euro sind bereits für den guten Zweck auf dem Konto. Wir freuen uns sehr, wenn es noch ein wenig mehr wird, denn Rasul braucht noch über Jahre Unterstützung.

Der Junge kam drei Monate vor dem geplanten Geburtstermin zur Welt, nur 1100 Gramm leicht. Bei Frühchen ist das Risiko einer Zerebralparese besonders hoch, denn bei ihnen kommt es während oder kurz nach der Geburt oft zu Sauerstoffmangel. So erging es auch Rasul.

Die Zerebralparese schädigte den Teil des Gehirns, der Bewegung und Muskelspannung steuert. Die Folgen sind unter anderem Muskelsteife und Muskelschwäche, die Bewegungen verlaufen unkontrolliert, auch die Gelenke versteifen. Rasul ist auf den Rollstuhl angewiesen.

Dabei ist er ein kluges Kind, das gerne lernt, sich für Mathematik begeistert und für alles, das mit Computern zusammen hängt. Er besucht die 7. Klasse der Montessori-Schule in Bayreuth, unterstützt von einem Schulbegleiter.

Unheilbar, aber nicht chancenlos

Dass seine Krankheit nicht heilbar ist, das ist Rasul bewusst. Aber die Chancen, die er hat, möchte er nutzten: Er möchte laufen lernen, sich zumindest so viel Mobilität erarbeiten, dass er im Bad allein zurechtkommt. Dank der intensiven Arbeit im Hendi-Zentrum hat er schon ein Stück des Weges geschafft. Er kann ein paar Schritte mit dem Rollator gehen, ist beweglicher und kräftiger geworden.

Drei Therapeuten arbeiten in der Klinik täglich mit Rasul.
Drei Therapeuten arbeiten in der Klinik täglich mit Rasul.
Elena Mammadov

„Das Besondere an der Therapie in der Klinik ist die Intensität und Individualität der Rehabilitation“, erzählt Elena Mammadov. Rasul übt dort nicht mit den Gummischlingen. „Bis zu fünf Stunden täglich, sechs Tage pro Woche kümmern sich drei Therapeuten um ein Kind.“

Ein tolles Geburtstagsgeschenk

Es gibt Atemübungen, Training für Feinmotorik, Sprache und Atmung. Und es wird Kraft trainiert, für die Arme und Beine, aber auch zur Stärkung der Rumpfmuskulatur: „Früher bin ich immer einfach umgekippt, wenn ich irgendwo sitzen sollte. Jetzt kann mich eine Weile aufrecht halten“, erzählt Rasul, der am Mittwoch seinen 13. Geburtstag feiert. Sein schönstes Geburtstagsgeschenk wird die Nachricht sein, dass die Rundschau-Leser ihm mindestens einen weiteren Therapie-Aufenthalt ermöglichen.

Spendenkonto

Mediengruppe Oberfranken – Franken helfen Franken e.V., Sparkasse Bamberg, IBAN DE62 7705 0000 0302 1945 01, BIC BYLADEM1SKB; vermerken Sie als Spendenzweck bitte „Hilfe für Rasul“

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