Kennen Sie das: Sie laufen durch eine Buchhandlung oder eine Bücherei und es gibt einfach zu viele Bücher, die Sie gerne einmal lesen würden?
Da meistens leider die Zeit fehlt, alle diese Bücher zu lesen, haben wir anlässlich des Welttags des Buches am 23. April Expertinnen nach ihren Buchempfehlungen gefragt.
Hier geht's direkt zur Buchempfehlung:
- Ferdinand von Schirach: Alexander
- Emily Rudolf: Die Housesitterin
- Kristof Magnusson: Die Reise ans Ende der Geschichte
- Jan Beck: Dorn
- Martina Bogdahn: Mirabellentage
- Florence Knapp: Die Namen
- Madeline Miller: Das Lied des Achill
Ferdinand von Schirach: Alexander
Empfehlung von Christine Friedlein, Buchhandlung Friedrich
Ferdinand von Schirach kennt man als interessanten Autoren. Nun hat er mit Alexander eine Art Kinderbuch geschrieben, das für alle Altersgruppen spannend ist, ein "All Ager". Darin geht es um die große Frage, wie wir alle friedlich miteinander leben können: Protagonist Alexander auf den Spuren der Demokratie.
Ferdinand von Schirach hat Alexander selbst illustriert, das Buch wird sogar mit Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry verglichen.
Emily Rudolf: Die Housesitterin
Empfehlung von Nicole Market, Bücherei am Stadtpark
Der Thriller Die Housesitterin von Emily Rudolf erzählt von einer Frau, die als Housesitterin ein luxuriöses, abgelegenes Haus hütet – eigentlich ein einfacher Job, der Ruhe und Abstand vom Alltag verspricht. Doch schon bald wird klar, dass etwas nicht stimmt: Seltsame Vorkommnisse, unterschwellige Bedrohungen und immer mehr Geheimnisse sorgen dafür, dass die Situation zunehmend eskaliert. Die Spannung steigert sich kontinuierlich, bis hin zu überraschenden Wendungen, die alles in ein neues Licht rücken.
Gleichzeitig fühlt es sich beim Lesen total leicht an – man kommt super schnell rein und will ständig wissen, wie es weitergeht. Ich fand’s richtig spannend, vor allem die Plot-Twists haben mich echt überrascht. Für Thriller-Fans ist das auf jeden Fall eine klare Empfehlung.
Kristof Magnusson: Die Reise ans Ende der Geschichte
Empfehlung von Christine Friedlein, Buchhandlung Friedrich
Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson ist ein sehr spannender Abenteuerroman. Er erzählt von einem spannenden Leben in Zeiten politischer Umbrüche. Das Buch ist sehr klug, sehr witzig, versprüht viel Optimismus und ist einfach toll gemacht. Die Charaktere sind mit viel Liebe beschrieben, generell strahlt das Buch eine Heiterkeit aus, die gerade in diesen Zeiten einfach gut tut.
Jan Beck: Dorn
Empfehlung von Dilara Özkisaoglu, Bücherei am Stadtpark
Dorn von Jan Beck handelt von einer rätselhaften Mordserie, die die Ermittler in ein abgelegenes, halbverfallenes Hotel führt, ein Ort, der schnell eine unheimliche Rolle einnimmt. Mit jedem neuen Hinweis wird klarer, dass die Taten kein Zufall sind und mehr dahintersteckt, als es zunächst scheint. Der Täter folgt offenbar einem bestimmten Muster und ist den Ermittlern dabei immer einen Schritt voraus, wodurch die Spannung nie wirklich abflacht.
Ich finde den Thriller sehr stark, vor allem wegen der düsteren Stimmung und dem besonderen Setting. Für alle, die es spannend mögen, auf jeden Fall eine Empfehlung.
Martina Bogdahn: Mirabellentage
Empfehlung von Christine Friedlein, Buchhandlung Friedrich
Mirabellentage ist Martina Bogdahns neuer Roman aus der Welt des Mühlensommers. Die Autorin schafft es mit ihren Geschichten, uns auf unsere Wurzeln blicken zu lassen und uns darauf zu besinnen. Mirabellentage ist eine tolle Geschichte von Land, die auf wunderbar unterhaltsame Art und Weise erzählt ist und eine weiche Melodie in sich hat.
Florence Knapp: Die Namen
Empfehlung von Andrea Weith, Bücherei am Stadtpark
Es ist 1987 und Cora ist auf dem Weg zum Amt, um die Geburt ihres Sohnes anzumelden – und seinen Namen. Noch ahnt sie nicht, wie sehr dieser Moment ihr Leben und das ihres Sohnes prägen wird.
Coras Mann Gordon, ein allseits beliebter Arzt, erwartet, dass sein Sohn nach alter Tradition den Namen des Vaters bekommt – und somit den von Generationen herrischer Männer vor ihm. Ihre Tochter Maia möchte den kleinen Bruder Bear nennen und Cora selbst bevorzugt Julian, in der Hoffnung, dass ihr Sohn sich so zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln kann.
Die Namen von Florence Knapp hat mich begeistert. Für mich ist es, bis jetzt, eines der besten Bücher des Jahres. Es ist ein klug aufgebauter und emotional sehr intensiver Roman darüber, wie manche Entscheidungen unser Leben und das unserer Mitmenschen beeinflussen Trotz seines schweren Themas erzählt das Buch auch von Zusammenhalt, Mitgefühl und den vielen Möglichkeiten eines Lebens. Mit einem überraschenden Ende. Für mich hat die Autorin einen außergewöhnlichen Debütroman abgeliefert, der noch lange nach dem Lesen nachhallt.
Madeline Miller: Das Lied des Achill
Empfehlung von Marie Buß, Stadtbücherei Kulmbach
Das Lied des Achill von Madeline Miller erzählt die bekannte Geschichte um Achill und den Trojanischen Krieg – aber aus einer ganz anderen Perspektive, nämlich aus der Sicht von Patroklos. Statt nur um Heldentaten und Schlachten geht es hier vor allem um die enge Verbindung zwischen den beiden, die sich langsam entwickelt und immer intensiver wird.
„Hatte sie wirklich gedacht, ich würde ihn nicht erkennen? Ich könnte ihn allein durch Berührung, durch seinen Geruch erkennen; ich würde ihn blind erkennen, an der Art, wie seine Atemzüge kamen und wie seine Füße die Erde berührten. Ich würde ihn im Tod erkennen, am Ende der Welt.“
Wenn Sie sich für griechische Mythologie interessieren und eine Geschichte suchen, die Sie emotional packt und nicht nur oberflächlich unterhält, lege ich Ihnen das Buch sehr ans Herz. Es baut seine Wirkung langsam auf, aber am Ende trifft es richtig hart. Gerade weil man so nah an den Figuren dran ist, fühlt sich das Finale intensiv, tragisch und ziemlich heftig an.
Ohne zu spoilern: Sie merken schon früh, dass es kein klassisches Happy End wird. Aber wie sich alles zuspitzt und was das für die Figuren bedeutet, sorgt dafür, dass das Ende noch eine Weile nachhallt.










