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Im Stadel unterwegs
Bierwochen-Helden: So retten die Sanitäter des BRK Leben
Simon Friedrich BRK Kulmbach
Simon Friedrich ist einer der vielen Sanitäter, die während der Kulmbacher Bierwoche im Einsatz sind // Foto: Katharina Montada
Kulmbach – Auf sie ist Verlass: BRK-Sanitäter sorgen auf der Bierwoche dafür, dass Besucher Hilfe bekommen. Vor einigen Tagen haben sie sogar ein Leben gerettet. Simon Friedrich zeigt uns die Einsatzzentrale.

Laute Musik, gute Laune und jede Menge Alkohol. Am Stadel der Kulmbacher Bierwoche herrscht seit einigen Tagen Partystimmung. Der ein oder andere Bierzelt-Besucher schaut zwischendurch mal zu tief ins Glas, dem anderen fällt vielleicht der Bierkrug aus der Hand und Scherben werden zur Gefahr oder die Hitze im Zelt macht dem ein oder anderen zu schaffen.

Wie vor kurzem ein lebensrettender Einsatz verlief, kann man hier nachlesen:

Egal, welchen Notfall es gibt – die Helfer sind nicht weit entfernt: die Sanitäter der BRK-Bereitschaft. Während der Festtage wird die Kulmbacher Stadthalle zur Einsatzzentrale umfunktioniert. Und in die nimmt uns heute Simon Friedrich mit. 

Rundumüberwachung in der Einsatzzentrale

Der 22-Jährige ist seit 2018 bei der Bereitschaft des Bayerischen Roten Kreuzes und während des Bierfests als Unterstützung der Einsatzleitung tätig. In die Zentrale der Einsatzleitung, die alles überwacht und koordiniert, nimmt uns Friedrich, der beruflich als Elektriker bei IREKs arbeitet, als erstes mit. 

Dokumentieren, Koordinieren, Überwachen: In der Einsatzleitung der BRK-Bereitschaft läuft während der Bierwoche alles zusammen // Foto: Katharina Montada

An großen Bildschirmen sitzt hier die Einsatzleitung während der Bierwoche mit drei bis vier Personen und überwacht das Geschehen auf dem Eku-Platz. Das sind nicht nur Anrufe oder Funksprüche, die von den Sanitätsteams oder dem Sicherheitsdienst draußen reinkommen.

 

Auch eine Videoüberwachung über das gesamte Gelände dient zur Unterstützung. Hier können Simon Friedrich und seine Kollegen das gesamte Gelände überwachen und schnell erkennen, ob sich ein Besucher in Not befindet. 

"Für Notrufe gibt es eigentlich zwei klassische Wege", erklärt Friedrich. "Entweder bei uns in der Einsatzleitung kommt ein Anruf rein und wir schicken die Teams los oder andersrum." Wie es dann weitergeht, komme immer auf den Zustand des Patienten an. 

Erstversorgung am Bierzelt

Vor Ort würden die Sanitäter die Erstversorgung übernehmen. Dafür sind alle Teams mit Rucksäcken ausgestattet, in denen die wichtigsten Materialien drin sind. Das sind nicht nur Verbandsmaterialien und Kompressen, sondern auch Rettungsdecken, Halskrause, Beatmungsmasken und "auf dem Bierfest das Wichtigste", verrät Friedrich: "Unsere Spucktüten".

In den Rucksäcken der Sanitätsteams befindet sich alles Wichtige, was man für eine Erstversorgung braucht // Foto: Katharina Montada

"Wenn der Zustand eines Patienten besonders kritisch ist, dann fordern wir direkt einen Rettungswagen an." Über unterschiedliche Wege kann dieser theoretisch direkt ans Festzelt ranfahren und Patienten im Notfall sofort ins Klinikum transportieren. "Wir wollen das Klinikum aber auch nicht überlasten, deshalb machen wir einen großen Teil der Versorgung auch hier vor Ort."

Auch Notärzte sind vor Ort

Die Fußgruppen des BRK, die aus Bereitschaften aus dem gesamten Landkreis Kulmbach sowie der Wasserwacht bestehen, begleiten Patienten dann in den Behandlungsbereich in der Stadthalle. Der Transport kann dabei auch auf einer Trage oder im Rollstuhl erfolgen. 

Um die Erstversorgung zu verbessern, ist hier in den meisten Fällen auch ein Notarzt mit vor Ort. An den Wochenenden auch mal zwei. "Auch für kritische Patienten haben wir hier alles vor Ort", erklärt Simon Friedrich und zeigt uns den sogenannten "Schockraum". „Hier haben wir etwas zum Monitoring und zur Atemwegssicherung.“ Auch ein Defibrillator steht bereit.

Im "Schockraum" in der Stadthalle können auch Patienten im kritischen Zustand versorgt werden // Foto: Katharina Montada

Ein weiterer Bereich versorgt Patienten mit Schnittwunden oder Wespenstichen. Für Menschen mit Kreislaufproblemen oder Besucher, die sich unwohl fühlen, aber sich in keinem kritischen Zustand befinden, gibt es ebenfalls einen Bereich, in dem sie sich erholen können und in dem sie von den Sanitätern überwacht werden.

Kommunikation über Funkgeräte

Auch einen Aufenthaltsraum für alle Helfer gibt es in der Stadthalle. Hier können sich die Bereitschaften nicht nur verpflegen, sondern auch ihren Dienst vorbereiten. Simon Friedrich erklärt uns, wie Funkgeräte und Rucksäcke an die Teams verteilt werden. 

Die Teams kommunizieren über Funkgeräte miteinander // Foto: Katharina Montada

„Jedes Team bekommt einen Rucksack und ein Funkgerät mit der gleichen Nummerierung. So können wir in der Einsatzleitung nachvollziehen, wer gerade wo hilft.“ Die Kommunikation laufe digital und sei zudem abhörsicher und verschlüsselt. "Große geheimnisvolle Codes, wie man sich das immer vorstellt, gibt es aber nicht", erzählt er.

Insgesamt würden die Sanitäter rund um die Bierwoche rund 2600 Einsatzstunden leisten. Und dass die im Zweifelsfall Leben retten können, zeigt ein Fall vom ersten Bierfest-Wochenende: Durch schnelles Handeln der Einsatzkräfte vor Ort konnte ein Besucher reanimiert und ins Klinikum transportiert werden.

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