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Ausstellung
Kunst im Café: Fotoausstellung nimmt Handwerk in den Blick
Ingeborg Düreth ließ sich von Karl-Heinz Weber (Zweiter von links) gerne ablichten; OB Dr. Ralf Hartnack (WGK) (Zweiter von rechts) und Manfred Ströhlein sind von den Motiven begeistert Uschi Prawitz
Ingeborg Düreth ließ sich von Karl-Heinz Weber (Zweiter von links) gerne ablichten; OB Dr. Ralf Hartnack (WGK) (Zweiter von rechts) und Manfred Ströhlein sind von den Motiven begeistert Uschi Prawitz // 
Kulmbach – Handwerk ist das Rückgrat der Gesellschaft. Der Kulmbacher Heinz Weber hat einige von ihnen bei der Arbeit begleitet. Hier ist die Ausstellung zu sehen.

Für seine neue Ausstellung hat Karl-Heinz Weber Menschen aus der Region dort fotografiert, wo ihr Können sichtbar wird. „Traditionelles Handwerk“ heißt die Ausstellung der Reihe „Kunst im Café“, die am Freitag im Café Schoberth eröffnet wurde.

So kam der Kontakt zustande

Die Idee dazu entstand gewissermaßen vor der eigenen Haustür. Bei einem Umbau hatte Karl-Heinz Weber in jüngster Zeit selbst viel mit Handwerkern zu tun, und irgendwann kam ihm der Gedanke: „Dieses Thema hatten wir bei ,Kunst im Café‘ noch nicht.“

Also machte sich der 74-jährige Kulmbacher auf die Suche nach Menschen, die traditionelle Handwerksberufe ausüben. Manche sagten spontan zu, bei anderen musste Weber ein wenig Überzeugungsarbeit leisten. Entstanden sind Aufnahmen von 13 Handwerkerinnen und Handwerkern aus der Region – darunter Bäcker, Metzger, Hufschmied, Uhrmacher, Schreiner, Dachdecker und eine Töpferin.

Wichtig war Weber dabei nicht allein der Beruf, sondern der Mensch dahinter. Und manchmal kamen für die Aufnahmen Dinge zum Vorschein, die längst nicht mehr zum Arbeitsalltag gehören. So holte ein Schreiner eigens jene alten Hobel hervor, mit denen er einst seine Meisterprüfung abgelegt hatte. Wo es sich anbot, ergänzte Weber die Porträts zudem um Detailaufnahmen von Werkzeugen, Materialien oder Produkten.

Auch Frauen im Handwerk sollten in seiner Ausstellung ausdrücklich ihren Platz haben. „Das war mir wichtig“, betonte der Fotograf. Eine der Porträtierten musste für das Foto nicht weit gehen: Cafébetreiberin Ingeborg Düreth ist als Konditorin zu sehen. „Es war komisch, Modell zu stehen, aber ich war gerne dazu bereit“, verriet sie bei der Vernissage.

Für Oberbürgermeister Ralf Hartnack (WGK) war es die erste Vernissage der Reihe „Kunst im Café“. Er bescheinigte Weber einen besonderen „Blick fürs Motiv“, jedes Bild habe seine eigene Spannung und Aussagekraft. Zugleich lenke die Ausstellung den Blick auf die Bedeutung des Handwerks als Basis der Gesellschaft. „Handwerk und akademische Berufe dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, sagte Hartnack, „es muss ein Miteinander geben.“

2015 haben Ingeborg Düreth sowie Hedi und Manfred Ströhlein „Kunst im Café“ ins Leben gerufen. Was mit dem Wunsch nach Bildern an den Caféwänden begann, entwickelte sich zu einem festen Bestandteil des Kulmbacher Kulturlebens.

Wie es damit nach der Schließung des Café Schoberth zum Jahresende weitergeht, ist allerdings offen. Initiator und Organisator Manfred Ströhlein, inzwischen 86 Jahre alt, bezeichnete sich augenzwinkernd selbst als „Auslaufmodell“. Ob er die Reihe an anderer Stelle fortführen werde, mache er auch von seiner körperlichen Verfassung abhängig.

Die Ausstellung „Traditionelles Handwerk“ ist bis 18. September im Café Schoberth in der Spitalgasse zu sehen.

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