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Literatur trifft Subkultur
Ungewöhnliche Lesung rockt Kulmbachs Skateshop
Klaus Peter Gartenfeld plant in Kulmbach eine außergewöhnliche Lesung.
Klaus Peter Gartenfeld plant in Kulmbach eine außergewöhnliche Lesung. // privat
Signet des Fränkischen Tags von Stephan Stöckel
Kulmbach – Klaus-Peter Gartenfeld liest in einem Kulmbacher Skateshop. Eine ungewöhnliche Verbindung von Literatur und Subkultur.

Eine Lesung in einem Skateboard-Shop? Das kommt nicht alle Tage vor. Der Kulmbacher Schriftsteller Klaus-Peter Gartenfeld, der der musikalischen Subkultur seiner Heimatstadt entstammt, hat diesen Schritt gewagt.

Gartenfelds Herz schlägt für Punk und Metal

Schließlich gibt es in beiden Welten – dem Punk und dem Skaten – Bretter, die die Welt bedeuten. Steve Caballero, einer der weltbesten Skateboarder aller Zeiten, versetzte im Sommer dieses Jahres mit seiner Skatepunkformation „Urethane“ im Lichtenfelser Jugendzentrum die Musik- und Skaterfreaks aus Nah und Fern in Stimmung.

Und so ist es nur folgerichtig, dass sich Gartenfeld, dessen Herz für Punk und Metal schlägt, für seine Lesung aus seinem Debütroman „Ein Leben in der zweiten Reihe“ den „Unbroken Skateshop“ im Kressenstein 5 in Kulmbach ausgesucht hat.

Gartenfelds Figuren passen sich nicht der Mehrheit an

Über die Bühne geht die unorthodoxe Lesung am Donnerstag, 11. Dezember, ab 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Skaten ist eine Lebensanschauung, ein Ausdruck von Individualität inmitten des Mainstreams, der oft mit einem entsprechend widerspenstigen Soundtrack einhergeht. 

Zerrissener Charakter für Gartenfeld spannender

In Gartenfelds Roman wimmelt es nur so von Figuren, die sich nicht der Mehrheit anpassen. Der Literat spricht vom „Kollektiv der Kaputten“.
Warum rückt er dieses in die Mitte seines Buches? „Weil ich in meinem Leben viele Menschen gesehen habe, die am Rande der Gesellschaft stehen“, sagt Gartenfeld.

Auch der Hauptdarsteller seines Romans ist gegen den Strich gebürstet. Für einen Schriftsteller sei es viel spannender, einen zerrissenen Charakter auszuformen als eine eindimensionale Figur, findet der Autor. Ein Protagonist, der nicht in der Mitte der Gesellschaft stehe, der kein leichtes Leben und keine gerade Biographie habe, mache eine Geschichte zudem für den Leser viel interessanter.
Vor diesem Hintergrund erscheint es nur logisch, dass der Schriftsteller eine nicht alltägliche Lesung organisiert hat.

Gartenfeld wird von drei Gäste unterstützt

Zudem ist er dem vielfachen Wunsch seiner Leser nachgekommen. „Da Solo-Lesungen immer auch ein bisschen angestaubt wirken, werde ich von drei illustren Gästen unterstützt, die mit mir zusammen das Werk zum Leben erwecken. Dazwischen gibt es kleine, ungezwungene Gesprächsrunden, in denen man über Gott und die Welt und ganz besonders über Musik, Subkultur und die fränkische Szene der 80er und 90er-Jahre plaudert. Frei nach dem Motto: Punkrock meets Lesung!“, gewährt Gartenfeld einen Einblick, in das, was die Freunde von Musik, Literatur und Skateboarding bei der Lesung im „Unbroken Skateshop“ am 11. Dezember erwartet. 

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