Neuer Stadtstrand
Inselfeeling mitten in Nürnberg
Stella (l.) und Cindy haben einen Platz an der Poolbar ergattert.
Stella (l.) und Cindy haben einen Platz an der Poolbar ergattert.
Foto: Nikolas Pelke
Nürnberg – Der Stadtstrand heißt neuerdings Citybeach. Am Ufer der Pegnitz genießen die Besucher Urlaubsgefühle, obwohl es zum Start einige Schwierigkeiten gab.

Inseln klingen nach Freiheit, Sonne, Meer und Strand. Das Nürnberger Eiland mit dem lustigen Namen „Schütt“ im Herzen der Altstadt kann normalerweise kaum Fantasien wecken und Sehnsüchte befriedigen. Erst mit Hilfe von viel Sand, großen Palmen und hunderten Liegestühlen wird aus dem größten Archipel in der Pegnitz regelmäßig zum Start in den Sommer ein kleines Urlaubsparadies.

Nach der Corona-Pause haben Kurt Grauberger und Robert Förster in diesem Jahr den Tummelplatz für Badehosen-Freunde und Cocktail-Fans von Lorenz Kalb, dem Schausteller und Erfinder des Nürnberger Stadtstrandes, übernommen. Grauberger und Förster sind ebenfalls zwischen Kirchweih und Volksfest aufgewachsen.

Citybeach ersetzt den Namen Stadtstrand

Als erste Amtshandlung haben die beiden Neuen der urbanen Sommerinsel einen englischen Namen verpasst. Seit diesem Jahr heißt der Stadtstrand nun Citybeach.

Der Stadtstrand heißt jetzt Citybeach.
Der Stadtstrand heißt jetzt Citybeach.
Foto: Nikolas Pelke

Die Idee ist freilich fast die gleiche geblieben. „Viel Sand, viel Spaß“ lautet die kurze Erfolgsformel wohl weiterhin. Allerdings haben die neuen Macher aus Kostengründen den Inselstrand etwas verkleinert und Attraktionen wie das Beachvolleyballfeld gestrichen. Den Besuchern scheint die neue Atmosphäre trotzdem zu gefallen.

„Wir sind häufig am Citybeach, um das Urlaubsfeeling zu genießen“, sagt Dilan, die mit ihren Freundinnen Sharon, Julia und Wida an diesem heißen Sommerabend auf die sandige Insel gepilgert ist. Zwischen den Liegestühlen steht eine Karaffe mit Sangria auf dem kleinen Strandtisch. Aus den Boxen sorgen spanische Rhythmen für Ibiza-Flair. „Normalerweise sitzen wir immer am Pool. Aber da haben wir heute keinen Platz mehr gefunden“, sagt Dilan und zeigt auf die runde Strandbar im knietiefen Wasser.

Sharon, Julia, Wida und Dilan (von links) genießen das Inselflair.
Sharon, Julia, Wida und Dilan (von links) genießen das Inselflair.
Foto: Nikolas Pelke

Ein Bereich ohne Sandboden

Direkt am Beckenrand unter dem Bastschirm haben es sich derweil Cindy und Stella mit einem Cocktail gemütlich gemacht. Den neuen Citybeach finden sie „ziemlich cool“. Nur den Gedanken der neuen Chefs, dass Besucherinnen mit hochhackigen Schuhen zum Strand pilgern könnten, finden die beiden etwas daneben. „Wer geht schon mit Highheels zum Strand?“, fragt Stella und verdreht kurz die Augen. Der Hintergrund ist schnell erklärt. Um neues Publikum mit feinem Schuhwerk auf die Insel zu locken, haben die neuen Strandmeister in diesem Jahr zum ersten Mal einen kleinen Bereich ohne Sandboden geschaffen.

Auch im Netz hatte es nach dem Start des neuen Citybeach kritische Stimmen gegeben. „Geht dieses Jahr gar nicht. Zu teuer, zu langweilig und unfreundliche Bedienungen“, hatte sich eine Besucherin relativ deutlich im Internet beschwert. „Ich finde auch, dass die Qualität stark nachgelassen hat, dafür aber die Preise stark angezogen sind“, meldet sich ein anderer Besucher im Netz kritisch zu Wort.

Bier ist teurer als am Baggersee

„Wir nehmen 4,80 Euro für die Halbe“, verteidigt Robert Förster auf Anfrage die Bierpreise und verweist auf den hohen Aufwand. „Die Insel Schütt ist normalerweise eine Betonwüste. Wir müssen das ganze Beachflair da erst hinzaubern. Deshalb haben wir andere Preise als am Baggersee“, sagt Förster, dessen Schausteller-Familie sich mit dem Verkauf von Pommes auf Volksfesten einen Namen gemacht hat.

Förster räumt ein, dass es zum Start vor rund sechs Wochen mit der Qualität von Cocktails und Service ein paar Probleme gegeben habe. Die habe man zwischenzeitlich aber abgestellt. Es werde immer Menschen geben, denen man es nicht recht machen könne. Insgesamt seien die Besucher mit der neuen Location aber zufrieden. Füße im Sand, Drink in der Hand: Noch bis zum 17. Juli sei die „Urlaubs-Oase“ im Herzen der Frankenmetropole geöffnet, freut sich Förster auf den nächsten Strandwochen in der City.

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