HSC Coburg
Siebter Feldspieler ebnet Weg zum dritten Sieg in Serie
HSC-Kreisläufer Jan Schäffer netzte gegen die Eulen Ludwigshafen siebenmal ein.
HSC-Kreisläufer Jan Schäffer netzte gegen die Eulen Ludwigshafen siebenmal ein.
Hagen Lehmann
F-Signet von Ralph Bilek Fränkischer Tag
Coburg – Der HSC lässt in der ersten Halbzeit gegen Ludwigshafen unzählige Chancen liegen, setzt sich aber dank einer starken Schlussphase verdient mit 32:26 durch.

Drei spektakuläre Treffer des HSC 2000 Coburg in den letzten Minuten gegen die Eulen Ludwigshafen waren das i-Tüpfelchen auf eine Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. Denn lange hatte es nach einem Zitterspiel ausgesehen, doch die Coburger befreiten sich in der Schlussviertelstunde und kamen zu einem verdienten 32:26-Erfolg über den Bundesliga-Mitabsteiger aus dem Jahr 2021.

„Wir haben viel von dem geschafft, was wir uns vorgenommen haben. Zudem waren die Fans ein Riesenfaktor, haben uns getragen und wir haben uns nicht beirren lassen, dass wir vorne ein paar liegen gelassen haben. Nach der Pause waren wir eiskalt vor dem Tor, das hat den Ausschlag gegeben. Und der siebte Feldspieler hat uns sehr geholfen“, äußerte sich Felix Jaeger, der immer traf, wenn es eng wurde, zufrieden nach der Partie.

2. Bundesliga

HSC 2000 Coburg – Eulen Ludwigshafen 32:26 (13:11)

Der Coburger Auftakt war gut, doch nach zwei Herzig-Würfen, die eine Beute von Ziga Urbic im Ludwigshafener Tor wurden, geriet der HSC in Rückstand. Beide Teams legten von Beginn an viel Wert auf eine kompromisslose Abwehrarbeit. Dass die Eulen nach zehn Minuten die Führung wieder abgeben mussten, hatten sie sich mehr oder weniger selbst zuzuschreiben. Erst ging ein geplanter „Kempa“ daneben, bei dem der Passgeber schon hätte selbst abschließen müssen, dann wurde ein Konter frei weit übers Tor geballert. Die vergebenen klaren Chancen gab es dann aber auch auf der anderen Seite. Denn der HSC hätte bei konzentrierteren Abschlüssen Mitte der ersten Halbzeit davonziehen können – ja fast müssen.

Nach gut 20 Minuten standen bei Coburg schon ein halbes Dutzend ungenutzter freier Bälle zu Buche, einige unnötige technische Fehler kamen hinzu. „Gute Frage, warum so viele Bälle daneben gingen. Sie wurden teilweise extrem gut gehalten, aber insgesamt müssen wir konsequenter sein. In der zweiten Halbzeit haben wir besser auf den Torhüter geachtet“, meinte HSC-Kreisläufer Jan Schäffer.

Eine offene Partie bis zur Pause

Aus handballerischer Sicht war es lange Zeit nicht das ganz große Spiel, aber dafür belauerten sich die Teams mit vielen Emotionen. Dadurch war die Partie zwischenzeitlich zerfahren, einige Bälle auf beiden Seiten fanden nicht den Weg zum Nebenmann. Deswegen blieb es eine völlig offene Partie.

Es dauerte bis zur 29. Minute, ehe mit den Coburgern erstmals ein Team mit mehr als einem Tor führte.

Felix Jaeger kann den Ball trotz massiver Gegenwehr von Tim Schaller und Sergey Gorpishin im Tor versenken.
Felix Jaeger kann den Ball trotz massiver Gegenwehr von Tim Schaller und Sergey Gorpishin im Tor versenken.
Hagen Lehmann

Aktivposten beim HSC war Felix Jaeger. Doch bei den Gästen gab es mit Marc-Robin Eisel auch einen Akteur, der nicht nur einen Wurf passgenau ins Tor von Jan Kulhanek hämmerte. Da passte kaum ein Blatt Papier zwischen Aluminium und Ball.

Zu lässig und ungenau agierten die Coburger in den ersten Angriffen nach der Pause, so dass die Möglichkeit auf die erste Drei-Tore-Führung des Spiels leichtfertig vergeben wurde, zumal Jan Schäffer und Max Jaeger den Reigen der vergebenen Chancen erst einmal fortsetzten. „Wenigstens steht die Abwehr“, murmelte ein Fan zu seinem Sitznachbar.

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Mehr als vier Minuten dauerte es bis zum ersten Treffer nach dem Wechsel. Den setzten die Coburger und sich danach erstmals auf vier Tore ab. Plötzlich lief es auch spielerisch. Mit schnellen Aktionen über den Rückraum ging viel über den Kreis. Warum beim Stand von 17:13 der Siebenmeterpfiff für Schäffer, der von hinten umgerissen wurde, ausblieb, bleibt wohl ein Geheimnis der Schiedsrichter. Eine Aktion, die ein Stück weit der Ausgangspunkt der Aufholjagd der Gäste war.

Die Eulen suchten nun mit enormem Tempo die Flucht nach vorne und setzten den siebten Feldspieler ein. Beim 20:19 hatten die Gäste den Anschluss geschafft. Das Coburger Rezept?

Fynn Herzig trifft den Ludwigshafener Torwart Ziga Urbic voll im Gesicht.
Fynn Herzig trifft den Ludwigshafener Torwart Ziga Urbic voll im Gesicht.
Hagen Lehmann

Selbst den siebten Feldspieler zu bringen, was der Partie die nächste Wende gab. „Es war nicht der Dosenöffner, aber das letzte Rädchen am Öffner, damit die Dose ganz aufgeht“, frohlockte Schäffer nach der Partie. Hinzu kam ein die gegnerische Abwehr „austanzender“ Arkadius Ossowski. Nach dessen Treffer zum 26:23 waren alle Zeichen auf Heimsieg.

Das 30:24 durch Jannes Krone, der der sich zunächst den Ball erhechtete und dann von der Mittellinie ins leere Eulen-Tor traf, das 31:25 nach doppelten Rückhandpässen durch Max Jaeger und das 32:25 von Herzig nach einem Spielzugwirbel von der für ihn ungewohnten Außenposition setzen den Schlusspunkt unter eine atemberaubende Schlussphase, mit der auch HSC-Coach Brian Ankersen hochzufrieden war: „Das Sieben-gegen-sechs war der Knackpunkt für uns. Die unkonzentrierten Abschlüsse zuvor haben mich richtig aufgeregt. Ziga Urbic ist zwar ein guter Torhüter, aber es waren auch schlechte Abschlüsse. Mit einer richtig starken Teamleistung haben wir es spät geschafft, uns abzusetzen.“

Die Statistik

HSC 2000 Coburg: Kulhanek (4 Paraden), Apfel (1 Parade) – M. Jaeger (2), Dettenthaler, Glatthard, Fuß (1), Ossowski (3), Billek (6/5), Herzig (4), Krone (2), Knauer, Schäffer (7), F. Jaeger (6), Schröder (1)

Eulen Ludwigshafen: Asanin, Urbic (8) – Salger, Schaller (5/4), Eisel (8), Keskic (1), Müller-Siebert, Haider (4), Gorpishin, Remmlinger, Falk (2), Durak, Bührer (2), Trost, Hansen, Klein (4)

Schiedsrichter: Biehler / Dietz

Zeitstrafen: 3 (Schäffer, Knauer, Herzig) – 4 (2x Haider, Gorpishin, Bührer)

Siebenmeter: 5/5 (Billek verwandelt alle) – 4/5 (Schaller trifft vier Mal, wirft einmal vorbei)

Spielfilm: 1:2 (3.), 3:4 (8.), 4:5 (11.), 5:5 (14.), 6:7 (17.), 9:9 (23.), 12:10 (29.) 13:11 – 14:11 (35.), 17:13 (38.), 19:16 (43.), 20:19 (46.), 22:21 (49.), 25:23 (52.), 26:24 (54.), 29:24 (57.), 31:25 (59.), 32:26

Zuschauer: 1565

Beste Spieler: F. Jaeger, Schäffer, Ossowski – Eisel, Klein, Haider

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