Handball
HSC Coburg brennt 25 Minuten ein Feuerwerk ab
Hoch die Hände, Heimsieg: Viktor Glatthard und seine Teamkollegen lassen sich von den knapp 1500 HSC-Fans in der HUK-Arena feiern.
Hoch die Hände, Heimsieg: Viktor Glatthard und seine Teamkollegen lassen sich von den knapp 1500 HSC-Fans in der HUK-Arena feiern.
Foto: Uwe Gick
Coburg – Der HSC Coburg demonstriert in der ersten Halbzeit gegen Aufsteiger HSG Konstanz seine Frühform und führt zwischenzeitlich mit 15 Toren.

So wie am Samstagabend hätten die Fans des HSC 2000 Coburg die Tabelle der 2. Handball-Bundesliga auch gerne am Saisonende. Denn da standen die Coburger auf Platz 1. Grund hierfür war der klare 34:22-Auftakterfolg über die HSG Konstanz.

Ein Sieg, der so wie zustande gekommen war, von wohl keinem erwartet wurde.

2. Bundesliga

HSC 2000 Coburg – HSG Konstanz 34:22 (19:9)

Die Konstanzer waren in den ersten 25 Minuten völlig überfordert, kamen überhaupt nicht ins Spiel und wurden vom Gegner förmlich überrollt. Bereits nach sieben Minuten rief HSG-Coach Jörg Lützelberger bei einem Fünf-Tore-Rückstand zur Auszeit, nach 20 Minuten holte er sein Team erneut an die Außenlinie und fragte: „Habt ihr mir in der ersten Auszeit überhaupt zugehört, was ich gesagt habe?“

Die Coburger führten da bereits mit elf Toren und brannten in den ersten 25 Minuten ein wahres Handballfeuerwerk ab. Kompakt, variabel und schnell in der Abwehr, zielstrebig, energisch und torhungrig im Angriff. Fast fehlerfrei agierten die HSCler gegen einen in dieser Phase völlig überforderten Gegner. „Die Grundlage dafür haben wir in der Abwehr gelegt, Jan Kulhanek hatte eine Quote von 50 Prozent und dann sind wir Tempo gegangen“, war HSC-Trainer Brian Ankersen da mit seinem Team völlig zufrieden.

Alles andere als abgetaucht: Merlin Fuß (rechts) war kaum zu bremsen.
Alles andere als abgetaucht: Merlin Fuß (rechts) war kaum zu bremsen.
Foto: Uwe Gick

Ganz anders erging es natürlich seinem Gegenüber: „Wir sind wirklich ganz schlecht ins Spiel gekommen, hatten tatsächlich keinen Spaß. Wir haben es überhaupt nicht geschafft, eine Abwehr hinzustellen, die Coburg Probleme bereitet.“

Herzig und Fuß glänzen

Die waren tatsächlich von allen Positionen erfolgreich. Da verging Konstanz Hören und Sehen. Allen voran waren es HSC-Neuzugang Fynn Herzig und Merlin Fuß, die mit einem unglaublichen Zug zum Tor erfolgreiche Aktionen setzen. Da nutzte es nichts, dass Konstanz verschiedene Abwehrformationen ausprobierte. Die Coburger hatten immer die richtige Antwort parat und führten nach 25 Minuten mit 19:4.

„Sie haben es geschafft, unseren Spielfluss ständig zu unterbrechen und haben uns dadurch überhaupt nicht ins Spiel kommen lassen“, so Lützelberger. „Er hat in der Halbzeit aber die richtigen Worte gefunden“, analysierte der erfolgreichste Konstanzer Werfer Aron Czako nach der Partie bei sportdeutschland.tv. Denn nach dem Wechsel erlebten die 1462 Zuschauer in der HUK-Arena eine andere Mannschaft vom Bodensee. Schon vor der Pause waren sie besser ins Spiel gekommen, hatten mit fünf Toren in Folge den Rückstand auf zehn Treffer verkürzt.

Kaum zu bändigen: Neuzugang Fynn Herzig
Kaum zu bändigen: Neuzugang Fynn Herzig
Foto: Uwe Gick

Ankersen in Halbzeit 2 unzufrieden

Und jetzt hielten sie die Partie ausgeglichen. Coburg schaffte nicht mehr den Zugriff in der Abwehr, bekam Joel Mauch, der im HSG-Angriff geschickt die Fäden zog, nicht in den Griff. Im Angriff waren die Aktionen teilweise überhastet, so dass die Gäste die Partie nun offen gestalteten.

Mit einigen schönen Aktionen zeigten sie, dass sie nun in der Liga angekommen waren, ohne Coburg allerdings nochmals ernsthaft zu gefährden. Doch Ankersen wollte sichtbar wieder mehr von seinem Team: „Mit der zweiten Halbzeit bin ich nicht zufrieden.“ Der Coburger Coach bemängelte die hohe Fehlerzahl und die zu wenig zielstrebigen Aktionen. Das machte er auch in einer Auszeit deutlich: „Wir müssen wieder mit mehr Fokus spielen!“

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Doch an die erste Phase des Spiels konnte der HSC nicht mehr anknüpfen. Was vielleicht auch daran lag, dass Ankersen die gesamte Breite seines Kaders nutzte und allen Akteuren Spielzeit gab.

Bei vielen sehenswerten Aktionen wurde so die vielleicht gelungenste zum Schluss möglich, als Felix Jaeger auf der Außenposition Felix Dettenthaler mit einem Rückhandanspiel bediente und der zum 34:22-Endstand abschloss.

So kann man in die Saison starten. Der HSC feiert seinen Kantersieg.
So kann man in die Saison starten. Der HSC feiert seinen Kantersieg.
Foto: Uwe Gick

Die Statistik

HSC 2000 Coburg: Kulhanek (12 Paraden), Apfel (5 Paraden) – M. Jaeger (6), Dettenthaler (3/1), Glatthard, Fuß (5), Siegler, Ossowski (3), Billek (7/2), Herzig (6), Krone, Knauer (1), Schäffer (1), F. Jaeger (1), Schröder (1)

HSG Konstanz: Ebert (8 Paraden, 1 Tor), Grabenstein (4 Paraden) – Stotz, Czako (6), Foege (2), Michelberger, Thomann (1), Erifopoulos, Mauch (2), Beckmann, Wendel, Schramm (2), Ingenpaß (2), Köder (4/4), Knezevic (2), Hutecek.

Schiedsrichter: J. Lier / M. Lier

Zeitstrafen: 2 (Knauer, M. Jaeger) – 1 (Hutecek)

Siebenmeter: 3/3 (zwei Mal Billek, einmal Dettenthaler verwandeln) – 4/5 (Köder trifft vier Mal, scheitert einmal an Apfel)

Spielfilm: 4:0 (5.), 8:1 (8.), 10:2 (13.), 14:3 (20.), 19:4 (25.), 19:9 – 20:10 (33.), 23:10 (36.), 25:12 (39.), 27:14 (42.), 28:19 (49.), 30:20 (51.), 32:21 (57.), 34:22

Zuschauer: 1462

Beste Spieler: Herzig, Fuß, M. Jaeger – Czako, Mauch

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