HSC Coburg
Ein Derby auf Abschiedstour?
Kapitän Andreas Schröder (re., hier gegen den heutigen Eisenacher Philipp Meyer) und der HSC haben gegen die Wölfe eine Rechnung offen. In der vergangenen Saison gingen beide Derbys an die Unterfranken.
Kapitän Andreas Schröder (re., hier gegen den heutigen Eisenacher Philipp Meyer) und der HSC haben gegen die Wölfe eine Rechnung offen. In der vergangenen Saison gingen beide Derbys an die Unterfranken.
Uwe Gick
Tobias Herrling von Tobias Herrling Fränkischer Tag
Coburg – HSC Coburg gegen DJK Rimpar: Das Derby steht für Dramatik, Spannung und Emotionen. Das Heimspiel des HSC gegen die Wölfe Würzburg, wie der Klub nun heißt, könnte aber das vorerst letzte sein.

Sie waren umkämpft, leidenschaftlich und hitzig: Die Derbys zwischen dem HSC 2000 Coburg und den Wölfen der DJK Rimpar, die seit dieser Saison als Wölfe Würzburg an den Start gehen, haben teils legendäre Geschichten geschrieben. Wenn der HSC (9./15:15 Punkte) am Mittwochabend (19.30 Uhr) die Wölfe (19./4:24) empfängt, könnte die 17. Auflage des Frankenderbys die vorerst vorletzte sein und das Coburger Heimspiel das vorerst letzte. Denn: Die Unterfranken befinden sich in akuter Abstiegsgefahr.

2. Bundesliga

HSC Coburg (9.) – Wölfe Würzburg (19.)

Es sollte der Beginn einer neuen Ära sein. Im Sommer gaben die Verantwortlichen der DJK Rimpar bekannt, ab sofort als Wölfe Würzburg zu firmieren. Die Umbenennung sollte neue Märkte erschließen, den Verein attraktiver für Sponsoren machen. Ein halbes Jahr später bleibt zu bilanzieren: Im kommenden Sommer könnte eine Ära enden.

Mit nur vier Punkten aus 14 Spielen liegen die Wölfe auf dem letzten Tabellenplatz und haben auf das rettende Ufer bereits vier Punkte Rückstand. Nach der jüngsten Niederlage gegen Aufsteiger VfL Potsdam (28:31) schrieb die Main-Post bereits vom „Luftschloss“ Klassenerhalt. Und tatsächlich deutet im zehnten Jahr der Zweitligazugehörigkeit vieles auf den Abstieg in die 3. Liga hin.

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Ein Problem: Die Wölfe im Jahr 2022 sind wankelmütig. Mal schlugen sie zu Hause TuSEM Essen deutlich mit 29:23, kamen aber eine Woche später beim VfL Lübeck-Schwartau unter die Räder (29:40). Oder als das Auswärtsspiel beim Aufsteiger HSG Konstanz verloren ging (32:29) und eine Woche später der Tabellendritte ThSV Eisenach geschlagen wurde (32:28).

Wer sich also auf die Wölfe vorbereitet, weiß oft nicht, auf welche Wölfe er sich vorbereitet. Für HSC-Trainer Ankersen ist es ein Zeichen, „wie unfassbar eng diese zweite Liga ist“.

Brian Ankersen noch ohne Derbysieg

Der 34-Jährige wartet sowohl gegen den TV Großwallstadt als auch gegen die Wölfe noch auf seinen ersten Derbysieg – und will das am Mittwoch ändern: „Es wäre mega schön, wenn uns das gelingen würde.“

Für dieses Unterfangen hat sich Ankersen ein passendes Derby-Mittel zurechtgelegt: „Wir wollen ihnen ein intensives und hartes Spiel liefern und viel ins Eins-gegen-eins gehen. Würzburg hatte zuletzt einen kleinen Kader. Das wollen wir nutzen, auch wenn wir ebenfalls ein paar Fehlende hatten.“

Kehrt ein HSC-Trio zurück?

Beim HSC fehlten beim Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten (29:35) Kapitän Andreas Schröder, Florian Billek und Jakob Knauer. Wer von diesem Trio gegen die Würzburger zurückkehrt, „entscheide sich kurzfristig“.

Unabhängig der personellen Situation gelte es, die 6:0-Deckung der Wölfe mit Tempo und Variabilität auszuhebeln – und Torwart Jonas Maier nicht ins Spiel kommen zu lassen. Der Neuzugang zwischen den Pfosten fehlte zwei Wochen, zeigte bei seinem Comeback gegen Potsdam aber eine starke Leistung (11 Paraden, 35 Prozent gehaltene Bälle).

Niederlage gegen HBW-Balingen abgehakt

Und in der Abwehr müsse vor allem die Achse Patrick Schmidt/Steffen Kaufmann in Schach gehalten werden. „Sie sind die Führungsspieler und erfahrene Kräfte“, sagt Ankersen, dessen Enttäuschung sich über die Balingen-Niederlage gelegt hat: „Wir haben im Angriff viele gute Aktionen gehabt und in der Positionsabwehr gut verteidigt.

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Balingen hat aber unsere vielen Fehler ausgenutzt. Kämpferisch kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen.“ Diesen Kampf müsse sein Team auch gegen die Wölfe zeigen: „Es ist ein Derby. Dafür spielt man Handball und da geht es nur mit 110 Prozent.“

Die Aufgebote:

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Apfel – Runarsson, Dettenthaler, Bis, Glatthard, Fuß, Ossowski, Billek (?), Herzig, Krone, Knauer (?), Schäffer, F. Jaeger, Schröder (?)

Trainer: Ankersen

Wölfe Würzburg: Maier, Wieser – Böhm, Karle, Neagu,Schmidt, Kaufmann, Dürr, Rabe, Rose, Seidler, Krenz, Weckesser

Trainer: Thomann

Schiedsrichter: Friedel (Leipzig) / Herrmann (Zschorlau)

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