HSC Coburg
Vor Rostock: Ankersen vermisst Führungsspieler
Er würde dem Spiel des HSC Coburg guttun: Spielmacher Tumi Steinn Runarsson fällt aber seit Saisonbeginn aus. Wann der Isländer den Coburger Angriff beleben kann, ist unklar.
Er würde dem Spiel des HSC Coburg guttun: Spielmacher Tumi Steinn Runarsson fällt aber seit Saisonbeginn aus. Wann der Isländer den Coburger Angriff beleben kann, ist unklar.
Foto: Uwe Gick
F-Signet von Ralph Bilek Fränkischer Tag
Coburg – Nur ein Sieg aus den vergangenen fünf Spielen: Zweitligist HSC Coburg steht im Heimspiel gegen den HC Empor Rostock unter Druck. Trainer Brian Ankersen vermisst einen Leitwolf.

Der HSC Coburg ist nach nur einem Sieg aus den vergangenen fünf Spielen ins Niemandsland dieser von überraschenden Spielausgängen geprägten Saison der 2. Handball-Bundesliga abgerutscht. Langsam geht der Blick eher nach hinten, wenn am Samstagabend (19.30 Uhr) der HC Empor Rostock zu Gast ist.

Doch nicht nur den Coburgern (10./11:11 Punkte) geht das mit dem Auf und Ab so. Schließlich sind die Mannschaften zuletzt in der Tabelle eng zusammengerückt und der HSC befindet sich in bester Gesellschaft. Etwa mit der SG BBM Bietigheim, die am vergangenen Sonntag völlig überraschend beim damaligen Schlusslicht in Rostock (19./4:18) unterlag. Für die Mannschaft von Trainer Brian Ankersen dürfte das Warnung genug sein.

2. Bundesliga

HSC Coburg (9.) – HC Empor Rostock (18.)

„Wir werden Rostock nicht unterschätzen, aber wir müssen gewinnen. Wir wissen, dass es ein schwieriges Spiel wird“, sagt Ankersen vor dem Duell mit einem Gegner, der unbequem zu spielen ist. Zwar ist dessen oftmals praktizierte Spielweise mit dem zusätzlichen Feldspieler nicht mehr so effektiv wie in der vergangenen Saison, aber nach dem Trainerwechsel scheint Empor gefestigt.

Till Wiechers, der saisonübergreifend im Jahr 2022 nur fünf Siege nach einer ausgezeichneten Hinrunde 2021 verbuchte, wurde vor drei Wochen entlassen. Jugendkoordinator Tristan Staat übernahm interimsweise und unter seiner Regie haben die Rostocker die Rote Laterne an die Wölfe aus Würzburg weitergegeben.

HSC Coburg fehlt die Lockerheit

Doch das haben die Vestestädter weniger im Blick, vielmehr müssen sie erst einmal bei sich selbst anfangen: „Uns fehlt die Coolness und die Lockerheit. Das große Bild passt, die Ansätze sind gut, aber wir schaffen das nicht über 50 bis 55 Minuten“, hat Ankersen Gründe für die punktemäßig schwache Zwischenbilanz ausgemacht.

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Unter der Verkrampfung leidet oftmals auch die Passgenauigkeit. „Uns fehlt der Führungsspieler. Wir müssen es einfach weiter versuchen, das auf mehrere Schultern zu verteilen.“ Und: Coburg muss seine klaren Chancen besser nutzen. Mit einer Chancenverwertung wie beim VfL Lübeck-Schwartau (25:27), als der HSC etliche freie Würfe nicht im Tor untergebracht hatte, wird es gegen jeden Gegner der Liga schwer.

Hoffnung auf Tumi Steinn Runarsson

Das weiß auch der 34-jährige Däne, der große Hoffnungen in die Rückkehr von Spielmacher Tumi Steinn Runarsson setzt. Wann der Isländer, der an einer Schambeinentzündung laboriert, zurückkehrt, ist aber noch nicht absehbar.

Während der Angriffsmotor stottert, steht die Abwehr meist stabil. „Aber auch da müssen wir noch etwas besser werden“, schränkt Ankersen ein. Eine sichere Deckung wird auch gegen den Klub von der Ostsee wichtig sein.

HC Empor Rostock als Kollektiv

Zwar hat Empor mit Marc Pechstein, Jonas Ottsen und Per Kohnagel einen starken Rückraum, aber „sie sind nicht unbedingt Shooter, sondern kommen eher über das Kollektiv“. Zudem habe Rostock den Blick und die Spielanlage im Sieben-gegen-sechs für den freien Mann. Zuletzt netzte Ottsen gegen Bietigheim allerdings achtmal ein.

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Und warum probiert es der HSC in Partien wie gegen Hüttenberg, als dessen Rückraum fast alle Freiheiten hatte, nicht einmal mit einer 5:1-Deckung? „Uns fehlt die Zeit, dieses System zu verfestigen“, erklärt Ankersen.

HSC Coburg hat offene Rechnungen

Fest vorgenommen haben sich die Coburger hingegen eine dreifache Wiedergutmachung. Zum einen für die schwache Wurfquote gegen Lübeck, zum anderen für den schwachen Heimauftritt gegen Rostock in der vergangenen Saison.

Gegen den damaligen Aufsteiger verlor Coburg nicht nur an der Ostsee, die für den HSC sowieso kein gutes Pflaster ist, sondern nach klarer Führung im Februar dieses Jahres auch das Rückspiel in eigener Halle. Der HSC Coburg hat also ein paar offene Rechnungen zu begleichen.

Die Aufgebote:

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Apfel – Dettenthaler, Bis, Glatthard, Fuß, Siegler, Ossowski, Billek, Herzig, Krone, Knauer, Schäffer, F. Jaeger, Schröder

Trainer: Ankersen

HC Empor Rostock: Wetzel, L. Mehler – Hochmuth, Orzol, Ottsen, D. Mehler, Witte, Asmussen, Demerza, Vignisson, Thümmler, Pechstein, Lößner, Sveinsson, Steidtmann, Wilhelm

Trainer: Staat

Schiedsrichter: Bona (Remscheid) / Frank (Radevormwald)

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