HSC Coburg
Coburg fährt selbstbewusst zum Primus
Präsentierte sich gegen Nordhorn in blendender Form: Coburgs Merlin Fuß sprühte vor Spielfreude und Durchschlagskraft.
Präsentierte sich gegen Nordhorn in blendender Form: Coburgs Merlin Fuß sprühte vor Spielfreude und Durchschlagskraft.
Uwe Gick
Tobias Herrling von Tobias Herrling Fränkischer Tag
Coburg – Dieser Sieg gibt Auftrieb: Nach dem Erfolg über die HSG Nordhorn-Lingen will Zweitligist HSC Coburg Spitzenreiter HBW Balingen-Weilstetten Paroli bieten. Unter der Woche gab es allerdings Sorgen.

Das eigene Potenzial abgerufen, eine Spitzenmannschaft geschlagen: Der Handball-Zweitligist HSC 2000 Coburg zeigte beim jüngsten Heimsieg über die HSG Nordhorn-Lingen (30:27) eine starke Leistung und demonstrierte, was in ihm steckt. Eine Vorstellung, die die Hoffnungen der Fans auf eine Platzierung im oberen Tabellendrittel nährt.

Eine Woche später geht es für die Mannschaft von Trainer Brian Ankersen zum nächsten Top-Team: Am Samstag (19 Uhr, bei sportdeutschland.tv) gastiert der HSC (8./15:13 Punkte) beim HBW Balingen-Weilstetten (1./24:2 Punkte). Beim Tabellenführer sind die Vestestädter Außenseiter, können aber ohne Druck aufspielen – und wollen den Primus ärgern.

2. Bundesliga

HBW Balingen-Weilstetten (1.) – HSC 2000 Coburg (8.)

Sieben Spiele, sieben Siege: Der HBW Balingen-Weilstetten ist nicht nur in der Gesamt-Tabelle Spitzenreiter, sondern auch in der Heim-Tabelle. Dazu passt: Die Baden-Württemberger haben mit rund 1900 Fans den höchsten Zuschauerschnitt der Liga – gefolgt vom HSC Coburg (1700). „Ihre Halle ist immer zu 80, 90 Prozent voll. Die Stimmung ist entsprechend gut. In Balingen zu bestehen, ist immer sehr schwierig“, sagt HSC-Trainer Brian Ankersen vor dem Gastspiel beim Tabellenführer.

Der Absteiger aus der Bundesliga ist auf dem besten Weg, direkt in die stärkste Liga der Welt zurückzukehren. Die Mannschaft von Trainer Jens Bürkle, der seit Oktober 2017 den HBW trainiert und kürzlich seinen Vertrag bis 2025 verlängerte, ist mit Abstand die konstanteste der Liga und hat bereits sechs Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz. „Balingen ist die stärkste Mannschaft der Liga und auf jeder Position mit hoher individueller Qualität besetzt“, sagt der 34-jährige HSC-Trainer.

Aufstiegsfavorit Nummer 1

Der HBW hat sich als Aufstiegsaspirant Nummer 1 entwickelt – obwohl die eigenen Fans vor der Saison durchaus skeptisch waren. Ihre Sorgen: Vor allem im rechten Rückraum reiche die Qualität nach dem Abgang von Shooter Vladan Lipovina (HSG Wetzlar) nicht aus. Die Befürchtungen bestätigten sich aber nicht, denn mit dem Brasilianer Guilherme Linhares de Souza lotsten die Balinger einen champions-league-erfahrenen Linkshänder nach Deutschland.

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Auch auf der linken Rückraumposition sicherte sich der HBW die Dienste eines königsklassen-erprobten Spielers: Filip Vistorop wechselte aus Zagreb zu den Galliern von der Alb. Beim jüngsten Unentschieden beim ThSV Eisenach (26:26) war Vistorop, ähnlich wie Routinier Felix Danner, allerdings angeschlagen. Die Einsätze der beiden Neuzugänge sind fraglich.

Erkältungs-Welle in Coburg

Personelle Sorgen gab es unter der Woche auch bei den Vestestädtern und diese sorgten für einen eingeschränkten Trainingsbetrieb. „Fünf, sechs Spieler haben sich mit einem erkältet  herumgeschleppt. Wir haben extra mit der zweiten Mannschaft zusammentrainiert, damit wir auf zwei Tore spielen konnten. Aber auch die ,Zweite’ hatte Personalsorgen“, gibt Ankersen Einblicke in die Trainingswoche. Der Coburger Trainer hoffte auf wenigstens eine, zwei Einheiten in voller Kaderstärke.

Unabhängig davon fährt der HSC selbstbewusst nach Balingen: „Wir gehen mit einem guten Gefühl in das Spiel und wollen an die Leistung gegen Nordhorn anknüpfen.“ Gegen die HSG zeigte der HSC – vor allem in der zweiten Halbzeit – seine beste Saisonleistung und kämpfte die zuletzt formstarken Niedersachsen nieder. Gründe dafür: die starke Abwehr, die im zweiten Durchgang nur elf Gegentore kassierte, und ein variabler Angriff, bei dem vor allem der Rückraumrechte Merlin Fuß an seine Leistungen aus seiner ersten HSC-Saison anknüpfte.

Starkes Runarsson-Comeback

Profitiert haben die Coburger aber auch von der Rückkehr von Tumi Steinn Runarsson. Der isländische Spielmacher gab nach überstandener Schambeinentzündung und monatelanger Pause sein Comeback – und spielte, als wäre er nie weggewesen. „Seine ersten Aktionen waren unglücklich. Aber danach hat er ein gutes Spiel gemacht. Tumi ist einfach ein Spieler, der immer die letzte Hand am Ball haben will und Verantwortung übernimmt“, sagt Ankersen über seinen Mittelmann.

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Um gegen den Spitzenreiter die nächste Überraschung zu schaffen, fordert Ankersen eine leidenschaftliche Vorstellung wie zuletzt: „Wir müssen in der Abwehr wie gegen Nordhorn spielen und unser Angriffsspiel ähnlich breit anlegen.“ Sollte sich die Coburger Grippe-Welle legen, steht Ankersen der gleiche Kader wie gegen Nordhorn zur Verfügung.

Die Aufgebote:

HBW Balingen-Weilstetten: Sejr, Ruminsky – Vistorop, Huber, Ingason, de Souza, Gretarsson, Danner, Beciri, Hildenbrand, Schoch, Wente, Volz, Strosack

Trainer: Bürkle

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Apfel – Runarsson, Dettenthaler, Bis, Glatthard, Fuß, Siegler, Ossowski, Billek, Herzig, Krone, Knauer, Schäffer, F. Jaeger, Schröder

Trainer: Ankersen

Schiedsrichter: Hörath (Zirndorf) / Hofmann (Bamberg)

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