HSC Coburg
Vor Hagen-Spiel: Wo es beim HSC noch klemmt
Merlin Fuß (am Ball) kommt noch nicht an seine Form aus der vergangenen Saison heran. Ähnliches gilt für Jakob Knauer.
Merlin Fuß (am Ball) kommt noch nicht an seine Form aus der vergangenen Saison heran. Ähnliches gilt für Jakob Knauer.
Foto: Uwe Gick
Tobias Herrling von Tobias Herrling Fränkischer Tag
Coburg – Vier Spiele, zwei Siege: Trainer Brian Ankersen sieht den Zweitligisten Coburg vor dem Spiel in Hagen auf einem guten Weg. Es gibt aber Baustellen.

Der zweite Saisonsieg ist eingefahren, der Druck erst einmal genommen: Handball-Zweitligist HSC 2000 Coburg kletterte nach dem Auswärtssieg beim VfL Potsdam (30:25) auf den achten Tabellenplatz. Am Freitagabend (19.30 Uhr, bei sportdeutschland.tv) steht für die Vestestädter (8./4:4 Punkte) beim VfL Eintracht Hagen (16./2:6 Punkte) das zweite Auswärtsspiel in Folge an.

Beim Vorjahres-Aufsteiger wollen die Coburger um Trainer Brian Ankersen nachlegen und die nächsten zwei Zähler auf ihr Konto holen. Der 34-jährige Däne ist mit dem Start seiner Mannschaft zufrieden, hat aber in mehreren Bereichen noch Luft nach oben erkannt.

2. Bundesliga

VfL Eintracht Hagen (16.) – HSC 2000 Coburg (8.)

Nur 13 Tore in vier Spielen: Der rechte Rückraum der Vestestädter ist in dieser Saison nicht so gefährlich wie in der vergangenen. Merlin Fuß zählte im vergangenen Jahr zu den stärksten Coburgern und Jakob Knauer setzte nach seinem Comeback vor allem als Einwechselspieler immer wieder Akzente.

Beide Linkshänder sind in dieser Saison noch keine prägenden Akteure. „Wir müssen ihre Qualitäten wieder mehr zum Tragen kommen lassen“, sagt Ankersen. Daran – und an weiteren Baustellen – werde im Training intensiv gearbeitet.

HSC Coburg lässt Tempo vermissen

Die zweite Problemzone hat Ankersen im Tempospiel erkannt: „Das war gegen Potsdam besser, aber wir haben noch Luft nach oben. Auch die Passgeschwindigkeit muss höher werden.“ Der dritte Punkt mit Verbesserungsbedarf ist für den HSC-Trainer vor allem der Verletzungsmisere geschuldet, denn im Spielaufbau der Coburger läuft noch nicht alles reibungslos.

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„Arek (Arkadiusz Ossowski, Anm. d. Red.) ruft noch nicht sein ganzes Potenzial ab. Unsere Idee war es aber, dass Tumi (Steinn Runarsson) mehr spielt. Nach seiner Verletzung muss Arek mehr Verantwortung übernehmen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis er zeigt, was er kann.“ Der Coburger Trainer dürfte nichts dagegen haben, wenn der polnische Nationalspieler bereits in Hagen zeigt, was in ihm steckt.

VfL Eintracht Hagen beendet Krise

Die Eintracht holte zuletzt wie der HSC einen Sieg gegen einen Aufsteiger und beendete gegen die HSG Konstanz (30:23) ihre Krise. Die Mannschaft von Trainer Stefan Neff hatte die ersten drei Ligaspiele verloren und war im Pokal am Drittligisten TuS Vinnhorst gescheitert.

„Sie hatten also Druck und dürften jetzt Selbstvertrauen getankt haben“, sagt Ankersen über den kommenden Gegner, der in der vergangenen Saison als Aufsteiger die Liga zeitweise aufmischte und letztlich auf Rang 7 landete.

Von den bisherigen Ergebnissen der Hagener lässt sich Ankersen nicht blenden. Er weiß, was auf den HSC zukommt: „Hagen hat einen sehr breiten Kader und eine enorme individuelle Qualität. Sie haben auf jeder Position zwei bis drei starke Spieler.“ Vielleicht, mutmaßt Ankersen, habe die starke Besetzung aber auch für Verunsicherung und letztlich den verpatzten Saisonstart gesorgt.

Wiedersehen mit Pouya Norouzi Nezhad

Prägende Spieler des VfL seien der Ex-Coburger Pouya Norouzi Nezhad, Philipp Vorlicek und Valentin Schmidt. Spielmacher Schmidt schaffe immer wieder Räume für Pouya oder Vorlicek. „Einen von ihnen können wir ins Spiel kommen lassen. Bekommen wir beide nicht in den Griff, wird es sehr schwierig“, weiß Ankersen um die Klasse der beiden Hagener Rückraumspieler. Zudem habe der VfL mit Valentin Spohn einen starken Joker in seinen Reihen.

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Der HSC, der sich bislang auf eine stabile Deckung verlassen kann, wolle laut Ankersen in der Abwehr „nichts radikal verändern“, habe aber „eine taktische Idee“, um den Hagener Angriff zu verteidigen. Welche genau, verriet der HSC-Trainer nicht.

Im Kern gehe es aber darum, die Räume für Pouya eng zu machen. Über viel Platz durften sich zuletzt die Coburger in Potsdam freuen. Die Gastgeber stellten auf eine offensive 3:3-Deckung um und der HSC nutzte die Räume, entscheidend davonzuziehen.

„Mit dieser Variante haben wir überhaupt nicht gerechnet. Am Anfang waren wir nervös und überrascht, aber danach haben wir es gut gelöst“, sagt Ankersen, der nach einem schwachen Beginn eine deutliche Steigerung seiner Mannschaft sah. Daran hatten vor allem die Coburger Abwehr im Allgemeinen und Torwart Jan Kulhanek, der auf starke 13 Paraden gekommen war, im Speziellen ihren Anteil.

Die Aufgebote:

VfL Eintracht Hagen: Paske, Grzesinski – Bürgin, Norouzi Nezhad, Pröhl, Schmidt, Renninger, Klein, Voss-Fels, Vorlicek, Spohn, Gaubatz, Stüber, Stefan, Toromanovic, Busch

Trainer: Neff

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Jochens, Apfel (?) – M. Jaeger, Dettenthaler, Mund, Glatthard, Fuß, Ossowski, Billek, Herzig, Knauer, Schäffer, F. Jaeger, Schröder

Trainer: Ankersen

Schiedsrichter: Engeln / Schmitz (beide Burscheid)

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