HSC Coburg
Sieglos an der Ostsee: HSC kämpft gegen Fluch
Er wurde schmerzlich vermisst und steht nun vor der Rückkehr: Coburgs Kreisläufer Jan Schäffer kehrt nach überstandener Schulterverletzung in den HSC-Kader zurück.
Er wurde schmerzlich vermisst und steht nun vor der Rückkehr: Coburgs Kreisläufer Jan Schäffer kehrt nach überstandener Schulterverletzung in den HSC-Kader zurück.
Foto: Uwe Gick
Tobias Herrling von Tobias Herrling Fränkischer Tag
Coburg – Viele Klatschen und nur ein Remis: Auswärtsspiele beim VfB Lübeck-Schwartau waren für den Zweitligisten HSC Coburg selten ein Vergnügen. Das soll sich diesmal ändern.

Nach dem enttäuschenden Auftritt gegen den TV Hüttenberg (25:31) wartet die nächste schwere Aufgabe auf den HSC 2000 Coburg (7./11:9 Punkte): Am Freitagabend (19.30 Uhr, bei sportdeutschland.tv) gastiert der Handball-Zweitligist beim VfL Lübeck-Schwartau (12./7:11), der zuletzt zwei Siege in Serie holte – und zu Hause gegen die Vestestädter besonders gerne gewinnt.

2. Bundesliga

VfL Lübeck-Schwartau (12.) – HSC Coburg (7.)

Die lange Fahrt an die Ostsee hat sich für die Coburger bislang kaum gelohnt. Sechs Spiele, fünf Niederlagen, ein Unentschieden im Aufstiegsjahr 2016 – mehr sprang aus den Duellen mit dem VfL nicht heraus.

„Es wird schon gewitzelt, dass wir in die Hall of Fame kommen, wenn wir zwei Punkte holen“, sagte HSC-Trainer Brian Ankersen am Donnerstagnachmittag, als sich der HSC-Tross gerade bei Leipzig befindet. Knapp drei Stunden Busfahrt haben die Vestestädter zu dieser Zeit in den Knochen, rund fünf weitere sollten noch folgen, ehe die Coburger ihr Ziel erreicht hatten. Am Abend stand im Hotel noch eine Taktikbesprechung auf dem Plan.

Brian Ankersen erwartet Reaktion

Die wird natürlich auch im Duell mit dem VfL eine Rolle spielen, vor allem erwartet Ankersen aber eines: eine Reaktion. Gegen den TV Hüttenberg zeigte seine Mannschaft zuletzt die schwächste Saisonleistung, spielte ideenlos im Angriff und zu zaghaft in der Abwehr. Selbst als die Oberfranken wieder in Schlagdistanz waren, hatte man nicht das Gefühl, dass die souveränen Mittelhessen das Spiel noch abgeben würden.

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Eine Erklärung für den ersten Ausreißer nach unten habe der 34-jährige Däne nicht, vermutet die Gründe aber im mentalen Bereich. „Wir haben Hüttenberg nicht unterschätzt. Aber unterbewusst hatten wir vielleicht im Kopf, dass wir Dormagen geschlagen haben, Jan Kulhanek überragend gehalten hat, wir jetzt ein Heimspiel haben und das Spiel schon gewinnen würden.“ Stattdessen wurde den Coburgern eindrucksvoll gezeigt, „dass es in dieser Liga nicht zum Sieg reicht, wenn man nicht 100 Prozent gibt“.

Umbruch beim VfL Lübeck-Schwartau

Aber das Hüttenberg-Spiel sei analysiert und abgehakt, der Blick gehe nach vorne – und dort wartet die nächste harte Nuss. Der VfL hat nach Startschwierigkeiten in die Spur gefunden und zuletzt zwei Siege in Serie eingefahren. Nach einem Umbruch im Sommer – unter anderem haben die Stützen Markus Hansen (MTV Lübeck) und Nils Versteijnen (TBV Lemgo) den Klub verlassen; vor wenigen Wochen ging zudem Top-Talent Matej Klima zu Bundesligist SC DHfK Leipzig – haben sich die Lübecker stabilisiert.

Nachdem Trainer-Routinier Michael Roth (60) den VfL in der vergangenen Saison zum Klassengeführt hatte, ist nun mit David Röhrig (32) ein junger Trainer für Lübeck-Schwartau verantwortlich. „Im Rückraum müssen wir vor allem auf Mex Raguse, Max Horner und Vojtech Patzel achten“, sagt Ankersen. Der Lübecker Torjäger, Linksaußen Jan-Eric Speckmann, drohe hingegen auszufallen. Definitiv fehlen wird Neuzugang Dominik Weiß, der vom TVB Stuttgart gekommen und lange Jahre in der Bundesliga unterwegs war.

Jan Schäffer kehrt zurück

Aufseiten des HSC ist die Personalsituation weiterhin angespannt. Lediglich Kreisläufer Jan Schäffer kehrt nach überstandener Schulterverletzung in den Kader zurück. Wie viele Spielanteile Schäffer bei seinem Comeback bekommen wird, macht Ankersen vom Spielverlauf abhängig.

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„Wir haben ja mit Bartlomiej Bis und Viktor Glatthard zwei Kreisläufer, die es zuletzt gut gemacht haben. Aber Jan ist natürlich ein Spieler, der uns mit seiner Erfahrung in Abwehr und Angriff viel geben kann“, sagt Ankersen. In der vergangenen Saison kam der HSC mit 25:37 beim VfL unter die Räder. In diesem Jahr soll der Bann an der Ostsee gebrochen werden.

Die Aufgebote:

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann, Conrad – Leitz, Gonschor, Raguse, Löfström, Skorupa, Patzel, Ciudad Benitez, Schrader, Kretschmer, Horner, Blum, Speckmann, Bruhn, Cohen

Trainer: Röhrig

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Apfel – Dettenthaler, Bis, Glatthard, Fuß, Siegler, Ossowski, Billek, Herzig, Krone, Knauer, Schäffer, F. Jaeger, Schröder

Trainer: Ankersen

Schiedsrichter: Fratzack (Geldern) / Ribeiro (Diepholz)

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