HSC Coburg
Sieg in Dormagen: „Wolle“ zähmt die „Wiesel“
Nicht zu überwinden: Jan Kulhanek war der mit Abstand beste Coburger beim Sieg in Dormagen.
Nicht zu überwinden: Jan Kulhanek war der mit Abstand beste Coburger beim Sieg in Dormagen.
Foto: Iris Bilek
Tobias Herrling von Tobias Herrling Fränkischer Tag
Coburg – 21 Paraden, eine Quote von knapp 48 Prozent: Torwart Jan Kulhanek führt den HSC Coburg mit einer unfassbaren Leistung zum verdienten 29:24-Auswärtssieg beim TSV Bayer Dormagen.

Der HSC 2000 Coburg ist zurück in der Spur: Nach drei sieglosen Pflichtspielen in Serie holte der Handball-Zweitligist am Mittwochabend beim TSV Bayer Dormagen dank eines 29:24 (13:12)-Sieges wieder zwei Punkte. Mann des Tages war Torwart-Routinier Jan „Wolle“ Kulhanek, der sage und schreibe 21 Paraden zeigte und im zweiten Durchgang in einer kritischen Phase der Vestestädter die Hausherren auf Distanz hielt.

2. Bundesliga

TSV Bayer Dormagen – HSC 2000 Coburg 24:29 (12:13)

Der Matchplan von HSC-Trainer Brian Ankersen ging in den ersten 15 Minuten voll auf. Der 34-jährige Däne hatte bereits im Vorfeld gesagt, dass die Kreise des Dormagener Rückraums um Mislav Grgic, Ian Hüter und Andre Meuser eingeengt werden sollen – und das gelang. Die HSC-Deckung, die in einer 6:0-Grundformation startete, attackierte Grgic und Meuser früh. Weil Coburg zudem kaum eine Eins-gegen-eins-Situation verlor, hatten es die Hausherren schwer, sich Chancen zu erarbeiten.

Und im Angriff? Da zeigten sich die Oberfranken spielfreudig und hebelten immer wieder die offensive Deckung des TSV aus. Für den ersten beruhigenden Vorsprung sorgte der polnische Spielmacher Arkadiusz Ossowski, der mit schönen Einzelaktionen den großen Platz zum 5:2 ausnutzte (10.).

HSC Coburg mit zwei Kempa-Tricks

Wenig später legte der HSC ein Highlight, das er noch nicht oft in dieser Saison gezeigt hatte, nach: Bei Zeitspiel bediente Linksaußen Felix Dettenthaler mit einem Einwurf den einlaufenden Rechtsaußen Jannes Krone und Krone, der im ersten Abschnitt den Vorzug vor Florian Billek erhalten hatte, traf per Kempa zum 6:3 (13.).

Coburgs Spielmacher Arkadiusz Ossowski zeigte eine starke Leistung.
Coburgs Spielmacher Arkadiusz Ossowski zeigte eine starke Leistung.
Foto: Iris Bilek

Für Dormagens Trainer Matthias Flohr Grund genug, mit einer Auszeit den schwungvollen Coburger Auftakt zu unterbinden. Und die Maßnahme zeigte Wirkung, denn die „Wiesel“ waren beim 7:8 durch Jaka Zurga (19.) wieder auf einen Treffer herangekommen. Dormagen hatte seine Abwehr umgestellt und deckte nun deutlich defensiver, womit der HSC zunehmend Probleme hatte. Zunächst stellten die Coburger aber nach drei Treffern in Serie durch Dettenthaler und zweimal Bartlomiej Bis auf plus vier (11:7, 24.).

Jan Kulhanek sorgt für Schmunzler

Kurios wurde es nach 27 Minuten: Jan Kulhanek, der im ersten Durchgang starke neun Paraden zeigte und phasenweise eine Quote von 56 Prozent gehaltener Bälle hatte, parierte einen Wurf aus dem Rückraum und klemmte den Ball sitzend zwischen den Beinen ein. Sekundenlang verharrte der 41-Jährige in dieser Position, um den Schiedsrichtern zu zeigen, dass der Ball nicht hinter der Linie war – doch die Unparteiischen entschieden auf Tor (9:12).

In den Schlussminuten der ersten Halbzeit sorgte der HSC für das zweite Highlight, als diesmal Krone Dettenthaler zum Kempa bediente (13:11). Weil Kapitän Andreas Schröder in Überzahl ein Stürmerfoul gepfiffen bekam und im Gegenzug Patrick Hüter zum 12:13 traf, gingen die Gäste lediglich mit einem Tor Vorsprung statt mit möglichen drei Treffern in die Halbzeitpause.

Schwere Verletzung nach Kempa-Trick

Fünf Minuten nach Wiederbeginn musste Dormagen einen Schock verkraften: Nachdem Artur Karvatski per Kempa zum 14:15 getroffen hatte, verletzte er sich bei der Landung vermutlich schwer am Knie. Für etwas Beruhigung hätte der Gast sorgen können, als er anschließend in doppelter Überzahl agierte. Doch auch danach hatte der HSC nur zwei Tore Vorsprung (18:16, 39.).

Weil der HSC in der Folge zahlreiche technische Fehler produzierte, blieb das Spiel bis in die Schlussphase spannend. Dass Coburg trotzdem weiter führte, lag einzig und alleine an Kulhanek. Mit vier Paraden in Serie verhinderte der Routinier den Dormagener Ausgleich. Weil Merlin Fuß und Bis zwei Treffer nachlegten, sah es neun Minuten vor Schluss wieder besser aus für den HSC (23:20).

Umkämpftes Spiel: In dieser Szene wird Felix Jaeger attackiert.
Umkämpftes Spiel: In dieser Szene wird Felix Jaeger attackiert.
Foto: Iris Bilek

Nach Treffern von Schröder und Dettenthaler bog der HSC beim 25:20 (55.) auf die Siegerstraße ein und siegte letztlich verdient mit 29:24, weil der HSC trotz kritischer Phase einen kühlen Kopf behielt.

Die Statistik.

TSV Bayer Dormagen: Juzbasic (4 Paraden), Simonsen (3 Paraden) – Böhnert, Reuland (1), Meuser (1), Senden (2), Sondermann, Karvatski (2), Zurga (3), I. Hüter (3), Reimer (4/2), Grgic (1), P. Hüter (2), Träger (1), Seesing (3), Steinhaus (1)

HSC 2000 Coburg: Kulhanek (21 Paraden), Apfel (0 Paraden)– Dettenthaler (6), Bis (3), Glatthard (2), Fuß (2), Siegler, Ossowski (4/1), Billek (2), Herzig, Krone (1), Knauer (2), F. Jaeger (3), Schröder (4)

Schiedsrichter: Daniel und Sebastian Halbach (Remscheid)

Zuschauer: 689

Zeitstrafen: 5 (Riemer, Grgic, P. Hüter, Seesing, Steinhaus) – 5 (3x Glatthard, Ossowski, Knauer)

Rote Karten: Bis (Coburg, 52., Foulspiel), Glatthard (Coburg, 59., dritte Zeitstrafe)

Siebenmeter: 2/4 (Reimer und Reuland verwerfen) – 1/1 (Ossowski trifft)

Spielfilm: 1:1 (3.), 2:5 (9.), 3:6 (13.), 7:8 (19.), 7:10 (21.), 8:12 (27.), 12:13 (30.), 13:15 (35.), 15:18 (38.), 18:20 (43.), 20:23 (51.), 20:25 (55.), 24:29 (60.)

Beste Spieler: Reimer – Kulhanek, Dettenthaler

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