HSC Coburg
Coburg nach erster Hälfte auf Verliererstraße
Ein Bild mit Symbolcharakter: Coburgs Fynn Herzig (am Ball) rennt sich in der Bietigheimer Deckung fest.
Ein Bild mit Symbolcharakter: Coburgs Fynn Herzig (am Ball) rennt sich in der Bietigheimer Deckung fest.
Iris Bilek
Tobias Herrling von Tobias Herrling Fränkischer Tag
Coburg – Zweitligist HSC 2000 Coburg kassiert bei der SG BBM Bietigheim eine deutliche Niederlage. Bereits zur Halbzeitpause ist die Vorentscheidung gefallen, weil der HSC im Angriff nicht ins Rollen kommt.

Zweite Niederlage in Folge für den HSC 2000 Coburg: Am Mittwochabend unterlag der Handball-Zweitligist bei der SG BBM Bietigheim nach einer schwachen Vorstellung mit 22:29 (9:15). Nach einem guten Start in die Partie ließen sich die Vestestädter von einer starken Bietigheimer Verteidigung den Schneid abkaufen. In den ersten 30 Minuten gelangen der Mannschaft von Trainer Brian Ankersen nur neun Treffer und die Coburger gingen mit einem klaren Rückstand in die Kabine – und diesem lief der HSC im zweiten Abschnitt hinterher.

2. Bundesliga

SG BBM Bietigheim – HSC 2000 Coburg 29:22 (15:9)

Vor dem Spiel beim Ex-Klub von HSC-Trainer Brian Ankersen wurde die ohnehin enge personelle Situation der Coburger noch ein wenig dünner. Denn: Torjäger Florian Billek musste krankheitsbedingt passen. Damit stand auf der rechten Außenbahn mit Nachwuchskraft Noah Mund nur ein gelernter Rechtsaußen zur Verfügung.

Jakob Knauer, wieder genesener Rückraumrechter, gab in Bietigheim den „Aushilfs-Außen“. Zu einem Wiedersehen mit dem Ex-Coburger Konstantin Poltrum kam es aber nicht. Der Torwart kassierte vor drei Wochen in der Vorbereitung einen Kopftreffer und fehlt den Bietigheimern seitdem, befinde sich aber auf dem Weg der Besserung.

HSC Coburg startet stark

Verbessert im Vergleich zur jüngsten Heimniederlage gegen den TuS N-Lübbecke (32:35) hat sich auch die Abwehrleistung der Coburger. Die Verteidigung des HSC agierte von Beginn an kompakt, präsentierte sich zweikampfstark und ließ sich vom Bietigheimer Angriff kaum auseinanderspielen.

Das Gleiche galt aber auch für die Defensive der SG, weshalb sich in der Anfangsphase eine im Positionsspiel zähe Angelegenheit entwickelte und beide Angriffsreihen häufig ins Zeitspiel gezwungen wurden. Zudem waren die beiden Torhüter Fredrik Genz (Bietigheim) und Fabian Apfel (Coburg) sofort auf Betriebstemperatur. Erfolgreich waren die Teams vor allem dann, wenn sie ins Tempospiel kamen.

Merlin Fu (2.v.l.) und der HSC bissen sich an der SG-Verteidigung die Zähne aus.
Merlin Fu (2.v.l.) und der HSC bissen sich an der SG-Verteidigung die Zähne aus.
Iris Bilek

Nachdem die Gäste zunächst Vorteile hatten und durch Arkadiusz Ossowski mit zwei Treffern in Führung gezogen waren (5:3, 13.), kippte die Partie zunehmend in Richtung der Baden-Württemberger. Binnen weniger Sekunden glich die Mannschaft von Trainer Iker Romero erst aus, bevor sich die SG mehr und mehr für ihre starke Defensivvorstellung belohnte.

Über 9:6 (18.) zogen die Hausherren zügig auf 12:7 (21.) davon, weil Bietigheim immer wieder Coburger Fehler provozierte oder sich durch starke Abwehraktionen den Ball eroberte – und dann mit schnellem Spiel über die erste oder zweite Welle zu einfachen Toren kam. HSC-Trainer Ankersen reagierte mit einer Auszeit, aber die SG baute den Vorsprung weiter aus (15:8, 25.).

Das lag auch an einem glänzend aufgelegten Genz, der nach 25 Minuten auf neun Paraden kam. Bis zur Halbzeitpause legte der Ex-Berliner drei weitere Paraden nach und kam auf eine Weltklasse-Quote von 60 Prozent gehaltener Bälle. Auch deshalb gingen die Vestestädter mit einem deutlichen 9:15-Rückstand in die Kabine. Nachdem der HSC im neuen Jahr zuvor gute Leistungen gezeigt hatte, folgte nun die schwächste Halbzeit der bisherigen Rückrunde.

Fehlende Alternativen

Weil den Coburgern vor allem im Rückraum die personellen Alternativen fehlten, waren die Möglichkeiten, mit frischen Impulsen die SG-Abwehr vor neue Herausforderungen zu stellen, begrenzt. Symptomatisch: Als der HSC die Chance hatte, mit einem 3:0-Lauf auf 13:19 zu „verkürzen“, scheiterte Tumi Steinn Runarsson mit einem Gegenstoß an Genz (38.).

In der Folge leisteten sich die Hausherren zwar manchen Fehler, wirklich Kapital schlugen die Gäste daraus aber nicht. Näher als auf sechs Treffer kamen die Coburger im zweiten Abschnitt nicht mehr heran (15:21,40.). Phasenweise war der HSC völlig von der Rolle, wie ein schlimmer Fehlpass von Merlin Fuß oder ein technischer Fehler von Jan Schäffer zeigten.

Trotzdem gestaltete Coburg den zweiten Durchgang nahezu ausgeglichen, auch wenn Bietigheim mit dem deutlichen Vorsprung im Rücken etwas zurückschraubte. In Gefahr geriet der ungefährdete 29:22-Sieg der Hausherren freilich nicht mehr.

Die Statistik:

SG BBM Bietigheim: Genz (19 Paraden), Kanters (1 Parade) – Vlahovic (1), Claus (4), Öhler (2), Wolf (4), Schäfer (9/6), de la Pena (4), Wiederstein (2), Velz, Barthe (1), Hejny (1), Clarius (1), Brenner, Pfeifer, Fischer

HSC 2000 Coburg: Jochens (6 Paraden), Apfel (7 Paraden) – Preller (1/1), Runarsson (7/4), M. Jaeger (1), Dettenthaler, Bis (2), Mund (1), Fuß (1), Ossowski (2), Herzig, Knauer (1), Schäffer (3), Schröder (3)

Schiedsrichter: Bona (Remscheid) / Malte (Radevormwald)

Zuschauer: 940

Zeitstrafen: 6 (2x Barthe, Claus, Wolf, de la Pena, Wiederstein) – 3 (Schröder, Fuß, Bis)

Siebenmeter: 6/6 (Schäfer trifft alle Versuche) – 5/6 (Runarsson trifft alle Versuche, Preller verwirft einmal)

Spielfilm: 1:2 (6.), 3:5 (13.), 9:6 (17.), 13:7 (22.), 15:8 (25.), 15:9 (30.), 17:9 (32.), 19:10 (37.), 21:14 (40.), 24:17 (43.), 27:19 (49.), 28:21 (55.), 29:22 (60.)

Beste Spieler: Genz, Schäfer – Apfel, Runarsson

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