HSC Coburg
Coburger Rumpftruppe verpasst Coup
Jannes Krone ersetzte den fehlenden Coburger Torjäger Florian Billek auf Rechtsaußen.
Jannes Krone ersetzte den fehlenden Coburger Torjäger Florian Billek auf Rechtsaußen.
Iris Bilek
Tobias Herrling von Tobias Herrling Fränkischer Tag
Coburg – Aus der angepeilten Überraschung wurde nichts: Zweitligist HSC Coburg verliert beim Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten deutlich. Allerdings waren die Coburger ersatzgeschwächt.

Rund eine Halbzeit lang machte der Handball-Zweitligist HSC 2000 Coburg dem HBW Balingen-Weilstetten das Leben schwer, dann wurde der Tabellenführer seiner Rolle gerecht. Am Samstagabend unterlagen die Vestestädter dem weiterhin ungeschlagenen Spitzenreiter mit 29:35 (13:16) und verpassten nach dem Sieg über die HSG Nordhorn-Lingen den nächsten Sieg über eine Spitzenmannschaft.

Allerdings war die Ausgangslage für die Mannschaft von Trainer Brian Ankersen nicht die beste. Denn: Coburg musste auf einige Stammspieler verzichten und ging ersatzgeschwächt in die Partie. Dass der HBW letztlich zu einem klaren Sieg kam, lag aber vor allem an der Vielzahl an technischen Fehlern, die sich der HSC im Laufe des Spiels leistete.

2. Bundesliga

HBW Balingen-Weilstetten – HSC 2000 Coburg 35:29 (16:13)

Unter der Woche machte sich eine Erkältungswelle beim HSC breit und schränkte den Trainingsbetrieb der Coburger ein. HSC-Trainer Brian Ankersen hoffte, dass sich die Lage bis zum Gastspiel beim Tabellenführer besserte – letztlich vergeblich.

Der 34-jährige Däne musste im Vergleich zum Heimsieg über die HSG Nordhorn-Lingen (30:27) auf vier Spieler verzichten. Neben Nachwuchskraft Julius Siegler fehlten die Stützen Florian Billek, Kapitän Andreas Schröder und Jakob Knauer. Ankersen hatte lediglich zehn Feldspieler und mit Merlin Fuß und Jannes Krone nur zwei Linkshänder zur Verfügung.

Die angespannte Personalsituation machte die Aufgabe beim HBW, der auf Moritz Strosack verzichten musste, noch komplizierter, schließlich sind die Gallier von der Alb in dieser Saison noch ungeschlagen und haben zu Hause noch keinen einzigen Punkt abgegeben. Ein Spaziergang sollte es für den Tabellenführer aber zunächst nicht werden.

Fynn Herzig (am Ball) war in der Anfangsphase der Coburger, der die Entscheidungen traf.
Fynn Herzig (am Ball) war in der Anfangsphase der Coburger, der die Entscheidungen traf.
Iris Bilek

Denn: Coburg, das im Rückraum nur fünf Optionen hatte, startete stark und dominierte die Anfangsphase. Die Abwehr, die im Mittelblock von Jan Schäffer und Bartlomiej Bis organisiert wurde, verteidigte aufmerksam und ließ kaum klare Chancen der Hausherren zu. Zudem entschärfte Torwart Fabian Apfel in den ersten Spielminuten mehrere Bälle.

Und im Angriff? Da war vor allem Fynn Herzig der Entscheidungsträger. Vier der ersten sieben Coburger Treffer gingen auf Herzigs Konto. Die Gäste spielten insgesamt aber geduldig und führten beim 5:2 durch Arkadiusz Ossowski frühzeitig mit drei Toren (8.). Auch in der Folge lag der HSC in Führung und hielt den HBW, der einige technische Fehler produzierte, auf Distanz.

Nach Felix Jaegers Treffer zum 9:6 (19.) führten die Gäste weiter mit drei Treffern – doch nun fing das Spiel an, sich zu drehen. Bei den Oberfranken häuften sich nun die Fehler, während sich die Schwaben vor allem defensiv steigerten und dadurch zu einfachen Toren kam.

Die Folge: Mit einem 3:0-Lauf glich Balingen-Weilstetten zunächst aus, ehe Oddur Gretarsson mit einem Wurf ins leere HSC-Tor die erste HBW-Führung erzielte (10:9, 23.). Wenig später legte Gretarsson, der der auffälligste Balinger im ersten Durchgang war, das 12:9 (25.) nach. Der Favorit schien in der Schlussphase der ersten Hälfte die Weichen zu stellen. Mit einem 13:16-Rückstand gingen die Gäste in die Halbzeitpause.

Merlin Fuß (am Ball) wird von Balingens Filip Vistorop attackiert.
Merlin Fuß (am Ball) wird von Balingens Filip Vistorop attackiert.
Iris Bilek

Zehn Tore in acht Minuten: Der zweite Durchgang begann von beiden Seiten schwungvoll und beide Mannschaften suchten mehr und mehr den Weg über den Kreis. Zwar traf Balingens Gretarsson weiter nach Belieben, aber auch Herzig war weiter gut aufgelegt. Nach einer Fackel von Tumi Steinn Runarsson waren die Gäste wieder auf zwei Tore herangekommen (20:22, 41.).

Der Spitzenreiter antwortete auf Coburgs Hartnäckigkeit mit einem 3:0-Lauf und führte nach Gretarssons verwandelten Siebenmeter erstmals mit fünf Toren (25:20, 43.). HSC-Trainer Ankersen reagierte kurz darauf mit einer Auszeit und wollte mit dem zusätzlichen Feldspieler den auf sechs Treffer gewachsenen Rückstand verkürzen.

Das ging erstmal schief, denn der HSC produzierte mal wieder einen technischen Fehler und Filip Vistorop stellte auf 27:20 (46.). Kurz darauf stellte Ankersen wieder auf das Sechs-gegen-sechs um. Weil sich nun eine herbe Klatsche andeutete, nahm der HSC-Trainer elf Minuten vor Schluss seine dritte Auszeit.

HSC-Spielmacher Arkadiusz Ossowski im Zweikampf mit Filip Vistorop.
HSC-Spielmacher Arkadiusz Ossowski im Zweikampf mit Filip Vistorop.
Iris Bilek

„Es gibt keiner auf. Wir kämpfen bis zur 60. Minute. Aber wir brauchen mehr Aggressivität“, appellierte Ankersen an seine Mannschaft. Viel passierte in den letzten Spielminuten aber nicht mehr. Während dem HSC spürbar die Kraft ausgegangen war und vor allem defensiv luftig verteidigte, brachte der HBW das Spiel über die Zeit und feierte letztlich einen 35:29-Sieg.

Die Statistik:

HBW Balingen-Weilstetten: Seijr (5 Paraden), Ruminsky (8 Paraden) – Vistorop (2), Huber (2), Ingason (2), Linhares de Souza (2), Gretarsson (11/4), Danner (1), Beciri (4), Hildenbrand (4), Schoch (3), Saueressig (2), Volz (1), Heinzelmann (1)

HSC 2000 Coburg: Kulhanek (1 Parade), Apfel (8 Paraden) – Runarsson (5/4), Dettenthaler (3), Bis (3), Glatthard, Fuß (1), Ossowski (4), Herzig (7), Krone (2/1), Schäffer (2), F. Jaeger (2)

Schiedsrichter: Hörath (Zirndorf) / Hofmann (Bamberg)

Zuschauer: 1957

Zeitstrafen: 1 (Schoch) – 2 (Bis, Herzig)

Siebenmeter: 4/4 (Gretarsson trifft alle Versuche) – 5/5 (Runarsson trifft viermal, Krone einmal)

Spielfilm: 1:2 (4.), 2:5 (8.), 4:5 (11.), 5:8 (16.), 10:9 (23.), 12:9 (25.), 16:13 (30.), 18:14 (33.), 21:17 (38.), 22:20 (41.), 25:20 (43.), 27:21 (46.), 30:23 (48.), 33:25 (55.), 35:28 (60.)

Beste Spieler: Ruminsky, Gretarsson – Apfel, Herzig

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