HSC Coburg
Coburger Geschenke für Familien und den Gegner
Coburgs Jakob Knauer (am Ball) setzt sich gegen die Hüttenberger Vit Reichl (li.) und Moritz Zörb (re.) durch. Gegen die Mittelhessen schaffte der HSC aber zu selten Durchbrüche wie diesen.
Coburgs Jakob Knauer (am Ball) setzt sich gegen die Hüttenberger Vit Reichl (li.) und Moritz Zörb (re.) durch. Gegen die Mittelhessen schaffte der HSC aber zu selten Durchbrüche wie diesen.
Foto: Uwe Gick
F-Signet von Ralph Bilek Fränkischer Tag
Coburg – Das Heimspiel gegen den TV Hüttenberg hatte Zweitligist HSC Coburg zum Familientag gemacht. Doch nicht nur für Familien gab es an diesem Tag Geschenke en masse.

Es war am 22. Februar 2020, das letzte Spiel ohne die großen Corona-Sorgen, als Andreas Schröder mit einem „Lucky Punch“ in der Schlusssekunde den glücklichen 27:26-Sieg des Handball-Zweitligisten HSC 2000 Coburg gegen den TV Hüttenberg eintütete und wenig später unter einer Spielertraube begraben war.

Daran werden unweigerlich Erinnerungen wach, wenn es gegen das Team, das einst der heutige HSC-Geschäftsführer Jan Gorr in die erste Liga geführt hat, geht. Mit den Mittelhessen schaffte Gorr den ersten von „seinen“ drei Aufstiegen.

Am Sonntagnachmittag waren die Coburger aber weit davon entfernt, beide Punkte zu behalten. Die Mannschaft von Trainer Brian Ankersen lief fast über die gesamte Spielzeit einem Rückstand hinterher und unterlag völlig verdient mit 25:31 (13:16).

Es war somit ein wenig freudiger Familientag, zu dem der HSC das Heimspiel gegen Hüttenberg gemacht hatte, und ein Familienvater resümierte ernüchtert: „Schon wieder verloren, Konstanz sieht anders aus.“ Die verletzten HSC-Profis Max Jaeger, Kristian van der Merwe und Max Preller gaben eine Autogrammstunde, auch Jan Schäffer und Tumi Steinn Runarsson fehlten weiterhin verletzt.

Und das HSC-Maskottchen Vestus stand für Bilder zur Verfügung und verteilte während des Spiels Kuscheltiere, Springseile und vieles mehr. Auf dem Spielfeld verteilten die Vestestädter fleißig Geschenke und legten ihre schwächste Saisonleistung aufs Parkett.

2. Bundesliga

HSC 2000 Coburg – TV Hüttenberg 25:31 (13:16)

Wie erwartet bereitete die schnellfüßige 3:2:1-Abwehr der Hüttenberger Probleme, die den HSC in den ersten drei Angriffen ins Zeitspiel trieb. Es dauerte bis zur siebten Minute, ehe Fynn Herzig die Fans mit dem ersten Coburger Treffer erlöste. Doch wenig später lagen sie nach einem Fehlpass von Arkadiusz Ossowski mit drei Toren in Rückstand.

Nach elf Minuten war aber wieder alles im Lot. Der schönste Spielzug der Coburger brachte Florian Billek mit einem Querpass von der halblinken Position in freie Wurfposition, was sich Billek zum 4:4 nicht entgehen ließ. Nur eine Minute später legte der Torjäger, der mit elf Treffern bester HSC-Werfer des Tages war, per Strafwurf zur ersten Führung für die Gastgeber nach. Insgesamt brachte Coburg einen 5:0-Lauf aufs Parkett, den die Gäste aber mit einem durchaus glücklichen 4:0-Lauf konterten, weil drei Würfe abgefälscht den Weg ins HSC-Tor fanden.

Jan Kulhanek muss verletzt raus

Das 6:5 wenig später war somit schon das letzte Mal, dass Coburg in Führung lag. Zudem musste der zuletzt mit 31 Paraden in zwei Spielen überragende Torwart Jan Kulhanek verletzt raus. Mit bandagierter rechter Hand saß der 41-jährige Routinier wenig später auf der Bank. Coburg blieb zunächst zwar bei jetzt schon drei Alutreffern dran, mehr gelang trotz dreier Zeitstrafen gegen den Gegner aber nicht.

Da zeigte sich Hüttenberg effektiver. Zudem hatte der HSC weiterhin – wie schon in der gesamten Saison – Probleme im Überzahlspiel. Gegen Ende der ersten Hälfte verloren die Hausherren vollends den Faden, lagen mit 11:16 zurück – und gingen doch mit einem Push in die Kabine.

Nach einer aus HSC-Sicht umstrittenen Zeitstrafe gegen Herzig parierte der für Kulhanek eingewechselte Torwart Fabian Apfel den Strafwurf und den Konter netzte Billek mit dem Pausenpfiff zum 13:16 ein. Statt möglicher fünf Tore ging es nur mit drei Treffern Rückstand in die Kabinen.

HSC Coburg ohne Ideen

Einen weiteren Strafwurf parierte Apfel nach Wiederanpfiff. Es waren eigentlich perfekte 60 Sekunden für den HSC, doch im Angriff fehlte weiterhin zu oft die zündende Idee, um den freien Mann zu finden, obwohl die Coburger mit dem siebten Feldspieler agierten.

Hüttenberg hingegen wirkte zielstrebiger. Der HSC war dann erfolgreich, wenn der Ball mal schnell durch die Reihen auf die Außenpositionen lief, was aber zu selten geschah. Nach 40 Minuten hielt es Gorr nicht mehr auf seinem Sitz, weil es bei den Coburgern nicht nur nicht richtig lief, sondern sie zudem kein Fortune bei strittigen Entscheidungen hatten.

Niklas Theiß trifft nach Belieben

So wurde Merlin Fuß von Moritz Zörb der Ball aus der Hand geschlagen, der ins leere Tor einnetzte – und das brachte nicht nur den Geschäftsführer in Rage. Aber die Hüttenberger kamen zu leicht zu Toren. So durfte sich Niklas Theiß mehrmals aus dem Rückraum die Ecke aussuchen. Zudem gestalteten sie ihren Spielaufbau ruhig, fast gelassen, während es beim HSC, bedingt durch die weiter offensive Deckung, immer hektisch wirkte.

In den letzten zehn Minuten kam Kulhanek zwar nochmals aufs Spielfeld, aber der Partie gab das keine Wende mehr. Coburg verzweifelte weiter an der Abwehr und ergab sich seinem Schicksal, während die Gäste einen verdienten 31:25-Sieg bejubelten.

Die Statistik:

HSC 2000 Coburg: Kulhanek (6 Paraden), Apfel (8 Paraden) – Dettenthaler (2), Bis (6), Fuß, Siegler, Ossowski (1), Billek (11/3), Herzig (4), Krone, Knauer, Glatthard, F. Jaeger, Schröder (1)

TV Hüttenberg: Grazioli (1 Tor, 12 Paraden), Plaue; Kirschner (3), Opitz, Theiß (6), Fujita, Weber (6/1), Zörb (4), Reichl (1), Schneider (4), Hofmann (3/2), Klein, Jockel, Schreiber (3), Ribeiro, Kuntscher

Schiedsrichter: Lukas und Robert Müller (Neubrandenburg / Potsdam)

Zuschauer: 1907

Zeitstrafen: 4 (F. Jaeger, Glatthard, Herzig, Dettenthaler) – 4 (Schreiber, Schneider, Zörb)

Siebenmeter: 3/4 (Billek verwirft einmal gegen Grazioli) – 3/5 (Schneider und Weber scheitern je einmal an Apfel)

Spielfilm: 0:2 (4.), 1:4 (7.), 6:4 (13.), 6:8 (18.), 8:9 (19.), 9:11 (21.), 11:16 (29.), 13:16 (30.), 14:16 (33.), 14:18 (35.), 16:20 (42.), 18:23 (47.), 20:24 (49.), 21:16 (51.), 24:28 (57.), 25:31 (60.)

Beste Spieler: Billek, Bis, Herzig – Schneider, Weber, Theiß

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