Handball
HSC Coburg erwartet eine „eklige Deckung“
Die Energie im neuen HSC-Team um Kapitän Andreas Schröder (Mitte) scheint zu stimmen.
Die Energie im neuen HSC-Team um Kapitän Andreas Schröder (Mitte) scheint zu stimmen.
Foto: Iris Bilek
Coburg – Die Coburger empfangen zum Saisonauftakt die HSG Konstanz. Der Aufsteiger wird mit einer unangenehmen Abwehrformation versuchen, zu überraschen.

22 Spieler im Kader, Durchschnittsalter knapp 25,5 Jahre und als Saisonziel Platz eins bis sieben ausgegeben: So geht der HSC 2000 Coburg in seine elfte Spielzeit in der 2. Handball-Bundesliga. Erster Gegner ist am Samstag in der HUK-Arena um 19.30 Uhr Wiederaufsteiger HSG Konstanz.

Die Bedeutung des breiten Coburger Kaders zeigt sich schon zum Saisonstart. Mit Bartlomiej Bis, Tumi Steinn Runarsson und den Langzeitverletzten Max Preller sowie Torwart van der Merwe fehlen Coach Brian Ankersen gleich vier Spieler.

„Es kann sein, dass ich im Vergleich zum Pokalspiel den Kader komplett auffülle“, behält sich Ankersen eine kurzfristige Entscheidung vor. Wenigstens hat er keine neuerlichen Ausfälle zu beklagen. Seit vergangenem Sonntag sitzt der Däne über der Vorbereitung auf das Auftaktspiel. Dort hat er im Pokalspiel gegen Gummersbach eine Konstanzer Mannschaft gesehen, die von Trainer Jörg Lützelberger, langjähriger Bundesligaspieler in Gummersbach, auf Tempo getrimmt ist: „Sie kommen mit viel Emotion und Leidenschaft. Es ist eine junge, ehrgeizige Truppe.“

Die Konstanzer werden geführt von den beiden erfahrenen Akteuren Peter Schramm und Gregor Thomann. Der Aufsteiger will vor allem in seiner „Schänzle-Hölle“ in Konstanz punkten, hat aber in Coburg nichts zu verlieren. Das Tempospiel des Gegners soll mit einem soliden Rückzugsverhalten und möglichst wenigen eigenen Fehlern im Angriff eingedämmt werden.

Siebter Feldspieler beim HSC?

Nicht ganz so einfach, denn die Abwehr der Konstanzer ist unangenehm zu spielen. „Es geht gegen eine eklige 5:1-Deckung, die auch schon mal in einer 3:3-Formation agiert. Das ist recht ungewöhnlich und stellt uns schon vor besondere Herausforderungen“, so Ankersen. Der HSC-Trainer hat sein Team akribisch darauf vorbereitet und im Training Lösungswege aufgezeigt. Eine Variante wäre sicherlich, mit dem siebten Feldspieler zu agieren. Eine Thematik, bei der sich Ankersen jedoch bedeckt hält.

In der eigenen Abwehr muss der HSC besonders Mittelmann Sebastian Hutecek und Kreisläufer Michel Stotz im Auge haben. Die beiden waren die gefährlichsten Akteure bei der 29:35-Niederlage im Pokal gegen Gummersbach.

Auch wenn die Coburger bei ihrem Pokalerfolg in Dansenberg zwischenzeitlich etwas wackelten und Ankersen vor dem Saisondebüt eine gewisse Unsicherheit verspürt („Wo stehen wir?“), hat er insgesamt „ein sehr gutes Gefühl“.

Fast die Hälfte der Coburger Mannschaft wird die HUK-Arena erstmals unter Wettkampfbedingungen erleben. Nicht nur Geschäftsführer Jan Gorr setzt dabei auf die Unterstützung von den Rängen. „Auch wenn durch die Schulferien und den Urlaub die ersten ein, zwei Spiele immer unter besonderen Vorzeichen stehen, hoffe ich auf viele neugierige Zuschauende. Es ist sehr schwer, zu beziffern wie viel dauerhaft kommen. Wir spekulieren im Schnitt mit 1300 bis 1500 Fans bei den ersten zwei Heimspielen“, so Gorr.

Von der neu zusammengestellten Mannschaft erwartet er Leidenschaft und Emotionen: „Es geht um die Art und Weise, wie wir auftreten und in diesem ersten Spiel nicht so sehr um den spiel- und teamstarken Gegner.“

Nimmt man die bisherigen Aufeinandertreffen der beiden Teams in der 2. Liga zum Maßstab, dann siegt der HSC 2000 mit drei Toren. Denn alle bisherigen drei Partien, die vierte fiel Corona zum Opfer, gewannen die Coburger mit drei Toren Differenz.

DIe Aufgebote

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Jochens, Apfel – M. Jaeger, Dettenthaler, Glatthard, Fuß, Valkovskis (?), Siegler (?), Ossowski, Billek, Herzig, Krone, Knauer, Schäffer, F. Jaeger, Schröder

Trainer: Brian Ankersen

HSG Konstanz: Ebert, Grabenstein – Stolz, Czako, Foege, Michelberger, Thomann, Erifopoulos, Mauch, Beckmann, Wendel, Schramm, Ingenpaß, Köder, Knezevic, Hutecek

Trainer: Jörg Lützelberger

Schiedsrichter: J. Lier / M. Lier

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