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Extrem-Laufsport
Backyard Ultra in Nüdlingen – Laufen bis zum Limit
Manuel Zänglein bei seinem ersten Backyard Ultra im Oktober 2025.
Manuel Zänglein bei seinem ersten Backyard Ultra im Oktober 2025. // Luca Metz
Nüdlingen – Manuel Zänglein tauscht sein Fußballtrikot gegen Laufschuhe. Nun plant er am 23. Mai 2026 einen extremen Ausdauerlauf in seinem Heimatort Nüdlingen.

Manuel Zänglein hat einen rasanten sportlichen Wandel vollzogen. Bis zum letzten Jahr spielte er noch Fußball, dem er aufgrund von Knieproblemen den Rücken kehrte, und ist jetzt im Langstreckenlauf unterwegs.

Seine Devise: Alles oder nichts. Von anfänglichen 15 Minuten hin und wieder zurück, ging er nach sechs Wochen schnell zum nächsten Schritt über. „Ich dachte mir damals, ich versuch jetzt mal nen Marathon zu laufen“, erinnert er sich. Gesagt, getan. Am Ende absolvierte er den Lauf in drei Stunden und 18 Minuten.  

Vom Teilnehmer zum Veranstalter

Der 29-jährige Familienvater ist im Oktober seinen ersten Backyard Ultra gelaufen. Er wurde durch einen Aufruf des Extremsportlers Kim Gottwald auf Instagram darauf aufmerksam, der das Event „Last Soul Ultra“ veranstaltete. Nach einem Losverfahren aufgrund der hohen Nachfrage wurde der Nüdlinger zum Event zugelassen.


Bei dieser Form des Langstreckenlaufs starten alle Teilnehmer jede Stunde pünktlich zur vollen Stunde eine neue Runde über exakt 6,706 Kilometer. Wer die Distanz nicht binnen 60 Minuten bewältigt oder nicht rechtzeitig wieder an der Startlinie steht, scheidet sofort aus dem Rennen aus. Es gibt kein festes Zeitlimit oder eine feste Distanz, es wird so lange fortgesetzt, bis nur noch ein einziger Läufer übrig ist. - Anmerkung der Redaktion.


Im Rückblick schwärmt Zänglein immer noch davon: „Es war richtig gut organisiert, die Teilnehmer waren toll und es gab ein großes Miteinander, bei dem sich jeder gegenseitig gepusht hat.“ Diese Erfahrung hat den beruflich als Kalkulator für Bauprojekte tätigen Läufer schwer beeindruckt. Für ihn war klar: „Das will ich wiederholen.“ Vergleichbare Veranstaltungen gab es allerdings erst ab knapp eineinhalb Stunden Entfernung, sagt er. Deswegen fällte er die Entscheidung, seinen eigenen Backyard Ultra auszurichten – den „Green Loop Backyard“.

Der Athlet ging am Tag nach seiner Entscheidung zur Tat über und stellte eine Anfrage bei der Gemeinde Nüdlingen, die ihre prinzipielle Zustimmung erteilte. Was die genaue Strecke angeht, so steht er weiterhin mit der Verwaltung im Austausch. „Es ist noch nichts spruchreif, aber wir haben mehrere Optionen. Die müssen wir allerdings erst mit der Gemeinde besprechen“, erklärt der Kalkulator. Er hofft Ende des Jahres Klarheit schaffen zu können.

Unterstützung bei der Organisation erhält er von zwei Freunden. Die Veranstaltung wird darüber hinaus durch einen lokalen Sponsor gefördert. 

Sichtbares Interesse unter Lauffreunden

Über Instagram machte der Nüdlinger die Veranstaltung öffentlich. Auch die Teilnehmeranmeldung erfolgte über Social-Media. In der Vorplanung hatte der Organisator ein Limit von 120 Teilnehmenden gesetzt. „Mittlerweile haben sich bereits knapp 200 Menschen gemeldet“, sagt der Familienvater.  Aus diesem Grund wurde auf das Losverfahren zurückgegriffen. Die Auslosung soll am 23. November live über Instagram erfolgen. 

An dem Event werden auch geladene Gäste teilnehmen, darunter sollen sich unter anderem reichweitenstarke Influencer befinden. Ein in Indonesien lebender Deutscher reist ebenfalls extra für den Green Loop Backyard nach Nüdlingen. Namen wollte Manuel Zänglein noch nicht nennen. 

Taktiken und gezogene Lehren

Der Veranstalter und Teilnehmer hat bereits seine Lehren aus dem letzten Ultra-Lauf gezogen. Damals machten ihm muskuläre Defizite in den Beinen und die Ernährung zu schaffen. An seiner Wettkampf-Taktik vom letzten Mal wird er aber wahrscheinlich festhalten. Damals ist er 4,7 Kilometer gegangen und zwei Kilometer im zügigeren Tempo gelaufen.  Die ersten Runden kam er so nach knapp 52 Minuten ins Ziel – acht Minuten Verschnaufpause. „Die Pause war nicht zu kurz und nicht zu lang. So konnte ich mich einigermaßen regenerieren, ohne dass mein Körper zu sehr heruntergefahren hat“, resümiert der 29-Jährige. 

Langsames Laufen mit Gehpausen kann er generell jedem weiterempfehlen. Doch es gibt auch andere Taktiken, erklärt er. Manche Teilnehmer rennen die Strecke durch und sind so nach 20 bis 28 Minuten im Ziel. Sie nutzen die Zeit für eine längere Erholungsphase. Andere laufen immer in einem gleichmäßigen Tempo und peilen die 45-Minuten-Marke an. 

Um seine Laufdefizite auszugleichen, setzt Manuel Zänglein für die Vorbereitung auf mehrere Maßnahmen. So macht er zweimal die Woche Krafttraining für die Beine und setzt auf gesunde und proteinreiche Ernährung. Auch die Regenerationsphase ist für ihn essenziell. Nach jeder Trainingseinheit nimmt er deswegen ein Eisbad, um einen Muskelkater zu verhindern. Mittlerweile wird er auch durch einen Trainer unterstützt. Neben Job und Familienleben nimmt ihm das einiges an Arbeit ab, sagt er. 

Event mit Wiederholungscharakter?

Der Nüdlinger freut sich über die Resonanz. „Ich werde auch von vielen älteren Personen angesprochen, die zu mir meinen: Cool, dass du das auf die Beine stellst“, gibt der Athlet wieder.

Trotz der aufwendigen Organisation, kann der Familienvater den Lauf kaum erwarten und hat angekündigt, dass er mit seinen Unterstützern schon lose ein Wiederholungsevent plant. Im besten Fall soll der Lauf von nun an ein jährliches Event werden.

Der erste Nüdlinger „Green Loop Backyard“ findet am 23. Mai 2026 statt. Alle weiteren Informationen gibt es auf der gleichnamigen Website.

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