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Maximilian Jäger zieht Bilanz
Die WM-Medaille kommt mit nach Bad Brückenau
Saisonbilanz von Radsportler Maximilian Jäger
Ein starkes Team: WM-Silbermedaillen-Gewinner Maximilian Jäger aus Bad Brückenau und Paracycling-Bundestrainer Gregor Lang (links). // privat
Zürich/Bad Brückenau – Mit dem zweiten Platz bei der Weltmeisterschaft in Zürich beendet der 24-Jährige die Saison. Die nächsten Herausforderungen warten bereits auf den Radsportler aus dem Bäderlandkreis.

Durchschnaufen. Endlich. Mit Abstrichen freilich, weil Maximilian Jäger Leistungssportler ist und auch nach seinem letzten Wettkampf der Saison einige Zeit noch in die Fahrrad-Pedale tritt: um abzutrainieren, wie es im Fachjargon heißt. Damit der Körper, genauer gesagt die Organe, auf ein niedrigeres Niveau „eingestellt“ werden, Kreislauf sowie Stoffwechsel dennoch fit bleiben.

Nur einen Tag nach dem Gewinn der Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz stieg der Bad Brückenauer in den Flieger von Zürich nach Berlin, von wo aus es mit dem Taxi („Das habe ich mir gegönnt aufgrund der Flug-Verspätung“ nach Cottbus ging, wo der 24-Jährige lebt und trainiert.

Ereignisreiche Wochen liegen hinter Maximilian Jäger mit zwei außergewöhnlichen Saison-Höhepunkten bei den Paralympics in Paris vom 28. August bis 8. September und den beiden Wettbewerben bei der Rad- und Para-Cycling-WM in der Alpenrepublik, die am Freitag beim Straßenrennen in der Klasse „T2“ das erhoffte Edelmetall brachten nach einem siebten Rang im Einzelzeitfahren rund um den Sechseläutenplatz, in das der Rhöner als Titelverteidiger, aber keineswegs als Favorit gegangen war, „weil der Kurs bretteben war, ich es aber lieber hügeliger mag“.

Nur zwei Sekunden Rückstand auf Weltmeister Dennis Connors

So, wie der 31,8 Kilometer lange Kurs im Straßenrennen dann war. Gespickt mit Rechtskurven, die Jäger, einem 65-Kilogramm-Leichtgewicht, besonders liegen. „Mit einem Podestplatz hatte ich daher geliebäugelt“, sagte der Bad Brückenauer, der mit seiner Zeit von 55:22 Minuten auf den insgesamt fünf Runden nur zwei Sekunden Rückstand auf den siegreichen US-Amerikaner Dennis Connors und eine Sekunde Vorsprung auf Bronzemedaillen-Gewinner Wolfgang Steinbichler aus Österreich hatte.

Mutig und von Anfang an in der Spitzengruppe sein wollte Maximilian Jäger, der die Taktik vorab abgesprochen hatte mit Bundestrainer Gregor Lang und Heimtrainer Marcel Berger, der ebenfalls vor Ort war. „Ich habe recht früh eine erste Bergauf-Attacke gesetzt, um zu schauen, wie meine Konkurrenten darauf reagieren. Die waren zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht müde genug“, so Jäger.

Saisonbilanz von Radsportler Maximilian Jäger
Wichtige Unterstützung vor Ort - ob in Paris oder Zürich - bekam Maximilian Jäger stets von der Familie. // privat

Die nächste Tempoverschärfung folgte in der vorletzten Runde – quasi auf Zuruf vom Bundestrainer am Straßenrand. „Wir hatten das Code-Wort ‚Banane‘ ausgemacht. Es sollte unverfänglich sein, damit meine Konkurrenten nicht ahnen konnten, was ich vorhabe“, lacht der 24-Jährige, der zuvor einen Ausreiß-Versuch eines Tschechen mit einem Zwischenspurt unterband, „als ich in der Spitze 500 Watt getreten habe, um ihn einzuholen.“

100 Meter vor dem Ziel zog der spätere Sieger den Sprint an und hielt den Bad Brückenauer knapp auf Distanz. „Mehr war da für mich nicht möglich gegen Connors, der deutlich mehr Muskelmasse als ich hat“, weiß Jäger, dessen Sportgerät etwa neun Kilogramm wiegt und der WM-Silber sogar höher bewertet als den Titel aus dem Vorjahr“, weil dieses Jahr echt hart für mich war aufgrund einer Covid-Erkrankung, die mich einen Teil der Vorbereitung kostete“. Sicher mi ein Grund, dass Maximilian Jäger mit einem achten Platz im Einzelzeitfahren und dem vierten Rang im Straßenrennen das Podest noch verfehlte.

Die Medaille kommt mit nach Bad Brückenau

Mit Beginn eines dualen Studiums der angewandten Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Leistungs- und Wettkampfsport in Cottbus und Potsdam begann für Jäger am 1. Oktober ein neuer Lebensabschnitt, zu dem aber auch künftig der Leistungssport gehört. An mindestens zwei Weltcup-Rennen wird der Bad Brückenauer im nächsten Jahr teilnehmen, sowie an der nächsten Weltmeisterschaft.

Vom 11. bis 26. Oktober steht aber erst einmal eine Auszeit an samt Urlaub und Heimataufenthalt an der Sinn bei den Eltern. Mit im Gepäck: die Silbermedaille aus der Schweiz, die ansonsten in der Cottbuser Wohnung des 24-Jährigen an einer Pinnwand hängt. Als Motivation für all das, was da noch kommt.

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