28 der 64 Untererthaler Tore der abgelaufenen Saison gingen auf das Konto von Lukas Tartler, der in der Saison davor zwar 29mal für seine Viktoria getroffen hatte, sich im Ranking der erfolgreichsten Torjäger der Kreisliga Rhön aber „nur“ auf dem vierten Platz wiederfand. Diesmal reichte es für den 29-Jährigen aber zum Gewinn der Torjäger-Kanone. Im Interview berichtet der gebürtige Hetzloser, der als Kreditsachbearbeiter arbeitet, warum die abgelaufene Saison eine perfekte war, wie weit es für das deutsche Team bei der Weltmeisterschaft gehen kann und welcher Treffer der schönste und der wertvollste war.
Was für eine Saison. Meister in der Kreisliga Rhön und Pokalsieger im Fußballkreis Rhön. Dazu nun der Torjäger-Pokal der Heimatzeitung. War das die perfekte Saison, von der Sie immer geträumt haben?
Lukas Tartler: Ja, man kann durchaus von einer perfekten Saison sprechen. Sowohl für mich persönlich als auch für den Verein. Aber von „perfekt“ hätte ich auch gesprochen, wenn es „nur“ Meister und Pokalsieg geworden wären, da für mich der Mannschafts- beziehungsweise Vereinserfolg über allem steht. Hier ist auch zu erwähnen, dass wir mit unserer zweiten Mannschaft den Klassenerhalt in der A-Klasse geschafft haben, was aufgrund von Verletzungen, Urlauben etc. nicht selbstverständlich war. Dass ich nun die Torjäger-Kanone bekommen habe, macht mich natürlich glücklich. Da kann ich mich nur bei meinem Team bedanken, das mir den Rücken freigehalten und Defensivarbeiten ein Stück weit abgenommen hat, damit ich mich auf das Wesentliche konzentrieren kann: Tore zu schießen.
Wen wünschen Sie sich nun als Gegner im Verbandspokal?
Der TSV 1860 München wäre schon cool, auch wenn die Löwen jetzt kein Drittligist mehr sind. Aber klar wäre auch ein Spiel gegen die Schnüdel etwas ganz besonderes.
Waren all die Erfolge mit Untererthal ein kleines Trostpflaster nach dem Abstieg des FC 05 Schweinfurt in die Regionalliga? Sie sind ja großer Fan der Schnüdel…
Trostpflaster wäre das falsche Wort. Natürlich war der Abstieg sehr bitter. Ich selbst konnte dieses Jahr leider nicht so oft wie gewohnt im Stadion sein, da oft der eigene Fußball anstand.
Wie kommt es, dass die Untererthaler so sehr für die 05er die Daumen drücken. Sogar ein Plakat hängt regelmäßig auf der Gegengerade.
Das ist, denke ich, auch die Nähe zur Arbeiterstadt. Und natürlich spielt Schweinfurt in den schönsten Farben der Welt: in Grün-Weiß. Mein guter Freund Daniel Hammer hat mich mal zum FC 05 mitgenommen, und diese positiv verrückte Art der Fans hat mich gecatcht. Zudem hat das Stadion auch einen gewissen Charme.
Wem gehört eigentlich das „Untererthal“-Plakat?
Das gehört Daniel Hammer.
Mit 28 Toren hatten Sie einen erheblichen Anteil an der Rückkehr in die Bezirksliga. Was war Ihr schönster und was Ihr wertvollster Treffer?
Mein schönster Treffer war mit Sicherheit der 3:1-Siegtreffer in Wollbach in der 96. Spielminute, erzielt aus etwa 40 Metern. Direkt vor den eigenen Fans. Der Jubel danach war grenzenlos. Der wertvollste war wohl das 1:0 im Topspiel daheim gegen die DJK Schondra. Da war das Türchen zum Titel schon gut aufgestoßen, da Schondra zu diesem Zeitpunkt noch Verfolger war. Und ich konnte im Torjäger-Duell mit Yanik Berberich den Abstand um ein Tor vergrößern (lacht).
Sie gelten nicht zuletzt aufgrund ihrer Geschwindigkeit als Konterstürmer. Gibt es eine Fähigkeit, die bei Ihnen vielleicht sogar unterschätzt wird?
Ich versuche stetig an mir zu arbeiten, um nicht „ausrechenbar“ zu sein. Was viele meiner Team-Kollegen an mir schätzen, ist mein Wille, alles für meine Mannschaft zu geben. Und ich habe über die Jahre gelernt, meinen Körper besser einzusetzen. Aber ich würde nicht so weit gehen, das als Fähigkeit zu bezeichnen (lacht).
Haben Sie sich für die neue Saison eine Tormarke und/oder ein anderes Ziel gesetzt?
Ich sag mal so: So viele wie möglich. Das möchte man ja als Stürmer immer. Ich möchte einfach Spaß mit meinen Kumpels in der neuen Saison haben, mit einem sportlichen Startprogramm gegen Dampfach, Sand und Oberschwarzach. Schön wäre es, verletzungsfrei zu bleiben und natürlich den Klassenerhalt so früh wie möglich zu packen.
Mit welchen Fußball-Schuhen waren Sie erfolgreich? Warum ausgerechnet dieses Modell?
Ich trage eigentlich seit meiner Jugend „Nike Mercurials“. Die haben mir immer gut gefallen und sind auch von der Passform ideal. Wenn man einmal einen passenden Schuh gefunden hat, hat man auch keine Probleme, wenn man welche nachbestellen möchte.
Natürlich muss es auch um die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko gehen. Wie intensiv und interessiert verfolgen Sie die Spiele?
Die Deutschlandspiele werden verfolgt. Und auch sonst schaut man immer mal wieder rein. Wir haben im Team auch eine Kicktipprunde, damit es ein bisschen interessanter ist. Durch die teilweise sehr uninteressanten Anstoßzeiten ist das Live-Schauen aber eher schwieriger.
Was trauen Sie der deutschen Mannschaft zu? Und wer wird Weltmeister?
Wenn Deutschland die Tugenden des Fußballs verinnerlicht und die Spieler immer weiter an sich arbeiten, traue ich Ihnen bei dieser WM alles zu!









