Den falschen Beruf ergriffen hat Jannik Göller natürlich nicht. Als Projektleiter für Feuerlöschanlagen arbeitet der 25-Jährige. Als Torjäger in Diensten des TSV Großbardorf ist der Rottershäuser aber eher bekannt, Brände zu legen: in den Strafräumen des Gegners. Mit 32 Toren hatte der Stoßstürmer großen Anteil an der Vizemeisterschaft seiner Elf in der Landesliga Nordwest sowie am Aufstieg in die Bayernliga nach erfolgreicher Relegation. Den Torjägerpokal der Heimatzeitung hat sich Jannik Göller also mehr als verdient.
Nach einigen vergeblichen Anläufen endlich zurück in der Bayernliga Nord. Was bedeutet Ihnen dieser Aufstieg?
Jannik Göller: Mir bedeutet der Aufstieg sehr viel. Vor allem mit dieser jungen Mannschaft. Die Entwicklung des gesamten Teams über die Saison hinweg war einfach überragend und wurde zurecht mit dem Aufstieg belohnt.
Das war ja lange ein Dreikampf zwischen dem TSV Abtswind, Don Bosco Bamberg und Euch. War es schwer, da nicht nervös zu werden?
Eigentlich nicht, da unser Ziel vor der Saison eine Top-3-Platzierung war. Dass es am Ende für den Aufstieg gereicht hat, war unbeschreiblich.
Als Vizemeister hinter den Oberfranken ging es in die Aufstiegs-Relegation, wo Ihr zwei Jahre zuvor dramatisch gescheitert wart: am Würzburger FV. Eine Erfahrung, die im Nachhinein vielleicht sogar wertvoll war?
Ich denke schon, dass es wertvoll war. Einige von uns hatten damals durch die Abstiegs- und Aufstiegsrelegation schon acht Relegationsspiele für die Bayernliga auf dem Buckel. Das was natürlich von Vorteil, weil man wusste, was auf einen zukommt.
Sie haben inzwischen bei den Grabfeld-Galliern verlängert. Wäre das auch bei einem Nichtaufstieg der Fall gewesen?
Ich hatte ligaunabhängig verlängert, da es mir in Großbardorf einfach sehr viel Spaß macht. Zudem haben sich nach fünf Saisons auch einfach gute Freundschaften entwickelt, weshalb es sich so anfühlt, als würde ich bei meinem Heimatverein spielen.
In der Fanszene des FC 05 Schweinfurt wurden Sie als Wunsch-Transfer für die Offensive gehandelt. Schmeichelt Ihnen das? Und gab es vielleicht sogar ein Angebot?
Das schmeichelt mir natürlich sehr. Leider gab es keinen Kontakt nach Schweinfurt.
A propos: Würden Sie sich eher ein Regionalliga-Spiel des TSV Aubstadt oder FC 05 anschauen?
Natürlich würde ich mir den FC 05 anschauen, da ich unter der Woche in Schweinfurt wohne und auch meine größte und schönste Zeit in der Jugend dort verbracht habe.
32 Tore in der Landesliga Nordwest sind eine Top-Marke. Was war Ihr schönster und was Ihr wertvollster Treffer?
Mein schönstes Tor war wohl das 1:1 gegen den FC 06 Bad Kissingen, als zum ersten Mal der sogenannte Abstoß-Trick geklappt hat. Hierbei stand ich beim eigenen Abstoß am Kissinger 16er und unser Keeper Nico Stephan hat mir mit einem langen Abstoß das Leder perfekt auf dem Fuß serviert, sodass ich nur noch einschieben musste. Das wertvollste Tor war das 1:1 bei Vatanspor Aschaffenburg. In dieses Spiel sind wir sehr schlecht gestartet und das Tor hat uns aus dem Tief wieder herausgeholt, sodass wir das Spiel mit einem Last-Minute Treffer letztlich sogar gewinnen konnten.
Haben Sie sich für die neue Saison eine Tormarke und/oder ein anderes Ziel gesetzt?
Für die neue Saison habe ich mir mindestens 15 Tore vorgenommen. Das wird nicht so einfach wie in der Landesliga, aber ich stecke mir Ziele lieber höher als zu tief. Zudem will ich unbedingt den Klassenerhalt so früh wie möglich fix machen.
Worauf freuen Sie sich in der neuen Saison am meisten?
Am meisten freue ich mich auf schöne Stadien. In Aschaffenburg, Weiden oder Hof. Und auf bessere Schiris, die auch mehr laufen lassen.
Mit welchen Fußball-Schuhen waren Sie erfolgreich? Warum ausgerechnet dieses Modell?
Ich trage seit ein paar Jahren den Adidas Predator ohne Schürsenkel. Mit diesem Modell komme ich top zurecht und hat sich von der Torquote die letzten Jahre bewährt.
Natürlich muss es auch um die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko gehen. Wie intensiv und interessiert verfolgen Sie die Spiele?
Ich versuche alle Spiele der Top-10-Mannschaften zu schauen. Falls das mal nicht klappt, schaue ich mir danach die Highlights an.
Was trauen Sie der deutschen Mannschaft zu und wer wird Weltmeister?
Ich bin sehr optimistisch, dass Deutschland oder Frankreich Weltmeister werden, da Deutschland einfach ein super Team hat, was man auch schon bei der EM 2024 gesehen hat. Und Frankreich hat einfach die höchste Qualität im Kader.









