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Klatsche in Ingolstadt
Coburg gerät unter die Räder: "War ein bisschen blauäugig"
Coburgs Trainer Calle Schiebel (links) erlebte mit seinem Team einen gebrauchten Nachmittag in Ingolstadt.
Coburgs Trainer Calle Schiebel (links) erlebte mit seinem Team einen gebrauchten Nachmittag in Ingolstadt. // Archiv/Hagen Lehmann
Coburg – Der Matchplan von Calle Schiebel geht beim FC Ingolstadt II überhaupt nicht auf. Die personell dezimierten Vestekicker werden für ihr aggressives Pressing bestraft - und kassieren sieben Gegentreffer.

Die Bayernliga-Saison bleibt für den FC Coburg ein Wechselbad der Gefühle: Nach dem emotionalen Hoch in der Vorwoche mit dem 4:2-Comebacksieg gegen Fortuna Regensburg herrschte am Sonntagnachmittag in Ingolstadt Tristesse. Zum ersten Mal in der laufenden Spielzeit kamen die Vestekicker ordentlich unter die Räder, hatten bei der Reserve des FC Ingolstadt mit 1:7 (0:4) das Nachsehen.

Eine Niederlage, für die Trainer Calle Schiebel die volle Verantwortung übernimmt: „Ich nehme das auf meine Kappe. Das war ein bisschen blauäugig. Wir waren nach der zweiten Halbzeit letzte Woche gegen Regensburg etwas euphorisch und dachten, wir spielen ein bisschen mit. Aber da wurden wir eines Besseren belehrt. Es ging alles zu schnell für uns.“

Bayernliga Nord

FC Ingolstadt II – FC Coburg 7:1 (4:0)

Die personelle Situation will Schiebel nicht als Ausrede gelten lassen, doch die Voraussetzungen waren alles andere als rosig. „Wir hatten eine bescheidene Woche mit sehr vielen Kranken. Ein paar Spieler haben nur einmal trainiert“, so Schiebel. Trotz des dünnen Kaders wollte Schiebel seiner Philosophie treu bleiben. Den Bus im eigenen Sechzehner parken, das ist nicht die Spielidee der Vestekicker. Stattdessen probierten es die Gäste auf dem Ingolstadter Kunstrasen mit aggressivem Angriffspressing – und liefen mehrmals ins offene Messer. Das erste Mal bereits in der 12. Minute.

Ein langer Ball über die Kette landete bei Jason Osei Tutu, der zum 1:0 vollendete. Nach einer halben Stunde kam es für den FCC dann richtig dicke. Emre Gül erzielte das 2:0 (29.), eine Minute später erhöhte Mustafa Özden auf 3:0 (30.). Spätestens zehn Minuten später, als Jonas Kirchner ins eigene Netz traf, war die Vorentscheidung gefallen. Ingolstadt zeigte gegen die hochstehenden Coburger Qualitäten, die Schiebel neidlos anerkannte: „Sie haben das teilweise richtig gut gemacht mit öffnenden Bällen.“

 0:4-Rückstand zur Halbzeitpause: Was gab der Coburger Coach seinem Team da in der Kabine mit? „Ich habe direkt gesagt, dass das auf meine Kappe geht. Ich habe zwar versucht, die Jungs an der Ehre zu appellieren, aber habe nicht davon gesprochen, dass wir das Spiel noch drehen“, so Schiebel. Mit der Reaktion seiner Mannschaft war der 34-Jährige zufrieden.

Leonard Späth, der angeschlagen war, traf nach einer knappen Stunde zum 1:4 aus Coburger Sicht. Es sollte allerdings bei einem kurzen Strohfeuer bleiben. Die Vestekicker gingen hohes Risiko, Schiebel wechselte munter durch. Eine Einwechslung freute den FCC-Coach besonders: Ricardo König feierte nach siebenmonatiger Verletzungspause sein Bayernliga-Comeback. Der 25-Jährige ersetzte nach 45 Minuten Cristian Fischer, der ebenfalls kaum trainieren konnte und völlig erschöpft rausmusste.

Ihre Bayernliga-Premiere feierten indes zwei 16-Jährige: Moritz-Luca Hopf und Moritz Ötter für die letzten fünf Minuten ins Spiel. Da hatte es bereits 6:1 für die Gastgeber gestanden. Leo Haas vom Elfmeterpunkt (72.) nach Coburger Handspiel und Edis Bakic (77.) erhöhten für die kleinen Schanzer. Den Schlusspunkt zum 7:1 setzte erneut Bakic (90.). 90 Minuten und ein Resultat, das Schiebel und seine Mannen erstmal verdauen mussten.

„Mit sieben Stück sind wir genug bestraft. Da haue ich nicht mehr drauf. Die Niederlage tut weh, kommt aber vielleicht zum richtigen Zeitpunkt und könnte ein Hallo-Wach-Effekt sein“, sagte Schiebel am Telefon – kurz vor der Rückfahrt nach Coburg. „Eine Party-Rückfahrt wird das sicher nicht.“

Die Statistik zum Spiel

FC Ingolstadt II: Böhmeke - Atak, Bagaric, Özden, Bachmann (71. Bakic), Drakulic (81. Coric), Gül, Tutu (81. Tasmin), Paylan (61. Haas), Öztürk, Hapi

FC Coburg: Krempel – Späth, Tranziska, A. Civelek, Fischer (46. König), Wieczorek, C. Civelek, Kirchner (85. Hopf), Oikonomides (85. Ötter), Carl (66. R. Guhling), Geißendörfer (68. Rom)

Schiedsrichter: Roth (Rain)

Zuschauer: 80

Tore: 1:0 Tutu (12.), 2:0 Gül (29.), 3:0 Özden (30.), 4:0 Kirchner (38., Eigentor), 4:1 Späth (58.), 5:1 Haas (72., Handelfmeter), 6:1 Bakic (77.), 7:1 Bakic (90.)

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