Mit drei Athleten war die Werfer-Trainingsgruppe des TSV Stadtsteinach/UAC Kulmbach bei den deutschen U23- und U18-Meisterschaft im Grenzlandstadion Mönchengladbach am Start. Dabei sorgte der 17-jährige Matti Hummel für einen Paukenschlag.
15 Nachwuchswerfer hatten sich für den U18-Hammerwurf-Wettkampf der 16- und 17-Jährigen qualifiziert. Zwei davon, Max Baier (TV Fränkisch-Crumbach) und Andre Rommel (SC Berlin), hatten auch schon die geforderte Norm von 67,50 Metern für die U18-Europameisterschaft übertroffen, die in zwei Wochen in Banska Brystika (Slowakei) stattfindet. Der Kulmbacher Matti Hummel hatte mit seiner Bestmarke von 65,34 Meter auf die Bronzemedaille spekuliert. Doch es kam anders.
Matti Hummel nervenstark
Hummel zeigte schon beim Einwerfen, dass er sich nicht hinter den beiden in der Bestenliste vor ihm liegenden Athleten verstecken brauchte. Der favorisierte Baier legte zwei 69-Meter-Würfe vor, ehe er sich auf die spätere Siegerweite von 70,90 Meter steigerte. Der Kulmbacher übertraf im vierten Durchgang mit 67,64 Metern ebenfalls die EM-Norm, wobei der DLV pro Disziplin nur zwei Startplätze vergibt. Rommel lag noch mit 66,64 Metern auf Rang 3, ehe er sich im vierten Versuch mit 69,02 Meter an Hummel vorbeischob.
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Doch das Talent vom UAC Kulmbach konterte im fünften Wurf eiskalt. Ein lauter Schrei, der Hammer lag bei einem sehr steilem Abwurfwinkel lang in der Luft und landete bei 69,28 Metern. Damit übertraf Hummel seine persönliche Bestleistung um knapp vier Meter! Die sechsten Versuche waren für beide ungültig, womit Hummel sich über den Silberrang und das EM-Ticket freuen durfte.
Leonie Liebenwald nicht im Endkampf
Die 20-jährige Leonie Liebenwald hatte im Hammerwerfen der U23 in einer sehr gleichmäßig und stark besetzten 20-köpfigen Gruppe mit einem Endkampfplatz der besten acht Werferinnen geliebäugelt. Dazu wäre jedoch ein Wurf im Bereich ihrer Bestweite von 54,66 Metern von Nöten gewesen. Einem Auftaktversuch von 52,05 Metern folgte zwei ungültige, verhaltene Würfe, was schließlich den zwölften Platz für Liebenwald bedeutete.
Linus Liebenwald guter Achter
Durch Knieprobleme nicht ganz fit ging ihr Zwillingsbruder Linus Liebenwald in Mönchengladbach zu Werke. Der Jura-Student schleuderte die 7,26 Kilo schwere Kugel im dritten Versuch auf 58,68 Meter, was für ihn den Einzug in den Endkampf bedeutete.
Dort konnte er sich nicht mehr steigern und belegte am Ende Rang 8. Den Titel holte sich in Abwesenheit von Merlin Hummel dessen Dauerkonkurrent Sören Klose. Der Frankfurter ließ den Hammer auf 74.10 Meter fliegen und sicherte sich damit mit großen Abstand den Titel. Kurz zuvor durfte sich Klose über die Nominierung für die Olympischen Spiele freuen, wo er neben Hummel für Deutschland an den Start gehen wird. mst











