Die Deutsche Winterwurf-Meisterschaft in Halle an der Saale ist traditionell die erste Standortbestimmung des Jahres für die Leichtathleten. Die gemeinsame Wurf-Gruppe der Rasenkraftsportler des TSV Stadtsteinach und der Leichtathleten des UAC Kulmbach war mit fünf Athleten nach Sachsen-Anhalt gereist. Und sie konnten mit ihren Leistungen bei den widrigen Bedingungen sehr zufrieden sein.
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Im Männerwettbewerb traten die Trainingskollegen Linus Liebenwald und Merlin Hummel an. Während sich Linus den Einzug ins Finale der besten Acht vorgenommen hatte, ging es für den zwei Jahre älteren Merlin in Abwesenheit seines Dauerkonkurrenten Sören Klose einzig um die Qualifikation zum Werfer-Europacup in vier Wochen in Nikosia auf Zypern. Trainiert hatte der Olympia-Finalist bis Halle fast ausschließlich an seiner Maximalkraft und mit schwereren Trainingshämmern.
61,49 Meter hätte Linus Liebenwald gebraucht, um im Endkampf zu kommen. Doch der Jurastudent haderte mit seiner Technik und somit suboptimalen Würfen. Mit 58,45 Meter wurde er schließlich Neunter.
Zehn Meter vor der Konkurrenz
Merlin Hummel fehlte indessen ein wenig Druck vom zweitbesten deutschen Athleten. Dennoch steigerte sich der jetzt für die LG Stadtwerke München startende Kulmbacher über 74,75 Meter auf die sehr ordentliche "Winterweite" von 76,38 Metern und lag damit knapp zehn Meter vor der Konkurrenz.
Auch wenn das aktuell Platz 4 in der Weltrangliste bedeutet, hat dieses Ergebnis für den Sportsoldaten noch nicht den ganz großen Stellenwert. Dennoch zeigt sich sein Trainer Martin Ständner zufrieden: "Seine Leistung unter diesen Bedingungen ist ein erster Fingerzeig, wohin es die nächsten Monate gehen kann. In den kommenden vier Wochen soll er nun ein bisschen spezieller mit dem 7,26-kg schweren Wettkampfgerät und mehr in Richtung Schnellkraft trainieren, um in Nikosia unter vermutlich wärmeren Außentemperaturen und ernsthafter Konkurrenz die nächste Marke zu setzen."
Kai Konopacki auf Platz 4
Kai Konopacki war im Hammerwerfen der U18 der Jüngste unter 18 Startern, die teilweise auch körperlich überlegen waren. Doch der UAC-Nachwuchsathlet legte mit dem fünf Kilo schweren Sportgerät eine gute Serie hin und blieb mit 55,23 Metern im dritten Durchgang nur wenige Zentimeter hinter seiner kürzlich bei den bayerischen Titelkämpfen aufgestellten Bestleistung von 55,61 Metern.
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Im letzten Versuch wollte es der Deutsche Schülermeister des Vorjahres noch einmal wissen. Und er schleuderte den Hammer tatsächlich Richtung 60-Meter-Linie, hatte aber leicht übertreten. Kai erzielte schließlich die beste Leistung seines Jahrgangs und wurde hinter Philipp Hartmann (DJK Aschaffenburg/60,26), Valentin Metschl (LG Stadtwerke München/60,24) und Bruno Wedemann (Erfurter LC/58,29) Vierter.
In der U20 war Matti Hummel mit dem sechs Kilo schweren Hammer an sechster Stelle (60,93 Meter) gemeldet. Der Favorit, Timo Port (Saar 05), hatte schon im vergangenen Sommer 69,24 Meter hingelegt. Der 19-Jährige zeigte auch in Halle seine Klasse und gewann den deutschen Winterwurf-Titel souverän mit 69,01 Metern.
Doch dahinter hatten einige Athleten mit den schwierigen Bedingungen ihre liebe Not und blieben deutlich unter ihren Meldeleistungen. Nicht so Matti Hummel, der nach einem weiten ungültigen Versuch mit vier Drehungen kurzerhand auf nur drei Rotationen im Ring umstellte und sich über 63,02 Meter auf 64,95 Meter verbesserte. Das brachte dem 18-Jährigen überraschend die Silbermedaille ein. Sein Trainer Martin Ständner sagte: "Das sollte ihm Motivation gegeben haben, in den nächsten Monaten weiter hart an sich zu arbeiten und sich eventuell für die U20-Europameisterschaft im August in Finnland zu qualifizieren."
Leonie Liebenwald auf Platz 8
Gesundheitlich etwas angeschlagen ging in der Frauenklasse Leonie Liebenwald an den Start. Trotzdem merkte man schon beim Einwerfen, dass die 21-Jährige durchaus in der Lage war, an ihre Bestmarke von 56,99 Meter heranzukommen. Schließlich landete ihr vier Kilo schwerer Hammer bei 55,77 Metern, was ihr erstmals den Einzug ins DM-Finale im Aktivenbereich und Rang 8 bescherte. "Leonie darf nun durchaus berechtigt auf Würfe Richtung 60 Meter im Sommer schielen", meinte Martin Ständner. Klare Siegerin in Halle wurde die Olympia-Teilnehmerin Samantha Borutta mit 68,63 Metern.












